Uni Freiburg WAS GEHT?

Femizide sind kein Spaß. Die Universität Freiburg sieht das anders. Sie laden einen Kleinkünstler ein, der in seinem Lied über seine Freundin in der Tiefkühltruhe munter einen Femizid besingt. Nur zum Spaß, versteht sich! Der erste Preis des Kleinkunstpreises ging letztes Jahr auch nur zum Spaß an einen Kleinkünstler, der eine Vergewaltigung verherrlicht:

SelfieBühneKleinkunstpreis

Foto: SWFR Freiburg

(Titel: Schnelles Liebeslied – von Florian Wagner)

„Das ist ein schnelles Liebeslied, nicht so langsam wie die andern.

Ein schnelles Liebeslied und lässt du mich nicht ran dann,

singe ich so lang bis du nicht mehr so rumzickst und endlich mit mir… (fickst) tanzt.

Bist ne super süße Maus und jetzt zieh dich endlich aus.

Und lässt du mich nicht ran, dann singe ich so lang,

dass du heute nicht mehr schläfst und mir endlich einen… (bläst) Tanz beibringst.“

Alles nur Spaß, keine Sorge, immer schön locker bleiben!

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Update aus der Petition gegen Femizide von @savexx_ger "Weshalb wende ich mich heute damit an Sie, den Rektor der Universität Freiburg? Weil Sie einen Preis (3) ausloben: Einen Preis, der im worst case einem angehenden Politikwissenschaftler zu Gute kommt, der das brutale Töten von Frauen in unerträglicher Form veralbert. (4) Vergangenen Donnerstag erst hat sich eine große Mehrheit der EU-Parlamentarier*innen in einer gemeinsamen Resolution dafür ausgesprochen, dass die Istanbul-Konvention innerhalb der Mitgliedsstaaten schnellstmöglich umgesetzt wird. Als Rektor der Universität Freiburg verantworten Sie eine strukturelle Säule unserer Gesellschaft. Daher richte ich folgende, dringende Bitte an Sie: Unterbinden Sie, dass misogynes Besitzdenken und das Multiplizieren von Schuldumkehr unter dem irreführenden Siegel „Kleinkunst“ als gesellschaftsfähig inszeniert und ggf. auch noch belohnt werden kann." #KeineMehr #PasUneDePlus #schweigenbrechen #Femizid

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Blöd nur, dass der Auftritt ausgerechnet in den 16 Tagen gegen Gewalt an Frauen stattfindet. Traurig auch, dass wir heute am 30. November 2019 seit Jahresbeginn 158 Morde an Frauen zählen in Deutschland. Man nennt das Femizid.

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Jeden Tag versucht in Deutschland ein Mann seine Ex- oder Partnerin zu töten. Jeden dritten Tag gelingt das. Wir zählen in Deutschland seit Jahresbeginn 158 Morde an Frauen, weil sie Frauen sind. Man nennt es Femizid = Frauenmord. Es ist bezeichnend, dass die Universität Freiburg in den 16 Tagen gegen Gewalt an Frauen einem Kleinkünstler eine Bühne bietet, der Pointen über Femizide macht. Kitzbühl: Mann tötet Expartnerin, Mutter, Vater und Bruder der Frau. Femizide sind kein Spaß, sie sind Realität, nicht nur in anderen Ländern. Sie sollten sich schämen! HOW DARE YOU? @savexx_ger @frauenvolksbegehren @nicole.schoen #orangetheworld #stopfemicide #KeineMehr #PasUneDePlus #KeineGewaltanFrauen #SchweigenBrechen

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Über 71.800 Unterstützer*innen setzen sich bereits bei change.org gegen Femizide ein: Stoppt das Töten von Frauen #saveXX In einem offenen Brief an den Rektor der Universität Freiburg schreibt die Petentin Prof. Dr. Kristina Wolff:

30. NOV. 2019 — 

Liebe Unterstützer*innen, liebe Multiplikator*innen, liebe Verbesserer*innen,

am morgigen 1. Advent soll in Freiburg der jährliche Kleinkunstpreis ausgelobt werden „Der vom Vorderhaus, dem Studierendenwerk Freiburg und der Universität Freiburg 2014 ins Leben gerufene Preis bietet studentischen Künstlerinnen und Künstlern aus dem Kleinkunstbereich die Möglichkeit, sich im Wettbewerb mit ihrem Können zu profilieren.“

In Bezug auf den zuerst gelisteten Teilnehmer Alex Döring habe ich den Rektor der Universität Freiburg gebeten, umgehend zu intervenieren – tut es/tun Sie‘s mir gerne gleich:

„Sehr geehrter Herr Professor Schiewer,

27.11.2019 † in Heidelberg (♀ 58 Jahre), vom Sohn erstochen

26.11.2019 † in Waldbröl (♀ 28 Jahre), vom Ehemann erstochen

26.11.2019 † in Berlin (♀ 28 Jahre), vom Freund erstochen

25.11.2019 † in Essen (♀ 72 Jahre), vom Ehemann erstickt

23.11.2019 † in Mörfelden-Waldorf (♀ 57 Jahre), vom Ex-Partner erschossen

21.11.2019 † in Aachen (♀ 89 Jahre) ….

Das ist ein Auszug aktueller, deutscher Geschichte.

Ebenso, wie die Ratifizierung des Übereinkommens des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt, der sog. Istanbul-Konvention durch die Bundesregierung in 2017 (1). Obwohl dieses, völkerrechtlich bindende Abkommen bereits seit 01.02.2018 in Kraft getreten ist, dokumentiere ich im aktuellen Jahr 2019 bereits (mindestens!) 158 Femizide (2).

Weshalb wende ich mich heute damit an Sie, den Rektor der Universität Freiburg?

Weil Sie einen Preis (3) ausloben: Einen Preis, der im worst case einem angehenden Politikwissenschaftler zu Gute kommt, der das brutale Töten von Frauen in unerträglicher Form veralbert. (4)

Vergangenen Donnerstag erst hat sich eine große Mehrheit der EU-Parlamentarier*innen in einer gemeinsamen Resolution dafür ausgesprochen, dass die Istanbul-Konvention innerhalb der Mitgliedsstaaten schnellstmöglich umgesetzt wird.

Als Rektor der Universität Freiburg verantworten Sie eine strukturelle Säule unserer Gesellschaft. Daher richte ich folgende, dringende Bitte an Sie: Unterbinden Sie, dass misogynes Besitzdenken und das Multiplizieren von Schuldumkehr unter dem irreführenden Siegel „Kleinkunst“ als gesellschaftsfähig inszeniert und ggf. auch noch belohnt werden kann.

(1) https://rm.coe.int/1680462535

(2) https://www.change.org/saveXX

(3) https://www.swfr.de/veranstaltungen/kultur/kleinkunst/

(4) https://www.youtube.com/watch?v=NaWOqVl44EE

Mit freundlichem Gruß“

DANKE FÜR SUPPORT!

Ihnen/ Euch allen einen schönen und vor allem sicheren ersten Advent!

(„AUS GEGEBENEM ANLASS IV – action required!„, Prof. Dr. Kristina Wolff, 30.11.2019)

AUS GEGEBENEM ANLASS IV – action required!

 

Das wird man doch noch sagen dürfen! Kunstfreiheit!

Genau, das kann Mann, offensichtlich auch im Fernsehen noch sagen, der Kleinkünstler ist deutschlandweit gefragt. Beim diesjährigen Freiburger Kleinkunstpreis tritt also genau so wie letztes Jahr auch ein weiterer bekannter, professioneller Kleinkünstler auf. Hat das eigentlich System? Und noch viel wichtiger:

Wird er das Lied singen? Wenn ja warum unterstützt die Universität diesen Künstler und gibt ihm eine Bühne? WARUM?

Preisvergabe

Foto: Max Erb

Herzlichen Glückwunsch übrigens, dass dieses Jahr wieder eine einzige Frau am Wettbewerb teilnehmen darf. Das wird ein toller Abend!

Das Finale des Freiburger Kleinkunstpreises für Studierende ist am Sonntag, 1. Dezember, im Vorderhaus, Habsburgerstraße 9. Um den Titel konkurrieren Alex Döring (siehe Foto; Musikkabarett und Comedy), Larissa Kastner (Ukulele at its best!), Lukas Mak (Musik-Kabarett), Die Kehlköpfe (A-Cappella-Musik-Kabarett) und Hani Who (Stand Up Comedy). Karten gibt es für 5 Euro unter http://www.bz-ticket.de und bei den BZ-Geschäftsstellen, Tel. 0761/ 496-8888 sowie an der Abendkasse. („Kleinkunstpreis für Studierende im Vorderhaus Freiburg“, Badische Zeitung, 29.11.2019)

 

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