Nichts.

Ist nicht dein Ernst, oder?“, fragt das Känguru. „Was?“, sage ich. „Du hast geradenichtsals Überschrift geschrieben. Willst du den letzten Artikel an Langeweile toppen?“ „Schau mir doch nicht immer über die Pfoten.“, sage ich genervt. „Geht dich doch gar nichts an ob ich nichts oder alles schreibe. Ist nichts denn nicht auch alles? Zu Beginn war doch Nichts, dann hat es geknallt und plötzlich war alles da.“

Du meinst den Urknall?“, fragt mich das Känguru. „Ja.“, sage ich. „Damit bin ich noch nie klar gekommen, dass aus Nichts so viel Materie entstanden ist. Ist ja auch egal, ich möchte heute jedenfalls nichts schreiben und dazu nichts sagende Fotos hochladen.“

Hört sich spannend an.“, sagt das Känguru und lutscht auf einem Reisschnapsbällchen rum. „Der chinesische Geheimdienst scheint ganz schöne Spuren hinterlassen zu haben.“, denkt es laut. „Irgendwie bist du nicht mehr die gleiche.“ „Mag sein.“, sage ich und knipse ein Foto von meinen Füßen und den Bäumen.

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Die Katze hat irgendwie auch Charme.“, sage ich. „Ja. Deutlich mehr als deine Beine.“, sagt das Känguru. „Aber warum eigentlich immer Katzen? Mach doch mal Fotos von Kängurus!“, mault das Beuteltier.

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Würde ich ja gerne, wenn du nicht bei jedem Foto deinen Kopf in den Beutel stecken würdest!“, sage ich. „Hier hast du ein Känguru, zufrieden?“

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„Ich habe übrigens ein Gedicht geschrieben.“, sage ich. „Hört, hört.“, sagt das Känguru. „Willst du es hören?“, fage ich. „Hab ich ne Wahl? Schieß los!“

Nicht müssen müssen

Wenn ich einfach mal nicht müssen muss

Und sich das Sein allein,

Sowie das allein sein

Wunderbar anfühlt.

Wenn ich abtauche,

So tief, dass mir die Luft wegbleibt.

Dann spüre ich, dass das Leben verdammt gut ist.

Unergründbar tief und

Unbeschreibbar schön.

Atemzug.

Stabil.“, sagt das Känguru anerkennend nickend und schreibt „Nicht müssen müssen“ auf seine Not To Do Liste.

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STABIL.

Warnung: Um die chinesische Internetzensur zu umgehen werde ich im folgenden Artikel mit Metaphern um mich schmeißen, Redewendungen erfinden und ab und zu die Wegstaben verbuchseln. „Wie was zum Bleistift?“, fragt das Känguru. „Beispiel. Hör auf damit ich mag keine Wortverdreher. Es dient mir nur als Mittel zum Zweck.“, sage ich. „Ach was das kannst du nicht haben? Und ich dachte mit so etwas verdienst du dein Geld.“, sagt das Känguru. „Stück mal ein Rück.“, sagt es. „Was?“, frage ich. „Ich sage rück mal ein Stück.“ „Achso ich habe stück mal ein Rück verstanden!“, sage ich. „Ja genau, stück mal ein Rück ich will auch in den Schlepptop gucken!“ Das Känguru sitzt neben mir und streicht mit seiner Pfote über den Schaukelstuhl.

Jetzt sind wir also schon 8 Monate in China und obwohl du nie ein Problem mit dem Chinesischen Geheimdienst hattest, übst du dich in Selbstzensur.“, sagt das Beuteltier. „Genau, man weiß ja nie wer alles mit liest. Präventives zensieren im Falle des Falles.„, sage ich. „Dir muss echt langweilig sein.“, sagt das Känguru. „Gib mir mal lieber diese Reisschnapsbällchen!“, sagt es und wirft sich ein paar in den Mund. „Köstlich!“, ruft es. „Auch welche?“ „Nein, danke, sage ich. Mag ich nicht.“

Frag mich mal wie es in China ist.“, sage ich. „Wie ist es in China?“, fragt das Känguru. „Viel Schönes dabei.“, sage ich und nicke dazu viel sagend, beziehungsweise wenig sagend. „Ach weißt du, es ist viel passiert.“ Das Känguru blickt mich mampfend an. „Zum Beispiel habe ich eingesehen, dass sich Chinesisch nicht so schnell lernt wie gedacht. Da hat man endlich ein Niveau erreicht in dem man sich verständigen kann und zack kommt die Schriftsprache, die mit der gesprochenen Sprache fast nichts mehr zu tun hat und man steht da mit einem Haufen neuer Wörter die nur in Büchern existieren und chinesischen Sprichwörtern und Weisheiten, deren Sinn man jeweils verstehen soll und doch versteht man nur Bahnhof und fühlt sich so klein und unwissend wie ganz am Anfang. Das ist echt frustrierend. Zum Beispiel steht in einem Satz anstatt „Trivialitäten“ plötzlich etwas von Knoblauch und Hühnchen, aber dabei bedeutet das Sprichwort Trivialitäten, aber wie soll eine Langnase das denn bitte verstehen?“

Nanu.“, sagt das Känguru. „Wir wollen uns doch nicht den Spaß verderben lassen!“, sagt es und bietet mir ein paar Reisschnapsbällchen an. Zögerlich koste ich eines, spucke den Rest auf den Boden und frage angeekelt „Bäh! Wie kannst du das essen?“. „Geschmackssache.“, sagt es schulterzuckend. „Und weißt du das ist hier so wie früher in der Schule als wir Stunden absitzen mussten und mich meine Sitznachbarin immer fragte: Wie lange isch es noch? Noch 10 Minuten. Noch 9 Minuten. Noch 8 Minuten. Ding dong. Endlich.“ „Du hörst dich ziemlich begeistert an.“, sagt das Känguru. „Total.“, sage ich. „Das war jetzt ironisch gemeint, oder?“, fragt es. „Nein.“ „Aber das nein eben war ironisch gemeint, oder?“ „Ja.“, sage ich. „Lass das mal mit der Postironie, das verwirrt mich kolossal.“, sagt das Känguru.

Also ich finde China ja geil, weil es einfach niemanden auf der Straße interessiert wie rum ich hüpfe.“ „Du kannst doch gar nicht rückwärts hüpfen.“, sage ich. „Wohl.“, mault das Känguru. „Jedenfalls könnte ich hier rückwärts hüpfen. wollte ich es und es würde gar niemanden interessieren.“, sagt es. „Das stimmt.“, gebe ich zu und denke an all die Menschen die mir schon rückwärts laufend und in die Hände klatschend begegnet sind. „Es stört auch niemanden wie viele Sachen aus meinem Beutel rausgucken oder wie mein Fell aussieht.“ „Ja das ist echt schön.“, sage ich. „Irgendwie befreiend.“

Weißt du was echt blöd ist?“, fragt das Känguru. „Nee…“, sage ich. „Na dass der chinesische Geheimdienst vielleicht nur auf deinen Blog stoßen wird, weil du das Wort „chinesischer Geheimdienst“ mindestens 5 Mal in diesem Artikel geschrieben hast, obwohl es eigentlich deine Absicht war ihn zu umgehen.“ „Man sollte den Dingen ins Gesicht sehen.“, sage ich.  „Nach dem Motto: Wie komm ich hier weg bloß? Weglaufen ist zwecklos!“, kichert das Känguru.

Du begibst dich auf gefährliches Terrain.“, fügt es hinzu. „Habe ja noch nicht viel gesagt bis jetzt. Jedenfalls nicht relevantes.“, sage ich.  „Du weißt der Unterschied zwischen irrelevant und irre relevant ist verschwindend gering.“, sagt das Beuteltier. „Ja ich muss zugeben meine geheime Botschaft steckt zwischen den Zeilen.“, sage ich. „Mir scheint du hast gar keine geheime Botschaft, das war nur ein pfurzlangweiliger Blogartikel und du willst irgendjemanden an der Nase herumführen.“ „Exaktenau. Jemand liest gerade mit.“

Du hast ja gar keine Metaphern verwendet.“, sagt das Känguru. „Das war bloß eine falsche Spur.“, sage ich. „Das verwirrt die Menschen vom Geheimdienst.“

Warum steht eigentlich „stabil“ im Titel?“, fragt das Känguru. „Das ist so ein neues Wort.“, sage ich. „Man kann es als zustimmendes: „Ja, das finde ich auch.“, verwenden oder als: „Das finde ich gut!“. Es kann auch „prima, klasse, super“ ersetzen. Stabil ist so ziemlich alles was gut ist.“ „Stabil.“, sagt das Känguru nachdenklich. „Gefällt mir.“

Das Jahr des Suppenhuhnes

大家好! Hallo zusammen! 

Vor ein paar Tagen feierte ich in China ganz traditionell das Chinesische Neujahrsfest und der Feuerhahn kräht seitdem als ob es keinen Morgen gäbe. Das Jahr des Huhnes, bzw. des Feuerhahnes hat begonnen und mit der größten Verspätung der Welt wünsche ich euch allen ein gutes neues Jahr 2017.

20170127_161400.jpgSelbstgebastelter Feuerhahn auf Scherenschnitt

好久不见! Lange nicht gesehen!

Seit dem letzten Artikel Anfang Dezember ist viel passiert, im echten Leben und auf Papier. Dieser Artikel jedoch beschränkt sich auf das Wesentliche ganz nach dem Motto: „In der Kürze liegt die Würze“, denn ich tippe diesen Text gerade in mühsamer Handarbeit auf dem Handy ein.

Ein Bisschen China

Seit Ende der Prüfungen Mitte Januar schreibe ich Kapitel um Kapitel meines geplanten Buches „Ein Bisschen  中国 China“. Im März möchte ich einen Podcast mit den einzelnen Kapiteln aufnehmen. Viele der Geschichten habe ich bereits als kleine Sprachnachrichten an meine Familie und Freunde verschickt und es hat unglaublich viel Spaß gemacht die Reaktionen zu sehen! „Ein Bisschen 中国 China“ scheint nicht nur Chinanerds zu interessieren, sondern auch Menschen, die mit China und Chinesisch wenig Kontakt haben. Mein Lieblingskapitel ist zurzeit „Mein Nachbar der Elefant“ welches von meinem in der Nacht furchtbar laut hopsenden Nachbarn handelt, den ich auf frischer Tat ertappt hatte und zur Rede stellte. Auch der Thermalbad Besuch in Shanghai, welcher mit vielen peinlichen Missverständnissen und einem roten Kopf begann ist eines meiner liebsten Kapitel im Buch. Bis so ein Buch jedoch wirklich fertig geschrieben ist braucht es sicher noch eine Weile, aber ich habe ja Zeit.

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Es sind vor allem die kleinen Absurditäten des Alltages in China, welche dieses Buch füllen werden, aber auch wie das mit dem Chinesisch Lernen alles angefangen hat, wo es mich hingeführt hat und wie der Lernprozess war und ist. Man hat bei Chinesisch niemals ausgelernt!

The Longest Way

Vermutlich ist der Weg des Chinesisch Lernenden einer der längsten, aber ich bin immer noch fleißig dabei ihn Schritt für Schritt zu gehen. Fleiß ist ein wichtiger Begriff, denn Chinesisch lernen kann jeder, davon bin ich überzeugt, mit großer Intelligenz hat das wenig zu tun, nur die Puste darf einem beim Lernen nicht ausgehen und man muss einen gewissen Ehrgeiz und Fleiß entwickeln. Das alles habe ich (nur die Geduld fehlt manchmal!) und deshalb kämpfe ich mich zur Zeit durch Christoph Rehages Buch „The Longest Way“ auf Chinesisch. Es ist genial, auch wenn ich bei vielen Abschnitten nur 火车站 Bahnhof verstehe.

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Was ich mir einmal in den Kopf gesetzt habe, das ziehe ich auch durch.

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Mit den besten Grüßen ans andere Ende der Welt! Bis bald in neuer Frische!

Jorinde

Au revoir tristesse!

Hallo zusammen! 大家好!

Schon hat der Dezember begonnen und es sind bereits über 3 Monate seit Beginn meiner Zeit in China vergangen. Es geht mir gut hier und ich glaube, langsam bin ich wirklich angekommen. Ein Glück, dass ich ein ganzes Jahr in Shanghai bleiben darf, auch wenn ich so manches Mal gerne in einen Flieger nach Hause steigen würde. Manchmal überkommt mich kurzzeitiges Heimweh, auch wenn ich mir Heimweh eigentlich nicht leisten kann.

Dafür ist die Zeit hier doch zu kostbar und zu einzigartig, oder wie eine chinesische Weisheit sagt:  „Mit Sehnsucht im Herzen, schätzt man die Dinge in der Ferne mehr.“ (Frei nach Joxinyu Wiexu eine alte chinesische Dichterin) Ein bisschen Sehnsucht nach zu Hause gehört außerdem dazu und es ist gut so wie es ist.

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Ein bisschen Natur mitten auf dem Campus

Ehrlich gesagt, ist das Leben hier oft anstrengend und nicht sonderlich entspannt, aber ich versuche das Beste aus allem zu machen. Hinter den Kulissen passiert vieles, das nicht hierhin gehört, aber es geht mir wie schon gesagt trotzdem gut.

Das Leben rollt und ich rolle mit.

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Wintertage in Freiburg

Letzte Woche passierten viele Dinge, die mich zum Schmunzeln gebracht haben und die Tristesse der letzten Zeit verblassen ließen. Über diese Dinge werde ich nun berichten, auch wenn es nicht zu allen Geschichten Fotos gibt. (Kopfkino bitte anschalten!)

Da war zum Beispiel das Treffen mit meinem Tandempartner, den ich Sven genannt habe. „Das hört sich an, wie wenn du von deinem Hund redest.“, sagte ein Mädchen aus meiner Klasse. (Dem muss ich widersprechen!) Sven lernt erst seit 3 Monaten Deutsch und musste vor kurzem als Hausaufgabe einen Aufsatz schreiben mit dem Thema „meine Traumfrau“. Ich erwartete, dass er etwas in der Art von: „Meine Traumfrau ist hübsch, groß und hat schöne Augen.“, schreiben würde, doch er überraschte mich und schrieb doch tatsächlich: „Die Frau meiner Träume ist schön, aber das Aussehen ist nicht sehr wichtig. Viel wichtiger ist der Charakter.“ Diese Aussage war einfach herrlich und ich finde viele Männer könnten sich davon eine Scheibe abschneiden!

Käsespazieren

Beim gemeinsamen Essen in der Kantine sagte Sven, dass er gerne Käsespazieren essen würde und brachte mich damit ziemlich zum Lachen. „Käsespätzle meinst du?“, „Ah, ja genau!“, antwortete und musste über sich selbst lachen, als ich ihm erklärte, dass Käsespazieren ein sehr poetisches und vollkommen absurdes Wort ist. Es macht mir sehr viel Spaß jemanden beim Deutsch lernen zu begleiten und ich bin ganz erstaunt wie schnell Sven Fortschritte macht. Er hat vor kurzem auch meine Mitschüler beeindruckt, weil er nach so kurzer Zeit bereits Deutsch sprechen kann.

Deutsch lernen in ganzen Sätzen

In seinem Deutschbuch werden alle Vokabeln in ganze Sätze verpackt und ich bin der festen Überzeugung, dass nur das Sinn macht. Denn selbst wenn man in einer Fremdsprache 1000 einzelne Wörter gelernt hat, so heißt das noch lange nicht, dass man sie in Sätzen verwenden kann. Er überrascht mich so manches Mal mit seinen Nachrichten und so erhielt ich eines Tages als Antwort, ob wir uns treffen könnten, eine Nachricht in der: „Ja, freilich.“ stand und hörte dabei einen Bayern, der „Jo, freilich.“ sagt. Herrlich!

Rindertee

Zuhause trinke ich viel Tee, meine Familie kann in dieser Hinsicht locker mit den Engländern mithalten, denn bei uns gibt es jeden Nachmittag eine große Kanne Schwarztee mit Milch.

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Auf Chinesisch heißt Tee mit Milch 奶茶 (=Milchtee). Das Wort für Milch besteht aus zwei Zeichen: 牛奶  Einmal Rind und Milch und wird mit dem letzten Zeichen abgekürzt. (das letzte Zeichen in Milchtee) bedeutet Tee. Vor kurzem wollte ich in einem Café Tee mit Milch bestellen und sagte: “我想要一杯牛茶。” , das bedeutet übersetzt: „Ich hätte gerne einen Rindertee.“ Die Verkäuferin schaute mich verwirrt und etwas perplex an und dachte sich sicher: „Die spinnen, diese Ausländer!“ Schnell wurde mir das Missverständnis klar und ich ergänzte 牛奶 Milch! “啊!奶茶,对吗?” „Ah, Tee mit Milch, stimmt´s?“ Ich nickte erleichtert.

黑得很漂亮 Schön schwarz gefärbt?

Im Unterricht beschwerten wir uns bei der netten Lehrerin über eine weniger nette Lehrerin. Ein Mitschüler sagte beruhigend: „Keine Sorge, es ist jetzt gar kein Problem mehr, dass sie nicht gut unterrichtet, denn einmal pro Woche halten nun Schüler den Unterricht. Das macht Spaß!“  “你黑得很漂亮。”, sagt unsere Lehrerin auf Chinesisch und wir verstehen nur die Schlüsselwörter (schwarz) und 漂亮 (schön; hübsch). “黑色的黑?” „Meinen Sie das schwarz von schwarzer Farbe?“, fragt Alex. Diese Methode benutzt man oft um sicher zu gehen, dass man dasselbe Schriftzeichen meint. Es gibt nämlich zu jeder Aussprache mindestens 5 (wenn nicht gar 20) verschiedene Schriftzeichen, die in unterschiedlichen Kombinationen ganz verschiedene Dinge bedeuten können.

Ja, sie meint das schwarz von schwarzer Farbe, bestätigt unsere Lehrerin nickend und wir können uns das Grinsen nicht verkneifen. In unseren Köpfen kommt nämlich: „Du bist schön schwarz gefärbt.“ an, denn wir kennen diese Grammatik Konstruktion nur von Sätzen wie: “你说得很好。” (Das hast du sehr gut gesagt.) Du bist schön schwarz gefärbt, ja warum eigentlich nicht? Dumm nur, dass ausgerechnet der Mitschüler zu dem sie gerade spricht aus dem Yemen kommt und dunkle Hautfarbe hat. Unpassend auch, dass sie 漂亮 (hübsch) sagt, obwohl man diese Art von hübsch nur für Frauen verwendet und er ein echter Kerl ist zu dem dieses Wort einfach nicht passt.

Was ist denn los?

Wir alle brechen in schallendes Gelächter aus, vor allem unser Mitschüler kriegt sich gar nicht mehr ein vor Lachen. Unsere Lehrerin schaut uns erst völlig verdattert an und fragt dann sichtlich verwirrt: „Was ist denn los mit euch?“ Plötzlich dämmert ihr das Missverständnis und sie läuft schlagartig puterrot an. „Nein, nein! So meine ich das nicht, ich meine… Mensch! Ich meine etwas anderes, hört zu!“ Es stellt sich heraus, dass der Ausdruck gar nicht „schön schwarz gefärbt sein“ heißt, sondern dass es sich um einen modernen Ausdruck für das Wort „kritisieren“ handelt. Etwas elegant kritisieren wird umschrieben mit: „etwas schön schwarz machen„. Was für ein herrliches Missverständnis!

Der Moment, wenn du…

Zu Beginn des Semesters sah ich in der Mensa einen Chinesen, der ein cooles T-Shirt trug mit dem Spruch: „Der Moment, when du start thinking in zwei Sprachen.“ Aus Neugierde sprach ich den Jungen an. Es stellte sich heraus, dass er und alle seine Freunde am Tisch Deutsch lernten und prompt wurde ich zu einem gemeinsamen Essen in den nächsten Tagen eingeladen. Ich war ziemlich überrascht und freute mich endlich mal typisch Chinesisch zu essen.

Feuertopf Überraschung

Wir trafen uns ein paar Tage später in einem Feuertopf Restaurant und unterhielten uns wunderbar wenn auch mit Händen und Füßen, denn ich konnte noch nicht gut auf Chinesisch sprechen. Der Tisch wurde mit tausend Köstlichkeiten bedeckt und die Jungs waren unsere Schwenkmeister und ließen die einzelnen Zutaten jeweils in der Brühe köcheln um sie uns Mädchen dann in die Schüsseln zu geben. So weit so gut.

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(Quelle: Baidu)

Lecker schmecker After

Voller Eifer benannte Henry auf Deutsch was immer er gerade kochte: „Lecker Gemüse!“ „Hier ist Kartoffel.“ „Hier ist After, lecker After. Bitte WAS?! Hatte ich gerade After gehört? Ich bin wirklich hart im Nehmen und habe auch die für meinen Geschmack gruseligen Hühnerfüße probiert, aber Rinderafter, da hört bei mir jede Liebe auf. Die Jungs diskutierten kurz auf Chinesisch, schlugen das Wort im Wörterbuch auf dem Handy nach, ganz sicher schienen sie sich nicht zu sein und sagten dann aber bestimmt: „Ja, After. Sehr gut! Möchtest du probieren?

Zuviel des Guten

Nicht mit mir.„, dachte ich und bereitete mich innerlich darauf vor dankend abzulehnen bevor der sagenumwobene Rinderafter in meiner Schale landen würde. „Entschuldigung. Schwanz! Das ist Schwanz!“, sagte Henry wenige Sekunden später und ich begutachtete das gute Stück. Es war in der Tat Rinderschwanzsuppe, für Vegetarier sicherlich ein Gräuel, aber durchaus auch in Deutschland ein sehr beliebtes Essen! Ich war so dankbar darüber keinen After runterwürgen zu müssen, dass ich danach sogar ohne Murren gekochten Koriander aß, obwohl dieses Kraut für mich wie gekochte Wanze schmeckt.

Universelle Willkür

Nach dem Unterricht lief ich an einem Nachmittag vor der Deutschen Bibliothek auf dem Campus der Tongji Universität Thomas Derksen in die Arme, der in Shanghai mit seiner Frau lebt und hier ein sehr bekannter Youku (das chinesische Youtube) Star ist. Er macht äußert originelle Videos in denen er astreines Chinesisch spricht, meistens Frauenrollen spielt und nicht nur Chinesen auf humorvolle Art und Weise unterhält.

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(Quelle: Baidu)

Ich schrieb Thomas vor einem Monat per Mail wie klasse ich seine Videos finde und erzählte ihm von meinem Blog. Als wir uns in Shanghai trafen, erkannte er mich wieder und brachte mir gleich ein chinesisches Sprichwort bei: “鬼使神差” Das bedeutet soviel wie: „ein kurioser Zufall“ Hier ist ein Beitrag von Thomas auf Weibo (dem chinesischen Facebook) und ich glaube es war kein Zufall, dass ich diesen Beitrag auf seiner Seite entdeckt habe.

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(Quelle: Weibo 阿福 Thomas)

Metro TV

Er ist übrigens seit kurzem überall in der Metro von Shanghai zu sehen. Dort laufen immer kleine Video Clips ab und ich freue mich sehr für ihn, dass er hier so durchstartet! Viel Erfolg weiterhin! 加油!加油!加油!

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(Quelle: Weibo Metro TV mit 阿福 Thomas)

Es war tatsächlich ziemlich verrückt Thomas Derksen mitten in Shanghai über den Weg zu laufen und als ich meinen Eltern erzählte, dass ich ihn zwar getroffen hatte, aber nicht auf die Idee gekommen bin als Beweis ein Selfie zu machen, da sagten sie bloß: „Hat denn dieses Land gar nicht auf dich abgefärbt?“

Nackte Hochzeit 裸婚

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Zwei Tage später ging ich wieder nachmittags in die Deutsche Bibliothek hinein und war vergeblich auf der Suche nach einem Sitzplatz. Als ich gerade wieder gehen wollte, weil ich weit und breit keinen freien Platz fand, entdeckte ich bei der Treppe Sven Hänke, den Autor des Buches „Nackte Hochzeit“ und konnte meinen Augen nicht ganz glauben. Sein Buch habe ich letztes Weihnachten geschenkt bekommen und meine gesamte Familie samt Oma hat es mit viel Spaß gelesen und an unzählige Freunde, Bekannte und Verwandte weiter verschenkt.

Ich hatte Sven Hänke zuletzt bei einer Lesung in Freiburg getroffen und wusste, dass er mittlerweile mit Frau und Kind in China lebt, jedoch mit Sicherheit nicht in Shanghai. Es stellte sich heraus, dass Thomas Derksen und Sven Hänke beide an zwei verschiedenen Tagen einen Vortrag in der Deutschen Bibliothek gehalten hatten und es sie deshalb auf den Campus der Tongji Universität verschlagen hatte. „Liebe Grüße unbekannterweise an deine Eltern und deine Oma.„, sagte Sven Hänke zum Abschied. Irgendwie verrückt und auch dieses Mal vergaß ich im Eifer des Gefechts ein Foto zu machen. Man trifft sich immer zweimal im Leben, in diesem Falle wohl die Wahrheit.

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Sven Hänke in Freiburg (Foto für meine Oma)

Spiderman in Shanghai

Als ob all diese Zufälle nicht schon reichlich genug wären, rollte eines Tages Spiderman an mir vorbei. Ja genau der Spiderman! Der echte!

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Verfolgungsjagd durch Shanghai

Was mich aber viel mehr erstaunte, als dass Spiderman gerne Inline Skate fährt, war die Tatsache, dass es einfach niemanden interessierte. Nur wenige Passanten drehten sich um, obwohl mir gesagt wurde, dass Spiderman in China sehr wohl bekannt ist. Er setzte sich sogar in aller Seelenruhe auf eine Bank mitten in der Fußgängerzone Shanghais und es störte niemanden. Nur ein paar Ausländer lachten Tränen als sie ihn entdeckten. Ich ließ es mir nicht nehmen und verfolgte Spiderman 20 Minuten lang durch die Innenstadt.

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Er war sehr schnell und flitzte mir immer wieder davon

Kommer I fra Danmark? Kommt ihr aus Dänemark?

Es sollte aber nicht die letzte zufällige Begegnung sein, die mich in dieser Woche glücklich machte! Lange habe ich nach Dänen hier an der Tongji Universität Ausschau gehalten, einfach weil ich Dänisch noch immer über alles liebe und ich jedes Mal wenn sich die Gelegenheit bietet furchtbar viel Spaß dabei habe Dänisch zu sprechen. Bislang hatte ich jedoch keine einzige Dänin oder Dänen getroffen. Das sollte sich auf einen Schlag ändern.

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Nur so ein kleines bisschen verrückt… Hvem er det?! (Wer ist das bl0ß?!)

Ich glaub mich knutsch ein Elch

An einem Tag schlenderte ich an einer nicht enden wollenden Schlange an chinesischen Studenten vorbei, die für irgendetwas mindestens 700 Meter lang mitten auf dem Campus anstanden. Am Ende der Schlange entdeckte ich ein Tickethäuschen, welches heißbegehrte Tickets für einen Sing- und Tanzwettbewerb verkaufte.

Ich blieb stehen und betrachtete fasziniert wie alle Studenten mit einer Seelenruhe darauf warteten, dass diese unfassbar lange Schlange an Menschen sich in Zeitlupe wenige Zentimeter nach vorne bewegte. Mit halben Ohr bekam ich: „You won´t understand that, you are Danish.“ mit und war plötzlich hellwach. Ein Däne? Hier an der Uni? Ich sprach ihn prompt an und ja, er war tatsächlich ein waschechter Däne. „Es gibt sie also doch hier!„, dachte ich mir und wusste nicht, dass es noch besser kommen sollte.

Was wenn sie Dänin ist?

Als ich an einem Abend gerade nach Hause gehen wollte, kamen drei Jungs ins japanische Restaurant, die in meinen Augen ziemlich Deutsch aussahen. Sie setzten sich genau neben mich, warfen mir einen flüchtigen Blick zu und murmelten dann in einer mir unverständlichen Sprache.

Plötzlich schnappte ich jedoch ein paar dänische Satzfetzen auf: „Was wenn sie Dänin ist?„, sagte einer. „Ach Quatsch, das kann nicht sein…„, sagte ein anderer. „Kommt ihr aus Dänemark?„, startete ich die Offensive und schaute in drei verwirrte Gesichter. „Keine Angst, ich bin keine Dänin, aber ich liebe Dänisch!“ Sie erzählten mir, dass sie bisher noch keine anderen Dänen auf dem Campus getroffen hatten. Ich dachte nur: „Vier Dänen auf einen Streich! Nicht schlecht, nicht schlecht.

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Heute ist Nikolaustag und ich werde jetzt in die Deutsche Bibliothek gehen und mit anderen Deutschen und Chinesen einen schönen Abend verbringen. Wer weiß, vielleicht wartet ja heute Angela Merkel dort? Oder etwa das Känguru von Gegenüber, oder das Gespenst des Kommunismus? Nichts ist unmöglich!

Ich wünsche euch eine schöne und ruhige Adventszeit!

Liebe Grüße,

Jorinde

Time is flying

Hello everyone! 大家好!

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There is a Chinese saying: 喜光似虎 „When your life is good, time flies as fast as a running tiger.“ (Warning: There is no Chinese saying like that, I just made it up together with Nanyou.)

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I am finally writing a new article in English!

I don’t know how to start this article… So much has happened since my trip to Beijing with Catherine in October and since my very first days in Shanghai. Nearly three months have already passed since I started living in Shanghai and the „time tiger“ is running without taking a breath. I feel like every new week is a new adventure and unexpected things happen.

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Looking back 

I guess the most important part of my life here in Shanghai are the Chinese classes every day and my  wonderful classmates. 🙂

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同学们好, 你们是最棒的!

I am attending Chinese classes in reading, writing and listening every day from 8 am to 12 am and although I am slowly catching up with my classmates in the D class, they are still better than me. I like to challenge myself and I hope that during the following weeks and months I can focus more on speaking Chinese and practice what I have learned so far!

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慢慢来!Take it easy. 

Just a little patience

For the moment I have to be more patient and give myself some time to get better. Chinese is not easy and I am not a genious and that’s ok. In the future I want to reach a level where I can write stories in Chinese and speak fluently without thinking about what I am going to say next and I will get there one day.

I just have to wait patiently like this cat and let the rain and the clouds pass. I let people rush by, who learn faster than me and take my time, going my own way. There is no need to pass the HSK exam 4 or 5 or 6 right now, because I am still in the learning process. As long as I keep studying and challenging myself I will only get better every day.

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Philosophy in Chinese

Last week I attended a presentation about the School of Athenes in the Sino German library and apart from learning more about Raphaels painting and the history of philosophy, I had an interesting experience. The professor was speaking in German and during his speech he combined it with the translation of some Chinese quotes.

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我明白了!can understand it!

It felt great, because that evening I managed to understand about 80 % of the Chinese quotes. There were still some characters that I didn’t understand, but at least I reached a level where I can try to guess the meaning of the unknown words.

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Chapter 10 of the textbook

If I want to understand 100 % of a text in my textbook, I need to look-up a lot of words in order to understand the text, but if there are too many unknown characters I have the tendency to feel like this:

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什么?!Whaaat?! 

Cookie story

I am a very serious student (most of the time) but sometimes I get creative. During one Chinese lesson I got inspired by my cookies and created this:

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Bird:Hey, can you help me?Ape:Sure!Sheep:Is this flower tasty? Rabbit: „Zzzz….  It is soo comfortable!Baby rabbits:Where did dad go?“ Lion:Ahrr… I want to eat you!

Learning like a child

This is why I love Chinese! I would never feel like drawing something like this in any other language I have learned so far, but because I started to learn Chinese in a way children learn the language and I have been struggling with the basics for a long time, I am still happy to be able to write those kind of simple sentences and get creative.

Big city life

Whenever I have free time or I don’t feel like studying, I go out and explore the city of Shanghai. There is still so much to see! After few hours of the colourful, noisy and crowded city center I am always happy to come back to Tongji University and enjoy the more calm and peaceful environment and visit the cats of our campus (I am a cat lady!) I feel grateful to have a place to stay in the dormitory on campus and I simply can’t imagine how life must be like, if you live in an appartment inside the city center. I miss the nature of Germany and Switzerland everyday, but at least we have some trees and a small lake on campus.

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Mum, can I please get one?“ „You are grown up, Jori.“ „No, I am not…

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Rush hour in Shanghai 

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Weekend trip to the French Concession in Shanghai with my friend Catherine

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Panorama view from one of the windows of my dormitory. (This is not what I see from my room everyday, I wish it was…)

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Awrrrr…This is our chubby, wonderful cat living in front of the dormitory number one.

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This is the cat living next to the tennis court. Every cat has a fixed place on campus and I fell in love with them!

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This is my most favourite cat and I call him Felix. He is great. It is a boy! I once thought it was a girl, but I was wrong. We met on a very rainy and cold day and he fell asleep in my arms that night. I can spent hours with this cat, he is so cute 太可爱了

Danke Mama 🙂

First of all I have to say a huge: “THANK YOU MUM, YOU ARE THE BEST! 妈妈, 谢谢你, 你最棒!”, because I received so many wonderful packages in the past week with winter clothes, small things that I needed from home and chocolate 巧克力 from you! Tusind tak fra hjertet!

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Adventskette 

The best surprise was a home made Advent calender (we call it „Adventskalender“ in German, but this special kind of Advent calender is called „Adventskette„). It makes me so so so So happy! 让我非常高兴! I can still remember that I once told my mum: „I am grown up now, I don’t need this anymore.„, nevertheless my mum surprised me this year with a huge 2kg package full of small presents for each day of December! I tried to explain the German tradition of the Advent calender to the nice lady 阿姨 at the reception who gave me the packages, but I failed… Sometimes it is still hard to explain in Chinese what I want to express!

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The small packages are now decorating my room and I feel like Christmas is coming soon.

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Can you still remember my wall of vocabulary sheets? It is continuosly growing and has now reached my bed. I can now learn Chinese while sitting on my bed!

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My Chinese Learning Process

Since the first week I tried to regularly sit down in front of my camera and talk about the things that happened to me during the week. I think it is a great way of practicing to speek Chinese and I am really looking forward to listen to the recordings in some months or years. I can already feel a difference between the first few weeks and now. Despite all the progress I made so far, I am still doing a lot of mistakes and I have the tendency to use Chinglish when I am talking, (Chinese mixed with English) but I guess that is part of the game and it makes it very funny to listen to. 🙂 

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Here I am explaining the German word for glove „Handschuh“ (Hand = hand; Schuh = shoe) Hand + Schuh = Handschuh (handshoe)

Sometimes I like to send the videos to my parents and ask them what I am talking about. They don’t understand Chinese and when I sent them the video with this lion, my dad wrote me: „That was easy. Catherine nearly got eaten by a lion, but she survived it!“ I have to admit this is clever 聪明,but wrong 但是不对🙂

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There is still a lot to write about and share, but I will save some things for my next article. I hope to write more and more 越来越多 articles in English, so that all of you can be part of my experiences here in Shanghai!

Greetings to all of you!

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Der Himmel über Shanghai

Er ist grau.

Hallo zusammen! 大家好!

Schon hat der November begonnen und ich lebe nun bereits ganze 2 Monate in Shanghai. Nach der großen Begeisterung zu Beginn über die aufregenden neuen Dinge in China, dem danach einsetzenden Alltag, der durch die kurze Zeit im Krankenhaus unterbrochen wurde, bin ich nun in einem Stadium angekommen bei dem es Zähne zusammen beißen heißt und atmen nicht vergessen.

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                          M3 Maske für frische Bergluft  -hust-

Das Foto sieht dramatischer aus als es ist. Viele Chinesen tragen diese Maske mit eingebautem Filter, um den Feinstaub nicht direkt in die Lunge gepustet zu bekommen. Ich freue mich zu Recht über jeden Tag mit blauem Himmel und Sonnenschein, denn es wird nun eine Zeit lang grau bleiben und oft regnen.

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Aussicht von meinem Klassenzimmer an einem sonnigen Tag in Shanghai

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Mein Lieblingsplatz am Fenster in der Pause

Abgesehen von grauen Wolken quoi de neuf? Was gibt es Neues?

Wie die alten Chinesen schon sagten…

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Prüfungsvorbereitungen mit dem schönsten Cappuccino der Welt 

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Diese Woche stehen 4 Prüfungen in den einzelnen Fächern an der Sprachschule an. Es ist wie verhext! Obwohl ich endlich ein gewisses Niveau erreicht habe und ich mich einigermaßen anständig auf Chinesisch ausdrücken kann, verstehe ich schon wieder nur Bahnhof, weil wir gefühlte tausend chinesische Sprichwörter auswendig lernen müssen. Diese Sprichwörter bestehen meistens aus 4 Zeichen (oder mehr) und haben trotz ihrer komprimierten Form eine ausführliche Bedeutung.

20161107_085020_002.jpgGegen den Strom rudern, oder zurückfallen (oder so ähnlich)

逆水行舟,不进则退 nìshuǐ xíngzhōu Dieses Sprichwort bedeutet beispielsweise: „Es ist wie wenn man gegen den Strom rudert und wenn man aufhört sich zu bewegen, dann fällt man zurück“. Die Lehrerin vergegenwärtigte uns die Bedeutung mit einer kleinen Zeichnung an der Tafel. In der Pause konnte ich es mir nicht verkneifen und hauchte dem Strichmännchen in dem Boot etwas mehr Leben ein.

Mit großen Augen schaut das Männlein jetzt nach oben. Auf dem Wasser steht geschrieben: 学习汉语的过程 was soviel bedeutet wie: „Chinesisch Lernprozess“ und oben neben dem Stern steht 考试 „Prüfung“. Ich fand es sehr passend diese zwei Worte der Zeichnung hinzuzufügen, denn ein Teil unserer Prüfung bestand aus über 80 dieser Sprichwörter und das Lernen fühlte sich an wie Kanufahren im Walensee. Es ging einfach nicht voran.

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Gegen den Strom rudern, oder in einem See rudern ist ähnlich anstrengend (Foto: Weesen)

Augen zu und durch

„Hab ich ne Wahl?“, frage ich mich manchmal und höre Marc-Uwe Klings Stimme in meinem Kopf: „Wir fragen dich nicht.“ „Ratzupaltuff.“

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Hundemüde

Wer glaubt, dass mir Chinesisch Lernen immer Spaß macht, dem sei gesagt: Das macht es nicht. Momentan ist es sehr mühsam und die Fortschritte, die ich mache sind mir noch immer zu klein. Letzten Freitag habe ich mein erstes Chinesisch Tandem getroffen, eine Germanistik Studentin an der Tongji Universität, die im März in München studieren möchte.

Nach dem Unterricht und allen Hausaufgaben, die wir für die einzelnen Fächer erledigen müssen, bleibt wenig Zeit für Tandemstunden, aber ich werde versuchen mehr Zeit dafür zu finden. Denn es gibt nichts schlimmeres als über Büchern und Sprichwörtern beim Lernen einzuschlafen, davon wird man auch nicht schlauer. Zusammen lernt es sich immer besser und man bleibt auf jeden Fall wach!

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Schlafen in der Bibliothek 

Göthe kann Englisch

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In der Deutschen Bibliothek an der Uni gab es anlässlich des offiziellen Besuchs von BAYER frische Blumen auf den Tischen und schöne Karten mit Zitaten von Göthe und Schiller. Ich wusste nicht, dass Göthe bereits Anglizismen in seine Werke hat einfließen lassen. Vivianne (meine Tandempartnerin) erzählte mir, dass es schon einmal solche Karten gegeben hat mit Zitaten von deutschen Dichtern.

Ein deutscher Student hatte wohl nichts Besseres zu tun, als die Fehler kurzerhand mit einem roten Stift zu markieren und zu verbessern. Da muss ich mich manchmal für meine Landsleute fremdschämen. Ich selber mache so viele Fehler beim Chinesisch Schreiben und Deutsch ist nun mal auch keine leichte Sprache. Solange man über Fehler lachen kann und sie nicht gleich mit einem roten Stift markieren muss, ist alles gut. Fehler sind doch niedlich!

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„Sagen Sie ihm, daß er die Träume seiner Jugend nicht vergessen soll, wenn er ein Mann geworden.“ Friedrich Schiller- Werk: Marquis von Posa zur Königin (Don Carlos)

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Die chinesische Übersetzung ist übrigens ganze 9 Zeichen lang. Da lohnt es sich doch weiterhin fleißig zu lernen, wenn man ein Zitat von Göthe auf Chinesisch mit bloß 9 Wörtern wiedergeben kann. Es ist verrückt wie viele Wörter wir auf Deutsch benötigen um das auszudrücken, was wenige chinesische Schriftzeichen an Bedeutung in sich tragen!

-Themawechsel- Die Prüfungen sind noch nicht vorbei, doch mir kommen die Schriftzeichen bereits zu beiden Ohren raus. Manchmal statte ich zur Abwechslung der Katzeninsel einen kleinen Besuch ab und erlebe ab und zu schnurrige Überraschungen.

Katzenbabys auf dem Campus

Unsere Campuskatzen sind in der Regel ausgewachsen, aber es gibt drei kleine Babys, die manchmal aus dem Gebüsch kommen. Dieses äußerst niedliche Exemplar kam schnurstracks auf meinen Schoß gekrabbelt und steckte sein Köpfchen tief in meine Wolljacke. Auf der Suche nach Milch tastete es mein T-Shirt ab, wurde aber nicht fündig.

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Sonnen und kuscheln

Die meisten Katzen hier sind echte Wildfänge und haben großen Respekt vor Menschen, doch dieses kleine Ding hier vergaß jede Angst, als es sanft schnurrend in meinem Arm eindöste und mich mit seinen kleinen Samtpfoten anstupste, um herauszufinden ob sich nicht doch noch irgendwo Milch verstecken könnte. Das habe ich leider wirklich nicht im Angebot. Die Katzen werden zum Glück regelmäßig gefüttert.

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Wie geht schnurren auf Chinesisch?

Der König der Katzeninsel

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Deutsches Essen 德国菜

Wir alle mussten letzte Woche im Sprachunterricht eine Präsentation über Essen in unserem Heimatland halten. Als ich sagte, dass man in Deutschland viele Gerichte mit Kartoffeln zubereitet, sagte meine polnische Klassenkameradin sehnsüchtig „Hm.. Kartoffeln..“ und als ich die Lebkuchen Tradition in Deutschland vorstellte hörte man aus der letzten Reihe ein „Hmmmm… Lebkuchen, das haben wir auch!“

Mohnbrötchen und jede Menge Salat

Auch das Mohnbrötchen weckte Sehnsüchte bei einer Klassenkameradin, die in Deutschland studiert. Wie normal es für mich ist fast täglich frischen Salat zu essen, ist mir erst aufgefallen, als Salat eine Ausnahme in veganen Restaurants wurde, die ich nur selten besuche. Die Salatschüssel sieht eher aus wie wenn sie für eine ganze Familie konzipiert wurde, so groß ist sie. Sicher dachte sich der Restaurantbesitzer „Diese Ausländer.. wir müssen genug Salat anbieten, das mögen sie sicher.“ Wie Recht er damit hatte! Und für ein Stück Schwarzwälder Kirschtorte würde ich gerade vieles geben! Ich habe sie ja schon im chinesischen Fernsehen „mit viel Leidenschaft“ (so der Titel) angepriesen. (Hier ist das Video  (过桥”积分赛 德国美女生动解释“蛋糕”含义) meine Schwarzwälder Kirschkuchen Lobesrede fängt bei 14:50 an, ich war die Nr. 9)

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Germese (German + Chinese)

Immer wieder rede ich mit Catherine in Germese, eine Mischung von Deutsch und Chinesisch. Das passiert uns auch beim Englisch reden. Dieses sprachliche Phänomen ist als Chinglisch (Chinese + English) bekannt. Germese hört sich so an:

  • Das ist so mafan 麻烦。  → Das ist so mühsam!
  • Diese Suppe ist la 辣。  → Diese Suppe ist scharf.
  • Und ich habe einfach ting bu dong 听不懂。 → Und ich habe einfach nichts verstanden.
  • Ich muss noch für das tingxie 听写 lernen. → Ich muss noch für das Diktat lernen.
  • Das ist echt qiguai 奇怪。→ Das ist echt komisch.
  • Ich finde das nicht limao 礼貌。→ Ich finde das nicht höflich.
  • Ich habe schon fast alle hanzi 汉字 gelernt. → Ich habe schon fast alle Vokabeln gelernt.
  • Lass uns xiuxixiuxi 休息休息 → Lass uns kurz ausruhen!
  • Wir können heute zusammen fuxifuxi 复习复习。→ Wir können heute zusammen lernen.
  • Es ist sehr kunnan 困难。→ Es ist sehr anstrengend.
  • Ich habe alles versucht, mei banfa 没办法。→ Ich habe alles versucht, aber es ist nichts zu machen.

Ich verabschiede mich hiermit und hoffe, dass es euch da draußen gut geht! Übrigens bin ich fleißig am Videos drehen hier, weiß aber noch nicht wann und wie ich dieses Material verwende in der Zukunft. Ich versuche seit Beginn des Semesters einmal pro Woche vor der Kamera mindestens 5 Minuten auf Chinesisch zu sprechen über all die Dinge, die während der Woche passiert sind. Das ist herrlich, denn in den zwei Monaten in China habe ich viel dazugelernt und höre bereits jetzt meine Fehler vom Beginn heraus. Ich kann es kaum erwarten, diese Videos in ein paar Monaten wieder anzuschauen!

Liebe Grüße,

Jorinde

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Kleiner Ausflug ins Grüne, mitten in der Stadt

Bis zum nächsten Mal! 🙂

Sommer ist was ist deinem Kopf passiert

Winter is coming 🙂

„Winter is coming.“, raunt meine Zimmernachbarin Jannat mir zu und ich verstehe zunächst nicht, dass dies ein Insider aus Game of Thrones ist. Ja der Winter kommt bald, auch wenn er in Shanghai nicht ganze 10 Jahre dauern wird. Es wird trotzdem jeden Tag kälter, umso wichtiger, dass Sommer in meinem Kopf ist.

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„Jetzt ist Sommer!
Egal, ob man schwitzt oder friert:
Sommer ist, was in deinem Kopf passiert.
Es ist Sommer!
Ich hab das klar gemacht:
Sommer ist, wenn man trotzdem lacht.“  

Wise Guys (Jetzt ist Sommer)

Ich glaub mich tritt ein Pferd

Im Chinesisch Unterricht war ich um 8 Uhr morgens zu müde für Grammatik Übungen und hörte nur mit einem Ohr bei den Beispielsätzen zu. “我准备一个马拉松。”,sagt Evan und ich verstehe nur die Hälfte, weil ich das Schlüsselwort des Satzes “马拉松” mǎlāsōng (Marathon) nicht kenne. In meinem Kopf kommt nur der erste Teil des Satzes an und Evan sagt: „Ich bereite einen *piep* vor.“

Das passiert mir sehr oft, denn immer wenn ich ein chinesisches Wort nicht kenne wird der Satz zu einem unvollständigen Puzzle, weil ganze Satzbausteine fehlen. „Ein Halbmarathon, oder ein Marathon?“, fragt die Lehrerin Evan und ich verstehe bloß: „Ein *piep* oder ein *piep* ?“ und dabei schreibt sie die Abkürzungen für Marathon an die Tafel:  全马  (Marathon) und 半马 (Halbmarathon). „Ein *piep*.“ antwortet Evan. Fassungslos schaue ich an die Tafel, denn dort steht das Zeichen für Pferd: einmal mit dem Wort davor was so viel wie „ganz, vollständig“ bedeutet und einmal mit dem Wort davor was „halb, die Hälfte“ bedeutet.

全马   Ein ganzes Pferd   半马  Ein halbes Pferd

„Was zum Himmel bereitet Evan vor? Was hat er mit einem Pferd am Hut und warum nur ein halbes Pferd und gibt es überhaupt halbe Pferde?“, geht es mir durch den Kopf und: „Die spinnen die Chinesen, halbe Pferde, das ist doch verrückt.“ Entgeistert drehe ich mich um und frage Anna was es bitteschön mit dem halben Pferd auf sich hat.

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„Das ist kein halbes Pferd Jori, das heißt Halbmarathon!“, klärt Anna mich auf. „Marathon?“, frage ich ungläubig „Wie kommst du denn auf Marathon?“, hake ich nach. „Es ist die Abkürzung von Marathon! 马拉松 mǎlāsōng.“, wiederholt sie und mir geht langsam ein Licht auf. Ich muss über mich selber lachen, erst leise, dann immer glucksender und irgendwann laufen mir die Tränen über die Wangen und ich fange laut an zu prusten. Ich entschuldige mich und verlasse das Klassenzimmer, weil ich vor lauter Lachen keine Luft mehr bekomme. Draußen entlädt sich alles und ich laufe lachend und schwankend den Flur entlang ins Badezimmer um mir die Lachtränen mit kaltem Wasser wegzuwischen. Als ich wieder im Klassenzimmer bin, hat mein halbes Pferd Missverständnis bereits die Runde gemacht und seit diesem Tag schaut mich der ein oder andere manchmal mit verschmitztem Grinsen an und sagt: “ Jori:马拉松 Marathon.“

Meine große Mauer in China

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Vokabelblätter als Zimmerdeko

In der ersten Woche schon hatte ich die Idee meine Vokabelblätter an die Wand zu kleben. Das ist zwar theoretisch verboten, sieht aber trotzdem schön aus! 🙂 Woche um Woche wächst die Vokabelwand um mindestens 3 Blätter und mein Plan ist es meine komplette Zimmerhälfte inklusive Decke mit Vokabelblättern zu tapezieren. Das ist verrückt? Ich weiß.

Die Wand der Emotionen 

Im Gebäude der Deutschen Bibliothek auf dem Campus habe ich vor kurzem die Wand der Emotionen entdeckt. Was zum Kuckuck ist bitte eine Wand der Emotionen? Nun, es stellte sich heraus, dass dort chinesische Studenten über das Leben in Deutschland und ihre Gefühle in Deutschland berichteten. Die Wand der Emotionen stimmte mich sehr emotional.

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Chinesische Handschriften sind noch immer schwer zu entziffern

Wäre ich Herr meiner Sinne, ich ließe sie frei

Das Chinesisch Lernen ist definitiv eine zeitaufwändige Angelegenheit und auch wenn ich noch immer froh bin guten Unterricht an der Sprachschule zu haben, so hält sich die Vorfreude auf jede neue Lektion sehr in Grenzen. Nächste Woche packen wir zum Beispiel zwei Lektionen in eine Woche, weil danach Prüfungen sind (Die Logik möge mir jemand erklären!) und ich „freue“ mich somit auf 140 neue Wörter in einer Woche.

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Siebenmeilenstiefel

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Foto (Quelle: Fotocommunity)

Ich hätte gerne Siebenmeilenstiefel made in China mit denen ich pro Tag riesige Fortschritte machen könnte. Alles geht so langsam voran, das macht mich wahnsinnig! Jemand schrieb mir vor kurzem: „Versuch auch mal locker zu machen. Chinesisch lernt man halt nicht so schnell.“, aber ich will schnell lernen! Es fuchst mich, dass ich noch immer nur kleine Geschichten schreiben kann und zum Beispiel keinen einzigen Witz auf Chinesisch erzählen kann.

Ein Job als Pandabär?

Vor kurzem erhielt ich die Nachricht, dass ich einen Schreibwettbewerb an der Uni gewonnen habe. Wir sollten unsere Eindrücke von Shanghai beschreiben und mit einigen Fotos einen bunten Beitrag gestalten. Das Schreiben fiel mir relativ leicht und das ist ein gutes Zeichen und lässt mich zumindest kleine Fortschritte spüren. Was mich wohl als Preis erwartet? Meine Eltern meinten es könnte für mich dabei ein Badeurlaub im Mekong Delta rausspringen, oder ein Job im Kaufhaus als Pandabär. Letzteres würde ich wohl dankend ablehnen.

Hier ein kleiner Einblick in meine letzte schriftstellerische Meisterleistung:

我的自行车被偷了! Mein Fahrrad wurde geklaut. (Übersetzung für Langnasen)

„Eines Tages war ich in Freiburg Fahrrad fahren und führte dabei meinen kleinen Hund Rumo aus. Wir kamen an einem besonders schönen Ort an: Es sah sehr interessant aus und ähnelte einem Berg. Ich lief neben Rumo her und vergaß dabei mein Fahrrad abzuschließen. Wir beide liefen sehr glücklich den Hügel hoch, die Aussicht war wunderschön! (Sprechblase: „Wunderschön!“) Als wir die Spitze des Hügels erreicht hatten, sah ich mein Fahrrad nicht mehr. Zwei Minuten später ging ich zurück zu meinem Fahrrad, aber ich entdeckte dass es nicht mehr da war! (Sprechblase: „Was soll ich machen?“) Sehr wütend sagte ich zu Rumo: „Du musst den Dieb schnappen!“, aber Rumo verstand nicht was ich sagte. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Dieb sich schon längst davon gemacht. (Sprechblase: „Wuff! Wuff!“, „Was macht sie da?“, „Wuff! Wuff!“ und „Wo ist Jori hingegangen?“) Ich suchte lange Zeit nach meinem Fahrrad. Ich suchte weit und breit, aber leider fand ich das Fahrrad nicht. Ich hört nicht auf zu suchen, um 10 Uhr abends beschloss ich nach Hause zu gehen und mich auszuruhen.“

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Die Geschichte beruht auf einer wahren Begebenheit in Freiburg

Post aus Schottland

Diese Woche kam ein Brief bei mir an auf den ich jeden Tag sehnsüchtig gewartet habe.

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Post nach China 

Von einer lieben Freundin bekam ich den ersten Brief aus Europa geschickt und ich habe einen kleinen Freudentanz vor dem Briefkasten hingelegt als ich ihn endlich in der Hand hielt. Die Putzfrau, die neben mir stand und mich mit großen Augen anschaute, durfte gleich Alinas Schriftzeichen begutachten und sagte so etwas in der Art wie: „Ganz toll! Das ist wirklich ganz ganz toll!“, nachdem ich ihr erklärt hatte, dass meine Freundin gar kein Chinesisch kann. „Das ist wirklich die verrückteste Adresse, die ich in meinem Leben geschrieben habe.“, schrieb mir Alina und ich bin fasziniert von ihrem Mut es einfach zu tun:

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Wer schreibt denn noch Briefe?

Ich werde nie vergessen wie ein Kommilitone von mir mich im Zug nach Paris ungläubig anschaute während ich einen Brief (auf Papier!) schrieb und er mich daraufhin fragte „Machst du davon dann ein Foto?“ „Nein.“, sagte ich. „Das ist ein Brief.“ „Ja das sehe ich, aber wer macht denn sowas? Ich schreibe nur meiner Versicherung Briefe.“

Wen es also in den Fingern juckt auch mal Post nach China zu verschicken, der möge mich bitte in einer Nachricht persönlich danach fragen. Ich gebe sie euch gerne! 🙂 Hier ist schon einmal der Anfang meiner Adresse in Shanghai zum Ausdrucken und Aufkleben, zum Striche Abmalen oder einfach als kleine Herausforderung für zwischendurch:

维若云 (Jorinde Wiese)

中国上海市

Klub der Kalligrafen

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Jeder hat mal klein angefangen

Am Freitag Abend schwinge ich nun regelmäßig und sehr andächtig den Kalligrafie Pinsel und genieße die ruhige Atmosphäre im Kalligrafie Verein der Universität. Über 40 Studenten üben sich dort jede Woche in Kalligrafie und wenn man genau hinhört, dann kann man die Tusche knistern hören, so leise ist es. Ab und zu bekomme ich gute Ratschläge von älteren Semestern und bin erstaunt wie einfach und flüssig ihnen die Striche von der Hand gehen, während ich fünfzig Mal den gleichen Strich üben muss, bis er einigermaßen anständig aussieht.

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Übung macht den Meister

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书法家维若云 🙂  Kalligrafie Meisterin Jorinde Wiese 

Sonne tanken in der 10 Minuten Pause

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Ich verabschiede mich nun, nehme es ruhig und gelassen, strecke meine Nase in die Sonne, wann immer sie auftaucht (mein Lieblingsplatz in der Pause ist das Fenstersims). Ich trotze an stürmischen Regentagen dem Wetter und singe dabei „I am singing in the rain.“ Ich gebe nicht auf im ewigen Kampf mit den Zeichen, werde es nicht müde Strich um Strich um Strich zu schreiben und glaube fest daran, dass es vorwärts geht. Langsam, aber beständig!

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休息休息 Chillen

Liebe Grüße aus Shanghai!

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Jori