Shanghai Shanghai

Hallo zusammen! 🙂

Nach einem Jahr in China genieße ich seit ein paar Tagen die Ruhe zuhause, atme die frische Luft, lausche den Vögeln, esse Vollkornbrot, Salat und Äpfel und trinke frischen Kaffee mit Milch. Das Leben kann so einfach sein und so schön!

Hello everyone! 🙂

After one year in China I am now enjoying the quietness at home, breathe the fresh air, listen to the singing of the birds, eat healty bread, salad and apples and I drink freshly brewed coffe with milk. Life can be so simple and so beautiful!

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Durch Shanghai drehen

Dabei vermisse ich Shanghai, vermisse die lebendigen Straßen mit den lebensgefährlichen Bussen, die nur auf der Suche nach Fußgängern sind, welche sie umfahren können. Ich vermisse das hektische Treiben, das Chinesische Geplapper um mich herum, das Gefühl in Menschenmassen zu schwimmen. Ich vermisse die Melodie von Family Markt (tadadadadadadadadaaaa) und den Geruch frischer Baozi. Ich vermisse die Geräusche am frühen Morgen vom Klappern des leeren Müllwagens (bummbummbumm), den Straßenfegern (pfftpfftpfft), den Baustellen in der Stadt (tuschtuschtusch) bis zu den piependen Motorrädern (piupiupiu) und natürlich den „水还有水“ Mann, unser Wassermann im Wohnheim, der Wasser in Kanistern verkauft und es zu allen Tag- und Nachtzeiten in einem lauten Singsang anpreist.

Vor allem aber vermisse ich alle lieben Menschen, die mir in diesem Jahr über den Weg gehüpft sind und mir allesamt sehr ans Herz gewachsen sind. Nur die Sprache zu lernen, das klappt nie, denn man lernt sie ja nur durch Gespräche und Erfahrungen. Schön ist das und traurig zugleich, weil alle diese Menschen irgendwo auf der Welt verteilt leben!

Das Jahr an der Tongji Universität war farbenfroh, mit allen Farben die man sich vorstellen kann, ob trist und manchmal grau, ob blau und wunderschön, oh ich würde mich so gerne wieder durch Shanghai drehen…

Turning around in Shanghai

While enjoying all these things, I miss Shanghai, I miss the lively streets with the threatening busses that seem to be looking for pedestrians to roll over. I miss the hectic movement of people around me and the feeling of swimming in a crowd of people. I also miss the sound of Chinese chitchatting around me and the melody of Family Markt (tadadadadadadadadaaaa) and the smell of fresh Baozi. I miss the sounds early in the morning, from the rattling of the empty garbage trucks (bummbummbumm), the people cleaning the streets (pfftpfftpfft), the construction works (tuschtuschtusch) and of course the“水还有水“ man, our water man who came to the dormitories to sell water every second day.

Most of all I miss all the wonderful people, that I met during this one year and who became close friends. It never works to learn only the language, because you only learn a language through conversations and experiences. That is beautiful and at the same time sad, because all these people live somewhere on this earth.

This one year at the Tongji university was very colourful, with all the colours you can possibly imagine! Sometimes dull and grey, sometimes blue and wonderful, oh how I would love to turn around in Shanghai one more time…

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Ehrlich gesagt fühlte es sich oft so an als ob die Zeit im Schneckentempo vergehen würde, besonders während weniger interessanten Unterrichtsstunden…

To be honest it often felt like time was not passing at all, especially during not very interesting classes…

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Ich kam mit einer geballten Portion Motivation in China an und hatte ein tolles erstes Semester mit guten Lehrerinnen und einer außergewöhnlichen und sehr herzlichen D-班 Klasse. Durch wöchentliche Videos konnte ich meinen Fortschritt dokumentieren und fühlte, dass Chinesisch zwar eine große Herausforderung ist, man aber schnell besser wird und nicht mehr nur 听不懂 Bahnhof versteht!

I came to China with a lot of motivation and spent a great first semester with good teachers and extraordinary classmates in a very nice class D-班 . Every week I took a video to document my progress in speaking Chinese and I felt like Chines definitively was a challenge, but I also felt that you can improve very fast and then you do not only understand nothing 听不懂. 

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Das sind meine Kommilitonen vom ersten Semester 🙂 亲爱的同学们

Im zweiten Semester lies die Motivation merklich nach, oder wurde viel mehr von Langeweile und Überforderung aufgefressen. Das sah dann ungefähr so aus:

In the second semester my motivation was slowly vanishing. Boredom and the feeling that everything was too difficult made me feel more und more unmotivated, which kind of looked like this:

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Ich bin der festen Überzeugung, dass Langeweile ein Schlüssel zur Kreativität ist und so entstand aus einer spontanen Schnapsidee die Band „Shanghai Sisters“ mit einem großen Auftritt vor vielen neugierigen Kurz- und Langnasen. Das war toll und solche Momente möchte ich trotz aller Aufregung während den Vorbereitungen und Nervenkitzel hinter der Bühne nicht missen!

I am deeply convinved, that boredom is the key to creativity and that is one of the reasons why I had the spontaneous idea to found a band called „Shanghai Sisters“. Together with Katharina and Pinelopi we went on a big stage and had a performance in front of all the students. That was amazing and I certainly don´t want to miss those moments despite being nervous backstage and feeling the thrill on stage.

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In den letzten Monaten überschlugen sich die Ereignisse in China und der Zeit Tiger rannte mir so schnell davon, dass ich nicht einmal mehr Zeit hatte neue Blogartikel zu schreiben. Das wird jetzt aufgeholt, soweit der Plan!

During the last few months so many things were happening in China and the time tiger was running so fast, that I had a hard time to catch him and I didn´t even find the time to write new blog articles. This will change now, that´s the plan!

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Wie war es in China?“, fragt das Känguru. „Das ist eine verdammt gute Frage. Hast du 10 Minuten Zeit?“, sage ich. „10 Minuten? 10 Stuunden.“, sagt das Känguru und ich beginne zu erzählen, von den ersten Wochen in Shanghai mit drückender Hitze und Nächten in denen an Schlaf nicht zu denken war, weil die Stadt niemals schläft und immer irgendwo etwas bummbumm, pfftpfft, tuschtusch oder piupiu macht.

How was it in China?„, asks the kangaroo. „That´s a really good question. Do you have 10 minutes?„, I ask. „10 minutes? 10 houuurs.„, says the kangaroo and I start to tell about my very first few weeks in Shanghai with suffocating heat and nights where I could not even think of sleep, because the city never sleeps and there is always the sound of bummbumm, pfftpfft, tuschtusch or piupiu coming from somewhere.

Ich hole tief Luft und erzähle in einem Atemzug von meiner genialen D-班 Klasse an der Tongji Universität, mit Menschen aus aller Welt, deren Chinesisch so viel besser zu sein schien als meines und wie wir täglich mit Händen und Füßen in einem Mix aus Chinesisch und Englisch miteinander kommunizierten und dabei so viel Spaß hatten.

I am taking a deep breath and tell the kangaroo about my wonderful D-班 class at the Tongji university, with people from all over the world whose Chinese seemed to be so much better than mine and how we communicated every day with a mixture of Chinese and English, sometimes using our hands and feets to express what we wanted to say.

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                                                               快乐 D-班 🙂

Ich erzähle von der bleiernen Müdigkeit die mich in den Unterrichtspausen überkam, weil mein Kopf so erschöpft war und keine chinesischen Zeichen mehr verarbeiten konnte.

I share about how I felt totally exhausted and tired during the breaks in school and how my head felt so full that I couldn´t remember new Chinese characters.

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Ich erzähle vom Kampf mit den Schriftzeichen und all den Hausaufgaben und wie jeder Tag sich anfühlte als ob ich einen Chinesisch Marathon laufen müsste.

I tell him about the fight with the characters and all the homework he had to do and how every single day felt like running a Chinese marathon.

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Ich erzähle von meinen ersten Ausflügen in die Stadt, vom bunten Treiben der Straßen…

I share about my first trips to the city, about the lively streets crowded with people.

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… von kleinen Geschichten die mir über den Weg liefen und sprachlichen Missverständnissen, über die ich jetzt noch lachen muss. Die Schriftzeichen 人口 und 入口 sehen sich doch wirklich zum Verwechseln ähnlich, oder etwa nicht?

… and about small stories that happened on my way and the misunderstandings that happened while speaking Chinese. The characters 人口 and 入口 look so similar, don’t you think?

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Ich erzähle von einer durchtanzten Nacht auf einem Dach mit Blick über Shanghai…

I tell him about one night where we danced like crazy on a rooftop with a view over Shanghai…

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… und vom Winter, der langsam aber sicher kam und der nassen Kälte, die einem in die Knochen kriecht, weil es nirgendwo wirklich warm ist. Ich erzähle von dem Tag als endlich mein Wintermantel von zuhause ankam und ich nicht mehr im Schaflook mit vielen Schichten Kleider in den Unterricht gehen musste.

… and about the winter, that slowly but surely came and the wet coldness, that creeps inside your body and chills you to the marrow, because nowhere is a place where it is really warm. I talk about the day when my winter jacket finally arrived from home and I didn’t have to dress like a sheep anymore when I went to class in the morning with many layers of clothes.

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Ich erzähle von der ersten Reise nach Peking, ausgerechnet am Nationalfeiertag in der sogenannten goldenen Woche, wenn ganz China unterwegs ist. Am liebsten erinnere ich mich dabei wie ich auf auf einer nassen Treppe ausrutschte und auf meinem Allerwertesten holterdipolter eine große Treppe bei einer Metro Unterführung runter fiel

I tell him about the first travel to Beijing during the national holidays when whole China was travelling too. My best memory of this trip was when I slipped on the long staircase of a metro station and fell down several steps in a very elegant way…

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Ich schwärme von der großen Mauer und der Aussicht, vom Wind der einem dort um die Nase weht und von längst vergangen Tagen berichtet.

With excitement I talk about the Great Wall and the breathtaking view. I describe how the wind is blowing around your nose there is filled with the memories of the old times.

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Ich erzähle vom Sommerpalast und wie schön dieser See war, wie toll es sich angefühlt hat endlich wieder Wasser zu sehen und Bäume und Boote und wie bezaubernd das alles war trotz der vielen, vielen Menschen die unterwegs waren.

I describe how amazing the Summer Palace in Beijing is and how beautiful this lake was, how great it felt to see water and trees and boats and how fascinating all of this felt like, although there were a lot of people travelling.

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Und weil man beim Reisen die tollsten Geschichten erlebt, erzähle ich von Suzhou 苏州

And because you experience the best stories, I tell him about Suzhou 苏州

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… und dem Dänischen Bäckermeister, den ich dort traf.

… and the Danish master baker, who I met there.

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Ich erzähle von Hangzhou 杭州 

I tell him about Hangzhou 杭州

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… und zwei kalten Nächten im Zelt dort.

… and two cold nights in the tent there.

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Das Känguru ist mittlerweile eingeschlafen. Ich stupse es an, doch es rührt sich nicht.

Meanwhile the kangaroo has fallen asleep. I nudge it, but it doesn’t move.

Trotzdem erzähle ich weiter von Guilin

Nevertheless I continue sharing about Guilin…

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… und den fantastischen Landschaften die es dort gibt.

… and the fantastic landscapes you find there.

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Das Foto sollte eine Parodie auf die Damen sein, welche im Regen auf diesen rutschigen Steinen am Flussufer Stöckelschuhe trugen nur um auf den Fotos gut auszusehen.

This photo is ment to be a parody to all the ladies posing for photos, who came to this place wearing high heels although the ground was so slippery after the rain.

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Reisterasse bei Longjin rice terrace in Longjin

Das Känguru schnarcht, sein Kopf sinkt auf den Beutel.

Unbeirrbar erzähle ich weiter von der Katze, die wir an einem Abend in Shanghai mit vereinten Kräften mit einer komplizierten Seilkonstruktion von einem 7 Meter hohen Fenstersims gerettet haben, nachdem ein Deutscher mich ansprach: „Wie sagt man Katze retten auf Chinesisch?“. Das Känguru ist wieder aufgewacht. Katze retten? Wie was wer wo wann wie?“, fragt es mit aufgerissenen Augen und gähnt dann herzlich.

The kangaroo is snoring, his head is sinking down on his pouch.

Without hesitating I continue sharing the story about the cat, that we saved one evening in Shanghai, working together as a team and with help from fireworkers. After a German guy asked me: „How do you say saving a cat in Chinese?“ we constructed a rope construction to save the lost cat from the 7 meter high window sill. The kangaroo woke up again. Saving a cat? How when what why who what?„, it is asking with his eyes wide open and starts yawning.

Ich erzählte von anfänglich gescheiterten Tütensuppenkochversuchen in der Wohnheimsküche (es fehlte der Schneebesen), die sich später (mit Schneebesen) zu wahren kulinarischen Geschmackserlebnissen entwickelten…

I share about my attemps to cook instant soups from home in the kitchen of the dormitory and how I failed during that simple task (I didn´t have a wire whisk) and how those soups from home (with a wire wisk) turned out to be culinary delights…

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… und vom ersten frischen Salat mit Soße (und meiner unübersehbaren Begeisterung), von gelungenen und köstlich gefüllten Crêpes, von Gemüsepfannen, Vollkornbratlingen, Gemüse Curry und vom erfolgreichen Zubereiten von Kartoffelsalat für über 100 Leute beim Global Village.

… and of course I mention my very first fresh salad in Shanghai with dressing (and my obvious excitement), the French Crêpes, vegetable curry and how we successfully cooked potatoe salad for over 100 people during the Global Village.

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Dann geht mir die Puste aus und ich hole Luft. „Hast ja auch echt viel erzählt.“, sagt das Känguru. „Ist ja auch echt viel passiert.“, sage ich.  „Na das hat sich aber im letzten Artikel noch ganz anders angehört.“, sagt das Känguru und schiebt sich mit der Pfote eine Schnapspraline in den Mund. „Jetzt liest ja niemand mehr mit.“, sage ich. „Wer weiß.“, sagt das Känguru und rümpft seine Stupsnase. „Das werden wir ja noch sehen.“

Then I run out of steam and I take a deep breath. „You have shared a lot today.“, says the kangaroo. „A lot of things happened.“, I say. „Well, that sounded different in your last article with the title nothing.“, says the kangaroo, takes a Schnaps praline with his paws and throws it into his mouth. „No one is reading along here anymore.“, I say. „Who knows.“, says the kangaroo and wrinkels his button nose. „We will see.“

Tschüssikovsky! Bye bye!

Jori 🙂

4 Gedanken zu „Shanghai Shanghai

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