Leckt mich doch.

Warum wir Lecktücher für Einhörnchen brauchen

Hey Welt, wach mal auf! Die Anzahl der von STIs (sexuell übertragbare Krankheiten) betroffenen Menschen steigt weltweit und trotzdem sehe ich in aktuellen Aufklärungskampagnen immer nur die Aufforderungen Kondome zu benutzen. Ist ja auch wichtig, aber viel wichtiger wäre richtig aufzuklären, dass auch Vaginalsekret ansteckend ist und dass die Vulva aufgrund ihrer Schleimhaut gutes Angriffsgebiet ist für jegliche STIs.

Quelle: Twitter @lecktuch Aktionsgruppe Lecktuch

Man sollte selbstverständlich frei wählen können, ob man bei Oralsex verhütet oder nicht. Ich werde in diesem Artikel mehrmals das Wort Lecktuch in den Mund nehmen und weil ich es wichtig finde Tabus zu brechen, hier noch einmal zum Mitschreiben:

L-E-C-K-T-U-C-H !

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Foto: Christopher Ortmann

Quelle: Instagram, @wildflowersex

Im Juli 2018 wurde mir klar, dass es Zeit ist Lecktücher auf den Markt und vor allem in die Drogeriemärkte zu bringen. Leck was? Ja. Genau da liegt das Problem. Es ist ok (noch) nicht zu wissen was Lecktücher sind, aber es ist nicht ok, dass sie nicht genau so selbstverständlich in Supermärkten zu kaufen sind wie Kondome. Verhütung ist kein Pillepalle und deshalb setze ich mich für mehr Awareness für STIs und ja verdammt nochmal auch Lecktücher ein!

Danke Bierhelm-Brokkodil für deinen Twitter Post über das Einhornsche Lecktuchweltrettendilemma:

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Quelle: Twitter @sinuskurve

Schade, schade Marmelade!

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Quelle: Twitter @sinuskurve

Wusstest du, dass:

… Durex es schafft 10 Punkte für Sex „von Frau zu Frau“ aufzuzählen und in Punkt zwei schreibt: „Geh auf Nummer Sicher: die orale Übertragung von sexuell übertragbaren Erkrankungen (STIs) nimmt immer mehr zu, deshalb solltet Ihr ein Lecktuch (ein Viereck aus Latex) verwenden, um Euch zu schützen, es sei denn, Ihr habt Euch beide testen lassen.“ und trotzdem keine Lecktücher produziert?

… kein einziger großer Kondomhersteller in Deutschland Lecktücher im Sortiment hat?

… dass Lecktücher auch Dental Dams/Oral Dams Leckfetzn (Österreich) und Latextüchlein (Schweiz) genannt werden?

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Quelle Twitter: @sinuskurve

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Quelle Twitter: @sinuskurve

Übrigens kann man Lecktücher aus Kondomen selber machen kann, aber @sinuskurve sagt dazu sehr passend: „Ein Kondom muss sich ja auch niemand aus einem Handschuh zurechtschneiden.

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Quelle: Twitter @sinuskurve

Wir haben ein Problem, wenn:

… DAS hier fast genau so viel kostet wie 4 Lecktücher (12 Euro)

GanzkörperKondom

Quelle: Amazon „PARTY DISCOUNT Ganzkörper-Kondom, weiß Einheitsgröße

Wir haben auch ein Problem, wenn viele Menschen noch immer fragen: „Leck-Was?“

Eine Sexualpädagogin sagt: „Lecktücher brauchen erst einen Bewusstsein-Boost bevor sich das wohl wirtschaftlich rechnet. Bei meinen Seminaren mit Erwachsenen (ab ca. 25 Jahren) kennen das vorher eigentlich nur die lesbischen Frauen und Leute, die höheres STI-awareness mitbringen… aber dann sind sie meist ganz begeistert ob der Option!

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[24.07.2019] Lecktuch. Leck-Was?! Genau. Was soll das eigentlich sein? Ganz profan gesagt: Ein Lecktuch (oder auch Dental Dam) ist ein dünnes Tuch, welches in der Regel aus Latex besteht und während des Leckens über entsprechenden zu leckenden Bereich gelegt wird. Hmpf. Zu leckender Bereich? Könnte man ja auch einfach Vulva sagen. Nö. Könnte man nicht. . . Ein Lecktuch ist ein Verhütungsmittel zur Vorbeugung der Ansteckung mit sexuell übertragbaren Krankheiten (wie z.B. HPV, Hepatitis B, HIV). Und anders als viele meinen, ist es NICHT nur etwas für lesbischen* Sex. Fangen wir ganz einfach mal damit an, dass sowieso und überhaupt auch viele heterosexuelle Menschen ab und an mal an einer Vulva lecken (Cunnilingus). Manchen hier wird der Ausdruck „Rimming“ ein Begriff sein, andere tun sich da wohl leichter mit dem Wort „Arschlecken“ (Anilingus). Denn genauso wie sich Krankheiten von Vulva/Vagina über den Mund (oral) übertragen lassen, kann man sich mit ihnen auch über Anus/Darm infizieren. Ganz abgesehen davon ist man während des Anilingus zusätzlich weiteren Risiken durch eventuellen Kontakt mit Darmbakterien ausgesetzt. Und weder Cunnilingus noch Anilingus sind sexuelle Praktiken, die sich ausschließlich einer bestimmten Gruppe von Menschen zuordnen lassen, was bedeutet: Jede*r, der*die leckt, sollte auch wissen, was ein Lecktuch ist. . . [Unbezahlte Werbung] #lecktuch #dentaldam #safersex #sexpositive #sexualeducation #sexpositivefeminism . . ⬇️ WEITER IN DEN KOMMENTAREN ⬇️

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Quelle: Instagram @seinettdasistcool

Ich freue mich über die ganze Lecktuchdebatte (das Wort ist herrlich!) und hoffe, dass wir es zusammen schaffen #LecktuchInDieLäden zu einer Bewegung zu machen in der Lecktücher so selbstverständlich wie Kondome werden. Wie wollen wir das genau verändern? Wie kann man das Produkt frei verfügbar, bezahlbar, hipp und cool machen?

Ich habe bei der Firma Einhorn nachgefragt.

Das hier ist ein Auszug meiner Mails an die Einhörner im Juli und November 2018:

(…) Ich bin bei meinen Recherchen zur Verhütung beim Oralsex auf eine riesige Marktlücke gestoßen. Die sogenannten „Lecktücher“ oder auch „Dental Dams“ sind total unbekannt, wahnsinnig teuer und nur online zu kaufen. Das möchte ich ändern! Ich habe sofort an eure Firma gedacht und an all die kreativen Köpfe die dahinter stecken. „Liebestücher für Einhörnchen“, so ähnlich stelle ich mir das vor. „Lecktücher“, das will doch keiner kaufen!
Geschlechtskrankheiten sind auf dem Vormarsch, aber ich frage mich warum man so wenig dagegen tut. Gerade Frauen haben so ein großes Risiko sich allen möglichen scheiß einzufangen: Herpes, Chlamydien, HIV, Tripper, Syphilis, Hepatitis, etc. Ich habe Kontakt zu einigen Ärzten, die mein Buchprojekt unterstützen und alle sind sich einig, dass Prävention verdammt wichtig ist!
Ein geruchsneutrales Latextuch kann doch nicht so schwer zu produzieren sein, oder? Am liebsten würde ich diese Idee als Patent anmelden, aber es ist mir egal wer das produziert, Hauptsache es kommt auf den Markt und wird für alle erhältlich sein. Gerne würde ich an der Entstehung dieses Projektes teilhaben! Wir brauchen eine Verhütungsrevolution. Es kann doch nicht sein, dass Kondome es so weit geschafft haben und Frauen von oraler Verhütung meist nichts wissen. Ich kann übrigens fließend Dänisch und Chinesisch, falls ihr in anderen Ländern Einhörner vermarkten möchtet.
  1. Verhütung ist wichtig!

Orale Verhütung bei Frauen ist ein Thema, dass es noch nicht in die Öffentlichkeit geschafft hat. Mit einem Produkt wie den Liebestüchern für Einhörnchen gäbe es einen Anlass über orale Verhütung zu sprechen und dass sie genauso wichtig ist wie die Verhütung mit einem Kondom. Von Oralsex kann man zwar nicht schwanger werden, Herpes, HIV und Chlamydien möchte man ja aber auch nicht bekommen und leider verbreiten sich STIs verdammt schnell!

  1. Je einfacher, desto besser!

Ein Totschlag Argument ist, dass man ja ganz einfach aus einem Kondom ein Latex Quadrat schneiden kann. Dieses Argument hinkt. Ja, das kann man machen. Es setzt aber voraus, dass man die Coolness hat mit einer Schere ein Kondom aufzuschneiden, während der Partner/ die Partnerin ungeduldig wartet, oder man ein bereits präpariertes Latex Quadrat aus der Schublade zieht, dass labbelig und nicht einladend mit ausgefransten Rändern ist. Oder man kauft die Dinger teuer online, aber wer macht das schon?

  1. Es muss cool und neu sein!

Das habt ihr doch mit den Einhorn Kondomen geschafft! Sie sind cool, vegan, praktisch und einfach neu! Das könnt ihr doch auch mit Liebestüchern schaffen. Ihr habt bereits eine große Zielgruppe erobert, der Markt für Liebestücher ist nicht so überflutet wie der Markt für Kondome. Es wäre eine riesige Neuheit und eine Marktlücke.

  1. Viva la vulva ist eine Bewegung die gerade erst anfängt!

Wenn man über orale Verhütung bei Frauen redet, muss man auch über Oralsex reden. Ich glaube, dass es endlich so weit ist und die dritte Welle der Frauenbewegung in vollem Gange ist. Es ist Zeit für eine Veränderung! #FemalePleasure der neue Film von Barbara Miller wird meiner Meinung nach weltweiten Erfolg haben, weil er uns alle angeht! Eine Französin bringt das erste Buch über weibliche Masturbation raus, OMGyes.com hat weltweit Erfolg und bricht ein riesiges Tabu! 2018 ist das Jahr der Klitoris alias das geflügelte Einhörnchen. Am 11. November trete ich mit diesem Wake-Up Comedy Programm auf.

  1. Kohle machen und dabei etwas Gutes tun!

Ich glaube fest an diese Idee und dass es sich lohnt sie ernst zu nehmen. Es sollte selbstverständlich sein über orale Verhütung bei der Frau Bescheid zu wissen und sie zu praktizieren, wenn man das möchte.

In diesem Sinne #LecktuchInDieLäden! Sei mit dabei!

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Foto: Christopher Ortmann

Bald gibt es mehr Infos und eine Petition von @sinuskurve und ihrer Freundin Svea, die sich mit dem „Sorry… wir sind mal kurz die Welt retten“ nicht zufrieden gegeben hat.
Leckt mich doch, aber bitte mit Lecktuch. Danke.
Aber nicht die billigen!“, ruft das Känguru. „Bei Lidl sind die Arbeitsbedingungen unter aller!“
Ratzupaltuff.

„Jungfernhäutchen Rekonstruktionen“ oder: Kohle machen mit der Angst

„Zu lange Schamlippen? Zerrissenes Jungfernhäutchen? Vaginale Verjüngung?“ Wer anfängt danach zu suchen, landet nicht bei Websiten die aufklären, über Körpervielfalt informieren und Mythen abschaffen, sondern bei Ärzt*innen, die mit diesen Ängsten und Mythen Geld machen. Herzlich willkommen in der Intimchirurgie, der wilde Westen der Medizin. Irgendwie darf hier jede*r machen was man will und man braucht dafür nicht einmal einen Facharzt in plastischer Chirurgie. „Ich habe mal was mit Ohren gemacht, jetzt operiere ich halt Vulven.“ Alles ist möglich. Schon 2017 warnen Ärzte vor dem neuen Trend der „Labioplastik“ in Deutschland auch schamlos „Schamlippenkorrektur“ genannt. („Labioplastik: Gynäkologen warnen vor neuem Trend“ 06.02.2017)

Hilde Atalanta hat ihr Kunstprojekt „The Vulva Gallery“ gestartet um ein Zeichen gegen die boomende Intimchirurgie zu setzen. Sie sammelt Geschichten von Frauen, die ihre Vulva malen lassen:

Die Intimchirurgie ist ein boomender Teil der ästhetischen Chirurgie, verkauft und vermarktet wird das alles mit dem Recht auf Selbstbestimmung des Körpers und mit einem Versprechen das sexuelle Empfinden der Frauen zu verbessern. Außen vorgelassen werden die psychischen Probleme der Patientinnen, der unglaubliche Leidensdruck, der durch „Idealbilder“ aus Medien und Pornos entsteht und vor allem die fehlende Garantie auf eine Operation ohne langfristige und irreparable Schäden. Es ist pervers und es ist meiner Meinung nach höchst kriminell und es steckt verdammt viel Geld dahinter. Mehr dazu in diesem lesenswerten Artikel von Susanne Donner: „Genitalverstümmelung oder Schönheits-Op. Legal beschnitten“

„Weil die ästhetische Praktik erlaubt und die traditionalistische Variante geächtet oder verboten ist, besteht die große Gefahr, dass sich die Genitalverstümmelung unter dem Deckmantel der Ästhetik ausbreitet.“, sagt die Schweizer Soziologin Dina Bader. (Der Tagesspiegel, 04.10.2018)

Ich kritisiere nicht die Frauen, die sich für eine Intim-Operation entscheiden. Ich richte meine Kritik an Ärzt*innen, die Werbung machen und von „zu langen Schamlippen“ sprechen und „Hymenrekonstruktionen“ etc. Jeder Mensch hat ein Recht auf Aufklärung vor einer Operation und die Intimchirurg*innen haben kein Interesse über Körpervielfalt, über Variationen der vaginalen Korona, oder über Vulvalippen sexpositiv aufzuklären. Das macht mich traurig und es macht mich auch wahnsinnig wütend! Es kann nicht sein, dass mit medizinisch falschen Informationen wie „Hymen durch Tampon kaputt? Wir helfen!“ geworben wird, oder versprochen wird durch eine Operation ein „normales“ Aussehen von „Schamlippen“ zu bekommen, oder zu behaupten, dass „Vagina-Straffung“ und „G-Punkt spritzen“ eine medizinische Rechtfertigung habe.

Viele Frauen haben einen großen Leidensdruck gerade wenn es um „Schamlippenoperationen“ geht. Ich nehme diese Sorgen und Ängste sehr ernst. Alle Berichte/Dokumentationen, die ich zu diesem Thema gelesen und gesehen habe zeigen mir, dass es sehr oft an Aufklärung mangelt und den Patientinnen auch anders hätte geholfen werden können.  In England kam es zu einem von der NHS (National Health Service) dokumentierten Anstieg an Labioplastik bei 9-Jährigen. Wie erklärt man das? Und wie erklärt man, dass eine 13-Jährige in Deutschland an ihrer Vulva operiert werden darf, weil sie sonst (laut dem behandelden Arzt) eine sexuelle Störung bekommen hätte. Das sind Fragen, die mich beschäftigen und die allein mit dem Argument der Selbstbestimmung nicht beantwortet werden können. Ich habe Frauen überhaupt nicht in ihre Entscheidungen reinzureden, aber ich möchte ein Bewusstsein für Alternativen schaffen. Wenn man sich für das Aussehen der eigenen Vulva schämt und sich hässlich findet, sollte man nicht sofort bei den Menschen landen, die damit Geld machen. Vieles geht auch schief: Infektionen, Vernarbungen, Taubheit. Intimchirurg*in kann sich jede*r Ärzt*in nennen und es gibt keine Operationsstandards. Die ganze Branche gibt es erst seit den 2000er Jahren und vieles hängt zusammen mit „Idealbildern“ aus Pornos. Aber was ist das Ideal? Eine Vulva eines vorpubertären Mädchens ohne sichtbare innere Vulvalippen. Darüber müssen wir reden.

Sucht man „Schamlippenkorrektur“ bei Youtube findet man dieses Video, das über 294.000 Aufrufe hat: „Schamlippenkorrektur Erfahrungsbericht: OP-Tag der Intim-Operation, innere Schamlippen verkleinern“ Das Video hat mich stutzig gemacht. Nicht nur, dass hier offensichtlich Werbung gemacht wird, sondern auch wie hier Werbung gemacht wird. Wer ist diese junge Frau? Eine Patientin? Eine Schauspielerin? Als Zuschauer*in bekommt man das Gefühl mit in den OP genommen zu werden. Echt oder ein Fake?

Auf Instagram kommt es unter einem Post von @pia_profamilia zu einer interessanten Diskussion mit Dr. Günther. Was so eine „Schamlippenkorrektur“ kostet beantwortet er fachmännisch in einem Interview: „Irgendwo zwischen 1.700 und 400.000 Euro ist alles möglich.“ (3:35) Zitat von Dr. Günther aus dem Video: „Schamlippenkorrektur 10 Fragen an Dr. Stephan Günther MOOCI

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Quelle: Instagram Post @pia_profamilia (28.06.2019)

Es folgt ein spannendes Gespräch auf der öffentlichen Instagram Seite von @pia_profamilia über das sogenannte Jungfernhäutchen, über „Hymenrekonstruktionen“, über Milchmädchenrechnungen und warum man (nur ne Meinung) einfach mal die Klappe halten soll:

dr.guenther_aesthetix @jorindeundjoringelundsoweiter

Wenn man keine Ahnung hat (nur ne Meinung) einfach mal Klappe halten 😉

jorindeundjoringelundsoweiter @dr.guenther_aesthetix

Über was möchten Sie diskutieren? Das Video oder Beleidigungen?

dr.guenther_aesthetix @jorindeundjoringelundsoweiter

Gerne über falsche Beschuldigungen?!

jorindeundjoringelundsoweiter @dr.guenther_aesthetix

Sehr gerne! Ist es falsch, dass Lisa (Ihre Praxisangestellt) im Youtube Video „Schamlippenkorrektur Erfahrungsbericht“ vom 20.06.2018 eine Patientin spielt?

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Quelle: Instagram Account @dr.guenther_aesthetix

dr.guenther_aesthetix @jorindeundjoringelundsoweiter

Sie spielt nicht, sie ist tatsächlich eine Patientin, die die Op gemacht hat. Dass sie auch bei mir arbeitet hat niemand bestritten.

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Quelle: Instagram Acount @jorindeundjoringelundsoweiter

jorindeundjoringelundsoweiter @dr.guenther_aesthetix

Tolle Art der Werbung! Total authentisch! Das konnte ich natürlich nicht wissen. Es sieht einfach sehr schlecht geschauspielert aus. Sie operieren also Ihre eigenen Praxisangestellten?

dr.guenther_aesthetix @jorindeundjoringelundsoweiter

Schon gut, aber erst mal was unterstellen, gell? Ich operiere Frauen, die das benötigen … und ob sie das benötigen entscheiden Frauen selbst, sonst keiner. Dabei ist es total egal, ob sie bei mir arbeiten oder nicht 🙂 👍

jorindeundjoringelundsoweiter @dr.guenther_aesthetix

Na dann ist ja gut.

dr.guenther_aesthetix @jorindeundjoringelundsoweiter

Übrigens zu Ihrem Jungfernhäutchen-Mythos: Wir kennen einige Damen, die getötet wurden, weil sie in der Hochzeitsnacht nicht geblutet haben. Vielleicht sollten Sie Ihren Fokus auf die Frauen lenken, die Hilfe benötigen und denen großes Übel droht, statt über die Ärzte aufzuregen, die den Frauen helfen. Selbstverständlich ist das aber auch nicht kostenlos.

jorindeundjoringelundsoweiter @dr.guenther_aesthetix

Danke darüber habe ich mir Gedanken gemacht und das Problem nehme ich sehr ernst! Ich weiß nicht, ob Sie die Petition überhaupt gelesen haben und ob Sie Hilfsorganisationen wie Balance e.V. kennen. Ich bin nicht gegen Operationen, wenn Aufklärungsarbeit und psychologische Unterstützung den betroffenen Frauen nicht helfen und sie auf einer op bestehen. Diese Operationen sollen dann im Ausnahmefall aber staatlich finanziert sein und nicht eine zusätzliche finanzielle Belastung für Frauen darstellen.

martazamira @dr.guenther_aesthetix

Also dazu habe ich einige Fragen… woher kennen Sie diese Frauen? Haben Sie sie erst nach ihrem Tod kennengelernt? Davor hätten Sie ihnen ja „helfen“ können, wie sie selbst sagen… wie aber hätte diese Hilfe ausgesehen? Sie hätten sie für viel Geld so operiert, dass eine unnatürliche Reaktion entsteht, wenn sie Sex haben, damit Menschen, die an diese unnatürliche Reaktion glauben, die besagten Frauen nicht töten?! Merke Sie selbst, ne?

dr.guenther_aesthetix @martazamira

Würde Sie persönlich denn eine unnatürliche Reaktion vorziehen oder lieber tot sein? Eine hat sich gegen die OP entschieden, eine andere erschien nicht zum OP-Termin. Von ihrer Schwester erfuhr ich dann, dass sie ins Ausland gebracht wurde und nicht mehr zurück kam …

jorindeundjoringelundsoweiter @dr.guenther_aesthetix

Das ist sehr traurig und genau wegen solchen Fällen setze ich mich für mehr Aufklärung zu dem Thema ein. Ich persönlich ziehe medizinische Versorgung vor, die in diesem Härtefall kostenlos ist und vor allem psychologische Unterstützung. Eine Operation alleine ist keine Sicherheit, da die zusammen genähten Schleimhautfalten nicht immer bluten. Möchten Sie medizinische Studien dazu lesen, oder haben Sie sonst noch offene Fragen?

martazamira @dr.guenther_aesthetix

Ich glaube ich würde vorziehen, dass mir ein Außenstehender der jedoch von meiner Lage weiß hilft, indem er mir Menschen und Organisationen an die Hand gibt… wenn für diese Frauen Lebensgefahr besteht finde ich es unglaublich, dass Sie auch noch Geld für Ihre „Hilfe“ verlangen und niemanden informiert haben. Das ist unterlassene Hilfeleistung!

dr.guenther_aesthetix @martazamira

Und schon wieder unqualifizierte Vorwürfe und Unterstellungen … Glauben Sie, dass der Arzt, der die lebensrettende Herz-OP macht, das für umsonst macht? Vielleicht denken Sie zuerst mal nach, bevor Sie sowas absondern!

jorindeundjoringelundsoweiter @dr.guenther_aesthetix

Glauben Sie, dass wir eine Krankenversicherung haben in Deutschland? Was hat denn das mit glauben zu tun? Schönheitsoperationen zählen nicht zu Kassenleistungen. „Hymenrekonstruktionen“ sind aber keine Schönheitsoperationen, sondern fallen dadurch, dass es medizinisch keine Rechtfertigung gibt und an Genitalien operiert wird unter die Kategorie weibliche Genitalverstümmelung. Nachdenken hilft.

dr.guenther_aesthetix @jorindeundjoringelundsoweiter

Oh mann, sie arme Seele … Glauben Sie was sie wollen. Keiner Frau ist damit geholfen!

just_another_lost_hippie @dr.guenther_aesthetix

Setzen Sie sich denn dafür ein, dass Hymenalrekonstruktionen Kassenleistungen werden, damit Sie noch leichter Leben retten können? Ich glaube kaum, denn dann dürften Sie die Preise nicht selbst festlegen! Wenn Sie der Wohltäter wären für den Sie sich halten müssten Sie die OP ja zum niedrigst möglichen Preis anbieten, der nur ein geringeres Honorar für Sie selbst zulässt und alle Materialkosten deckt. Tun Sie das?

jorindeundjoringelundsoweiter @just_another_lost_hippie

Danke! Genau das macht (fpz) Balance e.V. Wenn nach einer Beratung und Aufklärung die Betroffene auf einer Operation besteht (körperlich gibt es trotzdem keine Garantie für Blut…) dann wird eine Operation angeboten, deren Kosten den Arbeitsaufwand deckt ohne Profit zu machen.

jorindeundjoringelundsoweiter @hamseeeneananas

Es gibt dazu eine medizinische Studie, die beweist, dass selbst nach einer Operation nur wenige Frauen bluten. Das ist ja immer noch Schleimhaut und Schleimhaut ist flexibel. Was fehlt sind flächendeckende Studien, welche „Hymenrekonstruktionen“ analysieren und auswerten. Fest steht jedoch, dass niemand eine Blutung versprechen kann, deshalb sind diese Operationen auch keine „sichere“ Variante für betroffene Frauen.

just_another_lost_hippie @dr.guenther_aesthetix

Diesen Mythos aufzuklären ist das einzig legitime, Ihre „Hilfe“ sorgt lediglich dafür, dass der Mythos aufrecht erhalten bleibt.

dr.guenther_aesthetix @just_another_lost_hippie

Darüber sollten sie noch mal nachdenken … das ist sehr kurzfristig gedacht. Ihre Milchmädchenrechnung geht aber nicht auf! Die Frauen sind allesamt sehr aufgeklärt, nicht weniger als Sie! Ich habe so das Gefühl, sie haben keinerlei Qualifikation auf dem Gebiet … nur eine Meinung, die sie sich selbst aus ihrem Internetwissen zusammengereimt habe … Schade! Wenn Sie wirklich etwas für diese Menschen tun wollen: Bilden Sie sich selbst erst mal, statt schlaue Phrasen zu dreschen, hinter denen keine Substanz steckt 😉

jorindeundjoringelundsoweiter @dr.guenther_aesthetix

Es ist sehr kurzsichtig gedacht Operationen an Schleimhautfalten als „Rekonstruktion“ zu verkaufen. Es ist sehr kurzsichtig gedacht Frauen nicht über ihre eigene Anatomie aufzuklären (die Zeichnungen, die momentan in der Medizin existieren haben wenig mit der Realität zu tun und zeigen meist anatomische Ausnahmefälle) und vor allem keine Unterstützung anzubieten. Eine Operation ist keine Sicherheit und deshalb brauchen wir Aufklärung und Hilfsangebot und im Härtefall Ärzt*innen die operieren, ohne damit Geld zu machen.

Anmerkung:

Der Austausch mit Herrn Dr. Günther endete mit der Aufforderung ich solle ihm gerne medizinische Studien zum Thema Hymen und „Hymenrekonstruktion“ schicken. Daraufhin wurde ich blockiert. Erst ne große Klappe haben, keine guten Argumente, sexistische Sprüche ablassen und dann blockieren. Nicht mir mir Freundchen, nicht mit mir! Verarschen kann ich mich selber. Ratzupaltuff.