#Lindemann Lyrisches Ich am Arsch

Der KiWi Verlag veröffentlichte das Gedicht des *hust* „Poeten“ Till Lindemann in dem eine Vergewaltigung einer Person unter K.o. Tropfen verherrlicht wird. Hier ist der originale Text, ihm wurde bereits genug Plattform geboten, daher verlinke ich den Text nur.

Lorenz Meier schrieb am 2. April 2020 auf Facebook folgende Zeilen und trat damit eine breite Diskussion des Themas los:

Lieber Verlag Kiepenheuer & Witsch,
ich frage mich, wie man drauf sein muss, dass man diese in Pseudo-Lyrik gegossene Vergewaltigungsfantasien eines widerlichen Provozier-Primitivlings ins Programm nimmt.

Und nein, lügt uns jetzt nichts in gestelzten Worten was vor von der „Kunstfreiheit“ und dem „grundgesetzlich garantierten Recht auf freien künstlerischen Ausdruck“. Darum geht es Euch nicht!

Ihr wollt einfach nur Kasse machen mit dem berühmten Namen des Rammstein-Sängers. Und da ist Euch anscheinend jedes Mittel Recht. Sogar, dass Ihr den guten Ruf Eures Verlags mit dieser frauenfeindlichen, gewaltverherrlichenden und sexistischen Kackscheiße besudelt.

Und klar: Wahrscheinlich habt Ihr schlauen Verlagsstrategen die Empörung schon mit eingepreist und wertet sie als „positive Aufmerksamkeit“ oder „kostenlose Werbung“. Möget Ihr Euch verrechnet haben.

Mit unfreundlichen Grüßen
LM

Auf Kritik an dem Inhalt des Gedichts „Wenn du schläfst“ von Till Lindemann fand der KiWi Verlag kein besseres Argument als: Mensch seid ihr alle doof, wisst ihr denn nicht, dass der Autor und das lyrische Ich nicht eins sind?

(Quelle: Twitter @KiWi_Verlag)

Thema verfehlt.

(Quelle: Twitter @jorinde_wiese)

LyrischesIch

Lyrisches Ich am Arsch. Wissen Sie ich bin nicht dumm. Im Gegensatz zu den Lindemanns, Wagners und Dörings dieser Welt verstehe ich, dass das „lyrische Ich“ kein Freifahrtschein für die Verherrlichung von Gewalt ist, für Rassismus/Antisemitismus/Trans- und Homofeindlichkeit. Ich verstehe im Gegensatz zu den Herren, dass die Kunst frei ist und das auch bleibt. Sie alle dürfen ihre Inhalt ja erfolgreich veröffentlichen. Ich verstehe darüber hinaus, dass es ein wichtiger Bestandteil von Kunstfreiheit ist sie dafür zu nutzen um Missstände anzuprangern und Kritik an herrschenden Machtverhältnissen zu üben. Und Kunstkritik gehört zur Kunst dazu.

Ich bin nicht so naiv und setze das „lyrische Ich“ mit dem Autor gleich. Nur befreit es den Autor ja nicht davor sich Kritik zu stellen, wenn er Texte schreibt in denen Gewalt verherrlicht wird und in denen sein ach so tolles „lyrisches Ich“ noch nicht mal Abstand davon nimmt und es in diesen Texten keinen erkenntlichen Bruch gibt, es keine Satire ist und kein schwarzer Humor. Wenn all diese Dinge nicht erfüllt sind, dann ist es ganz einfach eine Beschreibung von einer Vergewaltigung/Femizid mit Reimen und Zeilenumbrüchen. Herzlichen Glückwunsch die Herren Lindemann, Wagner und Döring. Mann nennt es (noch) Kunst bzw. K(l)einkunst was Sie da fabrizieren. Wie lange noch?

Gabriele-Sabrina Bichler schreibt öffentlich auf Facebook: „Vergewaltigung ist keine Fantasie, sie ist keine Kunst. Vergewaltigung ist Gewalt. Vergewaltigung ist real. K.o. Tropfen sind eine der gefährlichsten Substanzen, sie führen zu Muskellähmung und Atemnot, sie sind tödlich. Punkt. Ende der Diskussion. Nein, nicht wir verwechseln den fiktionalen Sprecher mit dem Autor, ihr verwechselt Kunst mit Gewalt! Ich gehe jetzt erst mal kotzen. Dazu war ich übrigens damals nicht mehr fähig, als man mir K.o. Tropfen gab. Meine Freundinnen haben mich nach Hause gebracht. Gottseidank.

(Quelle: Twitter @HatinJuce)

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My first time on a stage with a microphone in my hands… gosh, was I nervous! Even though I'm not entirely happy with my speech, I'm still proud that I had the courage to go on the stage and talk about topics that are so important – topics like sexual violence, the shortcomings of the law, the way victims are treated and the need for a consent culture. I would like to make people realise that we urgently need to make changes and that we are able to make these changes – together! I will keep fighting to make the situation for women in Germany at least a tiny bit better. @one_billion_rising #onebillionrising #onebillionrisinggermany #onebillionrisingwiesbaden #againstviolenceonwomen #consentculture #keepfighting #feminist #speakup #bestrong #onlyyesmeansyes #againstsexualviolence

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(Quelle: Instagram @ninuschka22)

Till Lindemann wäre ein sehr geeigneten Preisträger für den nächste Freiburger K(l)einkunstpreis. Er kann ja sogar singen und wie sollte man sonst die Ankündigung einer oralen Vergewaltigung „dass du nicht mehr so rumzickst und endlich mit mir (fickst) dass du heute nicht mehr schläfst und mir endlich einen (bläst)“ (Florian Wagner, 1.Platz 2018) und ein Femizid-Lied „Freundin in der Tiefkühltruhe“ (Alex Döring 3. Platz 2019) noch toppen?

Vergewaltigungen sind keine Kunst. Wissen Sie was Lindemann, Wagner und Döring verbindet? Alle drei geben Gewalt eine Bühne und scheinen keine besseren Inhalte/Pointen zu haben als sexualisierte Gewalt oder Femizid aus Täterperspektive. Ach nein, Florian Wagner singt neuerdings über Klopapier. Immerhin ein Fortschritt. Alle drei „Künstler“ schreiben schlecht gereimte Texte, die Grundschüler poetischer dichten könnten. Und alle drei werden in Schutz genommen durch den eigenen Verlag, oder eine „Fachjury“ und die Leitung einer Universität.

Welche Werte verteidigen Sie? Die Kunst, die Freiheit und Menschenrechte ganz bestimmt nicht.