Sommer ist was ist deinem Kopf passiert

Winter is coming 🙂

„Winter is coming.“, raunt meine Zimmernachbarin Jannat mir zu und ich verstehe zunächst nicht, dass dies ein Insider aus Game of Thrones ist. Ja der Winter kommt bald, auch wenn er in Shanghai nicht ganze 10 Jahre dauern wird. Es wird trotzdem jeden Tag kälter, umso wichtiger, dass Sommer in meinem Kopf ist.

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„Jetzt ist Sommer!
Egal, ob man schwitzt oder friert:
Sommer ist, was in deinem Kopf passiert.
Es ist Sommer!
Ich hab das klar gemacht:
Sommer ist, wenn man trotzdem lacht.“  

Wise Guys (Jetzt ist Sommer)

Ich glaub mich tritt ein Pferd

Im Chinesisch Unterricht war ich um 8 Uhr morgens zu müde für Grammatik Übungen und hörte nur mit einem Ohr bei den Beispielsätzen zu. “我准备一个马拉松。”,sagt Evan und ich verstehe nur die Hälfte, weil ich das Schlüsselwort des Satzes “马拉松” mǎlāsōng (Marathon) nicht kenne. In meinem Kopf kommt nur der erste Teil des Satzes an und Evan sagt: „Ich bereite einen *piep* vor.“

Das passiert mir sehr oft, denn immer wenn ich ein chinesisches Wort nicht kenne wird der Satz zu einem unvollständigen Puzzle, weil ganze Satzbausteine fehlen. „Ein Halbmarathon, oder ein Marathon?“, fragt die Lehrerin Evan und ich verstehe bloß: „Ein *piep* oder ein *piep* ?“ und dabei schreibt sie die Abkürzungen für Marathon an die Tafel:  全马  (Marathon) und 半马 (Halbmarathon). „Ein *piep*.“ antwortet Evan. Fassungslos schaue ich an die Tafel, denn dort steht das Zeichen für Pferd: einmal mit dem Wort davor was so viel wie „ganz, vollständig“ bedeutet und einmal mit dem Wort davor was „halb, die Hälfte“ bedeutet.

全马   Ein ganzes Pferd   半马  Ein halbes Pferd

„Was zum Himmel bereitet Evan vor? Was hat er mit einem Pferd am Hut und warum nur ein halbes Pferd und gibt es überhaupt halbe Pferde?“, geht es mir durch den Kopf und: „Die spinnen die Chinesen, halbe Pferde, das ist doch verrückt.“ Entgeistert drehe ich mich um und frage Anna was es bitteschön mit dem halben Pferd auf sich hat.

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„Das ist kein halbes Pferd Jori, das heißt Halbmarathon!“, klärt Anna mich auf. „Marathon?“, frage ich ungläubig „Wie kommst du denn auf Marathon?“, hake ich nach. „Es ist die Abkürzung von Marathon! 马拉松 mǎlāsōng.“, wiederholt sie und mir geht langsam ein Licht auf. Ich muss über mich selber lachen, erst leise, dann immer glucksender und irgendwann laufen mir die Tränen über die Wangen und ich fange laut an zu prusten. Ich entschuldige mich und verlasse das Klassenzimmer, weil ich vor lauter Lachen keine Luft mehr bekomme. Draußen entlädt sich alles und ich laufe lachend und schwankend den Flur entlang ins Badezimmer um mir die Lachtränen mit kaltem Wasser wegzuwischen. Als ich wieder im Klassenzimmer bin, hat mein halbes Pferd Missverständnis bereits die Runde gemacht und seit diesem Tag schaut mich der ein oder andere manchmal mit verschmitztem Grinsen an und sagt: “ Jori:马拉松 Marathon.“

Meine große Mauer in China

Vokabelblätter als Zimmerdeko

In der ersten Woche schon hatte ich die Idee meine Vokabelblätter an die Wand zu kleben. Das ist zwar theoretisch verboten, sieht aber trotzdem schön aus! 🙂 Woche um Woche wächst die Vokabelwand um mindestens 3 Blätter und mein Plan ist es meine komplette Zimmerhälfte inklusive Decke mit Vokabelblättern zu tapezieren. Das ist verrückt? Ich weiß.

Die Wand der Emotionen 

Im Gebäude der Deutschen Bibliothek auf dem Campus habe ich vor kurzem die Wand der Emotionen entdeckt. Was zum Kuckuck ist bitte eine Wand der Emotionen? Nun, es stellte sich heraus, dass dort chinesische Studenten über das Leben in Deutschland und ihre Gefühle in Deutschland berichteten. Die Wand der Emotionen stimmte mich sehr emotional.

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Chinesische Handschriften sind noch immer schwer zu entziffern

Wäre ich Herr meiner Sinne, ich ließe sie frei

Das Chinesisch Lernen ist definitiv eine zeitaufwändige Angelegenheit und auch wenn ich noch immer froh bin guten Unterricht an der Sprachschule zu haben, so hält sich die Vorfreude auf jede neue Lektion sehr in Grenzen. Nächste Woche packen wir zum Beispiel zwei Lektionen in eine Woche, weil danach Prüfungen sind (Die Logik möge mir jemand erklären!) und ich „freue“ mich somit auf 140 neue Wörter in einer Woche.

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Siebenmeilenstiefel

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Foto (Quelle: Fotocommunity)

Ich hätte gerne Siebenmeilenstiefel made in China mit denen ich pro Tag riesige Fortschritte machen könnte. Alles geht so langsam voran, das macht mich wahnsinnig! Jemand schrieb mir vor kurzem: „Versuch auch mal locker zu machen. Chinesisch lernt man halt nicht so schnell.“, aber ich will schnell lernen! Es fuchst mich, dass ich noch immer nur kleine Geschichten schreiben kann und zum Beispiel keinen einzigen Witz auf Chinesisch erzählen kann.

Ein Job als Pandabär?

Vor kurzem erhielt ich die Nachricht, dass ich einen Schreibwettbewerb an der Uni gewonnen habe. Wir sollten unsere Eindrücke von Shanghai beschreiben und mit einigen Fotos einen bunten Beitrag gestalten. Das Schreiben fiel mir relativ leicht und das ist ein gutes Zeichen und lässt mich zumindest kleine Fortschritte spüren. Was mich wohl als Preis erwartet? Meine Eltern meinten es könnte für mich dabei ein Badeurlaub im Mekong Delta rausspringen, oder ein Job im Kaufhaus als Pandabär. Letzteres würde ich wohl dankend ablehnen.

Hier ein kleiner Einblick in meine letzte schriftstellerische Meisterleistung:

我的自行车被偷了! Mein Fahrrad wurde geklaut. (Übersetzung für Langnasen)

„Eines Tages war ich in Freiburg Fahrrad fahren und führte dabei meinen kleinen Hund Rumo aus. Wir kamen an einem besonders schönen Ort an: Es sah sehr interessant aus und ähnelte einem Berg. Ich lief neben Rumo her und vergaß dabei mein Fahrrad abzuschließen. Wir beide liefen sehr glücklich den Hügel hoch, die Aussicht war wunderschön! (Sprechblase: „Wunderschön!“) Als wir die Spitze des Hügels erreicht hatten, sah ich mein Fahrrad nicht mehr. Zwei Minuten später ging ich zurück zu meinem Fahrrad, aber ich entdeckte dass es nicht mehr da war! (Sprechblase: „Was soll ich machen?“) Sehr wütend sagte ich zu Rumo: „Du musst den Dieb schnappen!“, aber Rumo verstand nicht was ich sagte. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Dieb sich schon längst davon gemacht. (Sprechblase: „Wuff! Wuff!“, „Was macht sie da?“, „Wuff! Wuff!“ und „Wo ist Jori hingegangen?“) Ich suchte lange Zeit nach meinem Fahrrad. Ich suchte weit und breit, aber leider fand ich das Fahrrad nicht. Ich hört nicht auf zu suchen, um 10 Uhr abends beschloss ich nach Hause zu gehen und mich auszuruhen.“

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Die Geschichte beruht auf einer wahren Begebenheit in Freiburg

Post aus Schottland

Diese Woche kam ein Brief bei mir an auf den ich jeden Tag sehnsüchtig gewartet habe.

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Post nach China 

Von einer lieben Freundin bekam ich den ersten Brief aus Europa geschickt und ich habe einen kleinen Freudentanz vor dem Briefkasten hingelegt als ich ihn endlich in der Hand hielt. Die Putzfrau, die neben mir stand und mich mit großen Augen anschaute, durfte gleich Alinas Schriftzeichen begutachten und sagte so etwas in der Art wie: „Ganz toll! Das ist wirklich ganz ganz toll!“, nachdem ich ihr erklärt hatte, dass meine Freundin gar kein Chinesisch kann. „Das ist wirklich die verrückteste Adresse, die ich in meinem Leben geschrieben habe.“, schrieb mir Alina und ich bin fasziniert von ihrem Mut es einfach zu tun:

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Wer schreibt denn noch Briefe?

Ich werde nie vergessen wie ein Kommilitone von mir mich im Zug nach Paris ungläubig anschaute während ich einen Brief (auf Papier!) schrieb und er mich daraufhin fragte „Machst du davon dann ein Foto?“ „Nein.“, sagte ich. „Das ist ein Brief.“ „Ja das sehe ich, aber wer macht denn sowas? Ich schreibe nur meiner Versicherung Briefe.“

Wen es also in den Fingern juckt auch mal Post nach China zu verschicken, der möge mich bitte in einer Nachricht persönlich danach fragen. Ich gebe sie euch gerne! 🙂 Hier ist schon einmal der Anfang meiner Adresse in Shanghai zum Ausdrucken und Aufkleben, zum Striche Abmalen oder einfach als kleine Herausforderung für zwischendurch:

维若云 (Jorinde Wiese)

中国上海市

Klub der Kalligrafen

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Jeder hat mal klein angefangen

Am Freitag Abend schwinge ich nun regelmäßig und sehr andächtig den Kalligrafie Pinsel und genieße die ruhige Atmosphäre im Kalligrafie Verein der Universität. Über 40 Studenten üben sich dort jede Woche in Kalligrafie und wenn man genau hinhört, dann kann man die Tusche knistern hören, so leise ist es. Ab und zu bekomme ich gute Ratschläge von älteren Semestern und bin erstaunt wie einfach und flüssig ihnen die Striche von der Hand gehen, während ich fünfzig Mal den gleichen Strich üben muss, bis er einigermaßen anständig aussieht.

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Übung macht den Meister

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书法家维若云 🙂  Kalligrafie Meisterin Jorinde Wiese 

Sonne tanken in der 10 Minuten Pause

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Ich verabschiede mich nun, nehme es ruhig und gelassen, strecke meine Nase in die Sonne, wann immer sie auftaucht (mein Lieblingsplatz in der Pause ist das Fenstersims). Ich trotze an stürmischen Regentagen dem Wetter und singe dabei „I am singing in the rain.“ Ich gebe nicht auf im ewigen Kampf mit den Zeichen, werde es nicht müde Strich um Strich um Strich zu schreiben und glaube fest daran, dass es vorwärts geht. Langsam, aber beständig!

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休息休息 Chillen

Liebe Grüße aus Shanghai!

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Jori

Zum Sterben bitte links entlang

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Von der Bühne in die Notaufnahme

An einem Abend in Shanghai überschlugen sich die Dinge. Gerade noch hatte ich bei einem riesigen Treffen mit ungefähr 200 Chinesen und Ausländern ausgelassen zu Shakiras „Waka Waka This time for Africa“ getanzt, eifrig Wechat Kontaktdaten ausgetauscht und dabei zwei Mädchen getroffen, die von mir mit möglichst großen und gut aussehenden Ausländern verkuppelt werden wollten. Eine Vietnamesin sprach perfekt und völlig akzentfrei Deutsch, sodass ich dachte sie sei Deutsche und eine Chinesin stellte sich mir gleich drei Mal hintereinander vor, weil das die einzigen Sätze waren, welche sie auf Deutsch sagen konnte, irgendwie niedlich! Außerdem traf ich einen Nicolai von dem ich aufgrund des Namens dachte er könnte Däne sein, doch er kam wie so viele andere hier auch aus Deutschland.

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Laute Musik und viel Geschrei

Die Stimmung war sehr gut an diesem Abend, auch wenn es äußerst 热闹 (laut und lebendig) war und mir fast die Ohren abgefallen sind bei der Lautstärke der Mikrofone und der Musik, die im Hintergrund lief. Eine Gruppe Ausländer fand sich zusammen um zu dem Lied 小苹果 (kleiner Apfel) zu tanzen, doch ich lehnte dankend ab. Dieser zweite Tanz hätte mir an diesem Abend wohl endgültig den Rest gegeben.

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Plötzlich ging alles schnell

Wenige Stunden später ging es mit dem Taxi in die Notaufnahme des nächsten großen Krankenhauses in der Nähe der Uni. Geplant war das nicht und Spaß hat es auch keinen gemacht und um es vorweg zu nehmen: Ich bin auf dem Weg der Besserung, keine Sorge! Ich bin unglaublich dankbar, dass ich an diesem Abend und der darauf folgenden (langen) Nacht nicht alleine war, sondern begleitet wurde von einer guten Freundin und einem Chinesen, der seine Hilfe angeboten hatte ohne mich zu kennen, doch selbst unser chinesische Freund war mit der Organisation im Krankenhaus heillos überfordert.

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Zum Sterben bitte nach links

„Zum Sterben bitte nach links in Zimmer 312 ah nee.. doch nach rechts, aber dann bitte noch ein Stockwerk höher und überhaupt müssen sie das erst Mal bezahlen.“, sagt die Dame an der Rezeption.

„Ich will hier nicht sterben.“, sage ich.

„Ach sie wollen leben? Ja wenn das so ist, nun dafür müssen sie erst einmal eine Nummer ziehen, die Rolltreppe nehmen, dort Schlange stehen, danach wieder runterlaufen (ab Mitternacht funktioniert die Rolltreppe nicht mehr) dort bezahlen, mit dem Beleg wieder hoch, im Flur Schlange stehen und vor 8 Leuten untersucht werden. Danach runter, bezahlen, hoch Medizin holen und ins gegenüberliegende Gebäude laufen um dort die Infusion zu bekommen.“

„Nichts leichter als das.“, sage ich und bin froh, dass ich noch laufen kann.

Ich erweiterte meine Not To Do Liste an diesem Abend um folgenden Punkt:

Not To Do Liste in China:

  • Ein Krankenhaus betreten

Bravo. Geschafft. Nicht.

Es gibt noch sehr viel zu sagen zu diesem Abend, doch das sind hauptsächlich weniger unterhaltsame Dinge, traurige Beobachtungen und es bleiben viele offene Fragen. Diese eine Nacht im chinesischen Krankenhaus hat einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen und ich weiß, dass ich mich glücklich schätzen kann, dass ich aus einem Land komme in dem das Gesundheitssystem funktioniert und der Standard in Krankenhäusern weitaus höher ist als hier.

McDonalds im Krankenhaus

Einzig der Lieferbote von McDonalds, ein kleines Mädchen mit einer Plastikpistole die laute Science Fiction Geräusche machte und eine Frau, die im Hello Kitty Scooter ins Krankenhaus gefahren kam waren willkommene Ablenkung an einem sonst sehr tristen Abend.

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Brot, Brot, Brot

Ich dachte es sei ein Vorurteil, dass Deutsche gerne Brot essen. Im ersten Semester lernten wir im Chinesisch Unterricht 面 (Nudel) und meine Lehrerin schrieb 面包 (Brot) an die Tafel und sagte dazu: „Merken Sie sich das, denn Sie essen doch alle gerne Brot.“ Eine Chinesische Freundin sagte einmal genervt: „Brot, Brot, jeden Tag gibt es in Deutschland Brot. Daran musste ich mich erst einmal gewöhnen, aber jetzt mag ich Brot und Brötchen!“

 

–  In Gedanken fliegt ein Mohnbrötchen vorbei –

Ich dachte wirklich, dass die Sache mit dem Brot ziemlich aus der Luft gegriffen sei, bis ich eines Tages nach knappen 1 1/2 Monaten in Shanghai wie verzückt vor dem Brotregal eines großen Supermarktes stand und mit leuchtenden Augen das Wort „Vollkorn“ las. Es stimmt also doch, ein Teil von mir vermisst gutes Brot so sehr wie die frische Luft, das Leitungswasser und meinen Hund. Frisches Brot. Damit könnte man mich gerade sehr glücklich machen.

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Ob das Brot so gut schmeckt wie es aussieht wage ich stark zu bezweifeln

Auch andere Lebensmittel ließen mein Herz höher schlagen. Apfelmus, Studentenfutter, Ritter Sport Schokolade, Lakritzschlangen, Salatsoße und ich weiß nicht was schlimmer ist: Diese Dinge nicht zu essen, oder sie zu kaufen, weil sie hier doppelt und dreifach so viel kosten wie zuhause.

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Ich liebe dich wie Apfelmus… 

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Seeberger in China 

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Ritter Sport in China 

Jori, zeig ihnen Hachez!

An einem Tag stand ich mit Catherine vor dem Schokoladenregal eines anderen Supermarktes und wir schauten uns mit großen Augen die Ritter Sport Tafeln und die Hachez Schokolade an. Ich erzählte ihr, dass bei meinen Eltern einmal ein ganzer Bus voller chinesischer Touristen vor einem Edeka parkte und die große Gruppe Chinesen dort regelrechte Schokoladen Hamsterkäufe machten. Das Regal mit der Lindt Schokolade war nach kurzer Zeit wie leergefegt und meine Mutter meinte zu mir: „Geh mal zu den Chinesen hin und zeig ihnen die Hachez Schokolade! Die ist doch viel besser! Lindt Schokolade schmeckt gar nicht gut im Vergleich.“ Ich konnte damals noch kein Chinesisch und wildfremden Touristen mit der Hachez Schokolade unter der Nase rumzuwedeln kam mir komisch vor, auch wenn sie wirklich ausgezeichnet schmeckt.

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Hachez Schokolade (dies ist keine Schleichwerbung!)

Der Chef ist auch da

Plötzlich sprach uns im Supermarkt ein Mann in perfektem Englisch an und fragte ob wir aus Deutschland kommen, er hätte den Online Shop des Supermarktes designt und sei gerade auf Inspektion, ob wir Verbesserungsvorschläge hätten. „Dunkle Hachez Schokolade.“, sagte ich ohne lange nachzudenken „Zartbitter.“, fügte ich hinzu. Kurz darauf bat er um ein Foto, wie hätte es auch anders kommen können und stellte uns seinem Chef vor, der auch auf Inspektion war. Uns wurde erklärt, dass er ein wichtiger Mann sei und viele Supermarktketten in ganz China besitzt. So kann man beim sehnsüchtigen Schokolade angucken in China wichtige Menschen treffen (und dabei lustige Fotos machen).

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Das wiederum gilt als Schleichwerbung… Verzeiht!

Jammer Jammer Jammer

Natürlich vermisse ich viele Dinge von zu Hause, nicht nur Essbares versteht sich, aber gerade das gewohnte Essen fehlt einem mit der Zeit sehr. Ich weiß, dass ich auf hohem Niveau jammere und ich bin mir bewusst, dass all das Verlangen nach Dingen nur entsteht, weil sie mir davor so selbstverständlich zur Verfügung standen, wie beispielsweise frische Milch, Brot oder Schokolade. Unsere Wohlstandsgesellschaft ist alles andere als selbstverständlich und dafür verzichte ich auch gerne auf die Dinge, die ich zuhause gerne esse. Lecker Essen gibt es auch hier, das steht außer Frage, nur eben nicht genau die Lebensmittel mit denen ich aufgewachsen bin.

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So sieht zum Beispiel mein Frühstück aus, improvisiertes Müsli mit Papaya und Grüntee. Es fehlt: Das Mohnbrötchen, ich liebe Mohnbrötchen!

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Oder Drachenfrucht, wenn es schnell gehen muss. 🙂

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Außerdem noch lecker: Warme Sojamilch und frischer Apfel Karotten Saft von BaoBao

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Heissi Maroni (wie man in der Schweiz sagt)

Es gibt sogar Esskastanien! Nur leider sind sie nicht angeschnitten und deshalb furchtbar schwer zu knacken. Lecker sind sie trotzdem und sie erinnern mich an nasskalte Wintertage zuhause und an das Gefühl, dass bald Weihnachten ist.

Miau Miau 瞄瞄

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Ich verabschiede mich nun mit einem kleinen Ausblick auf unsere Campus Katzen, die sich auf der Katzeninsel pudelwohl fühlen und viele kleine Baby Katzen großziehen. Man unkt sie würden eines Tages in Baozi 包子 (gefüllte Teigbällchen) landen auch wenn ich hoffe, dass ihnen dieses Schicksal erspart bleibt.

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Kuschelkatzen

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Bald kommt der Winter, ich ziehe mich warm an.

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Liebe Grüße in die Welt aus Shanghai! Bleibt gesund und munter!

Jori 🙂

Beijing craziness

Hello everyone and welcome to my blog!

Today I am trying my best to write an article in English. I have been living in Shanghai for more than one month now and I want to document the very first steps, interesting experiences and challenges on my way. To be honest, writing in English feels more like doing homework for school back in 2010, but here we go… 🙂 I want to write in English, so that my friends from all over the world can follow my adventure. Please feel free to correct my mistakes!

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In Shanghai everything is big! Look at this huge zebra crossing!

New city, new life

Over the past few years I have learned that having less expectations makes you experience more happiness, because when things turn out to be way better than you expected, you are overwhelmed by how good life is. That’s exactly the feeling I have right now! Although the excitement of the first few days is gone, because every day life routine and uni life have taken over, I am still happy and slightly overwhelmed by how good my life is at the moment.

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The Happy Jori 🙂

Making new friends

I am currently living on the Siping Campus of the Tongji University and making new friends seems to be easy, because most of the students who just moved in are new here as well and very happy to meet other students. Living in the hostel for foreign students is a blessing, because only two people share one room and we have a private bathroom, but it is also a curse, because we are separated from the Chinese students, who live in other buildings. When I leave the building, I see groups of students sitting in front of the hostel, talking in German, English or French. I pretend not to speak any of those languages, which might seem weird, but I have my reasons.

When you start making friends with people from your country, or people from other contries, you might feel connected because you share the same language, the same difficulties, the same humor, etc. but I want to feel lonely in the beginning. I want to have the feeling that I have to start from level zero. I want to use Chinglish (Chinese and English mixed together) and my body language to communicate with Chinese students, without being afraid of making mistakes. As long as you are communicating, you can only get better! Yes, I am a weirdo! Honestly, feeling lonely pushes me towards being more open, approaching people, asking for help, trying out new things and being independent.

D 班 The best class in Tongji

My classmates from the language course at the International School are wonderful by the way! The come from all over the world: Korea, Japan, Vietnam, Sudan, Yemen, France, Poland, Italy, Portugal, Ecuador, Germany, Greece, Madagascar, Togo and I really appreciate how nice everyone is. Most of the students are already fluent in Chinese and try to avoid using English in their conversations. That is really cool! We were once talking about how French has been influencing German and English in the past, or we discussed the political situation in Sudan. That was a challenge, but we do understand each other with some Chinglish and body language. I have to admit that I found a very good friend here in Shanghai attending the same class and we are exploring the city together.

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Catherine and me in the city center of Shanghai

The Golden Week

The third week of uni started with a vacation because of the National Holiday in China. Catherine and I decided to go to Beijing and spend some time in the capital, sightseeing, exploring and having fun. We were not the only ones having this idea. It felt like everyone in China was travelling during those days!

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We soon got used to a lot of people everywhere and it felt stupid to complain, because we were part of the crowd!

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We were not alone. Never. 🙂

Taking the train to Beijing

My Chinese teacher in Germany used to play a game with us about taking the train. We were singing: “开开开火车,我的火车就要开。” (I am taking the train, my train is about to take off.) and the class had to ask: “往哪儿开?” (Where are you going to?) The answer was one city from China, because every student had a paper in front with a name of a city. In my case I would answer: ”往北京开!” (I am going to Beijing.) This simple game was really fun and it is one of the best memories I have of my first semester at university. Everytime when someone did a mistake my teacher was clapping her hands, laughing and said: „You have to get of the train!“ In the end only two students were still playing and one of them won.

This might seem like a game for children, but isn’t everyone who is learning Chinese going back to primary one level? You have to start over, learn how to read and how to write and only by practicing every day you can reach a higher level.

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Taking the train is an experience

The high speed train from Shanghai to Beijing takes about 6 hours and is cheaper than taking the airplane. Smoking was not allowed, but we were still amazed about the differences of taking a train in Germany and in China. People are eating a lot during the trip: warm noodle soup, other meals, nuts and even other kind of snacks like chicken feet. That was new to us! I was also amazed about how a lot of people were watching series on high volume without wearing their headphones. I could follow at least 4 different TV series at once. That was challenging!

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Smoking is prohibited

School on Saturday and Sunday

We had one free week, but Saturday and Sunday were normal working days, where we had to attend class. That’s why I took my Chinese book with me and practiced some characters. Despite the noise  in the train, I tried to focus on my vocabularies and enjoyed the small baby mandarin.

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北京欢迎你! Welcome to Beijing!

The trip to Beijing was definitively worth it! Thanks to Baidu (the Chinese Google Maps) and the Subway plan we didn’t get lost and we spent some wonderful days in Beijing. Even though Beijing is the capital you can find smaller buildings, old traditional houses and beautiful parcs and lakes.

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Sightseeing was a challenge

We were never alone and sightseeing was not easy, because thousands (I really mean thousands) of other tourists wanted to visit the same places as we did. This picture is taken on the Tiananmen Square and afterwards we tried to get into the Forbidden City, but at 9 o‘ clock in the morning the 88.000 tickets for the whole day were already sold out.

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The Great Wall 长城

The day at the Great Wall was the best experience of our whole trip! So many friends did scare us and told us it would be horrible and totally crowded, but luckily we booked a tour at our hostel to visit a not so famous part of the Wall, where only adventurous tourists want to go to. It was AWESOME! Kind of like, you know, I don’t know.. well.. EXACTLY! We even reached a part of the wall, which has not been rebuild yet and we would have loved to continue walking there. Unfortunately our guide was waiting for us, so in the end we missed this original part of the wall. Nevertheless the view was great and the weather was really nice, too! I have been visiting the Great Wall in July and the sun was burning at that time. In October the sun was still there, but we also enjoyed some wind.

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We took a cable car to get up to the Wall and had a fantastic view

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Not only the view, but also the stairs were breathtaking!

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In 80 days around the world

On the Great Wall we met this wonderful young lady from the Netherlands who is part of the project „STORM Eindhoven“. A group of motivated students developed the world’s first electric touring motorcycels and travel around the world in 80 days. It was a pleasure to meet Michelle, who made all the way from the Netherlands to China. I loved listening to her sharings about her adventure. If you are interested in their project, please check out their website and Youtube Channel!

Ich glaub mich knutscht ein Drache

In German we have a saying: „Ich glaub mich knutscht ein Elch“ (I think an elk is kissing me) which means „I can’t believe it.“ In my case, I think a dragon is kissing me „Ich glaub mich knutscht ein Drache“ (this sounds weird in English) but I really can’t believe how good our trip to Beijing was. We walked a lot (up to 26 kilometers per day) we enjoyed some good food, visited beautiful places and even met some friends from Freiburg.

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好吃的饭!Tasty food!

In Beijing we were trying out a lot of different vegetarian restaurants or other places to eat. One evening we were having dumplings at a small restaurant and the menu was only in Chinese. A group of foreigners walked by and sat down, a few tables away from us. I expected them to know Chinese, but when one of them opened the menu I could clearly see by his stunned look that he didn’t understand a single word. I burst out into laughter, because he looked so helpless and funny at that moment. We offered our help to them and in the end Catherine was ordering food for 6 people, translating all the ingredients and different types of food. The group was really nice and they were very thankful for our help.

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Croissants

One morning we couldn’t resist the French bakery and got some real croissants. Catherine is French, but I have the tendency to forget about this fact, because her German is so good.

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Hmmmm….. C’est delicieux!

Not this not that 

The other day we were ordering Chinese pancakes with a lot of fresh vegetables and a mysterious brown (very tasty!) sauce: “我们想要两个薄饼,没有辣,没有香菜也没有肉。” (We would like to have two pancakes, not spicy, no Chinese parsley and no meat please.) When the lady repeated our order she was turning back to her colleague hissing in Chinese: “也不要!” (Not this, not that…) making fun of how picky we are. 🙂

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This was so tasty!

The Summer Palace 頤和園

We spent one whole day in the Summer Palace and enjoyed the nature. The big lake was beautiful, and all the trees made us feel at home. I really miss the nature of Switzerland and Germany from time to time. (To tell you the truth: I miss it every single day.)

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No black feet in the grass?!

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Photo Shooting

A lot of Chinese tourists wanted to take pictures with us that day. Most of them didn’t ask for our permission and this felt weird. While we were eating, or just sitting down to relax people were coming and taking selfies with us. Our strategy was to hide behind books.

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Look how beautiful the auntie is!

There were a lot of parents pointing at us saying to their children something like: „Go to see the auntie there, look at her skin, so white! Look how beautiful the auntie is. Go to her, we take a picture together!“ Most of the children were very shy and I guess they wondered why we were considered beautiful, because in their eyes we must look weird.

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Beauty standards

Children don’t know about beauty standards and sometimes small children even get scared when they see me. Maybe my long nose looks pretty scary to them? We frequently hear comments about our long noses (which is a compliment!) and about our white skin. It doesn’t matter how you look like, as long as you look like a foreigner you are considered beautiful and that makes me really sad. There are so many beautiful Asian women in this world and anyway… Isn’t beauty just a superficial measurement? Real beauty comes from the heart, not from the outside.

20161005_155132.jpgWe are a very good team! Team 包子 🙂

In Shanghai we like to visit the BaoBao shop frequently, because they make very tasty 包子 Baozi and you can sit outside with candle light. In Beijing we found this shop with a very nice lady selling the Baozi to us.

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She gave us one Baozi for free, because she wanted us to try out something new and asked us to come back the following day. We will definitively come back one day!

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I enjoyed the days travelling with Catherine and discovering a new city in China. Although we were a little bit scared in the beginning, we spent a wonderful time in Beijing!

                                              I am ready for new adventures!

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Greetings to all of you!

Jorinde 🙂