Nihao Deutschland

Zu Gast bei Nihao Deutschland

Kurz nach meiner Rückkehr nach Deutschland im Juli erhielt ich eine Anfrage von der Fernsehsendung „Nihao Deutschland“. Diese Sendereihe beschäftigt sich mit Themen, die mit der Kultur und Wirtschaft Chinas zu tun haben und zeigt Geschichten von Deutschen in China und Chinesen in Deutschland. Es handelt sich dabei um eine Ko-Produktion mit der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua und der DFA Deutsche Fernsehnachrichten Agentur.

Eine chinesische Freundin aus Freiburg macht gerade bei diesem Sender ein Praktikum und schlug mich kurzerhand als geeignete Kandidatin für die nächste Sendung vor. Zu Gast im Studio waren schon das Rap-Kollektiv Feichang Fresh sowie Thomas Derksen, der in China mit Videos auf Youku durchgestartet ist und viele weitere interessante Gäste. Das Studio sei in Berlin und für den gesamten Dreh plane man einen Nachmittag ein. Ohne groß zu zögern sagte ich zu und nutzte die Chance um in Berlin und Umgebung Freunde und Familie zu besuchen.

BerlinTor

Im Studio 2

Mit meiner Gitarre im Gepäck machte ich mich auf den Weg durch Berlin zu den Havelstudios in der Nähe des Olympiastadions. Dort lag das Studio 2 in einer wunderschönen Gegend mit Ausblick auf Boote, welche direkt daneben im Wasser lagen.

 

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Im Studio wurde gerade noch das Interview mit dem vorherigen Gast gedreht und so wartete ich kurz, bis ich in die Maske gebeten wurde und mich entspannt zurücklehnen konnte. Mit geschlossenen Augen begrüßte ich den Leiter der Sendung, während gerade der Lidstrich gezogen wurde und er fragte mich ob ich auch wirklich singen wollte. Na klar wollte ich! Als ich die Augen wieder aufmachen durfte, betrachtete ich neugierig die Makeup Paletten, die sich vor mir ausbreiteten und wie die Visagistin sorgfältig alle Töne miteinander vermischte und mich im wahrsten Sinne des Wortes anpinselte.

Danach galt es zu warten und da sie mit der Technik noch nicht so weit waren, schnappte ich mir meine Gitarre und spielte gegen die aufkommende Panik an. „Wir haben ja alle schon eine Kostprobe hinter der Kulisse bekommen, magst du das nicht mal auf der Bühne ausprobieren?“, werde ich gefragt und ehe ich mich versehe stehe ich verkabelt vor drei großen Kameras.

BerlinBild4

Ignorier die Kameras einfach, jetzt geht es erst Mal nur um den Ton. Alles klar und los.“ Ich spiele Gitarre, singe dazu und versuche dabei das Adrenalin abzubauen, welches sich angestaut hat. Nach ein paar Minuten nimmt der Mann für den Ton seinen Kopfhörer ab und gibt mir einen Daumen hoch: „Super! Toll hört sich das an, echt klasse.“ Das Team bespricht sich, schreibt die Ansagentexte um, sie wollen meine chinesische Übersetzung von „Lass es Liebe sein – 让它成为爱“ (Rosenstolz) als eigenständigen Teil der Sendung ankündigen. Ich spiele derweil Rasmus Seebach „Millionær“ und das Liebeslied von Bodo Wartke vor mich hin.

 

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Wir fangen mit dem Lied an, bist du bereit? Fürs Interview ist später noch Zeit.“, wird mir gesagt. Klappe die erste und Action! Ich atme tief ein, fange an zu spielen und singen, Blick in die Kamera, alles läuft gut, doch nach der dritten Strophe verhaspel ich mich plötzlich im Text. Fällt ja niemandem auf, denke ich und breche dann doch ab. Klar fällt das auf! Jeder Chinese wird sich wundern was ich da gerade für einen Quatsch gesungen habe. Also noch einmal, Klappe die zweite und Action! Hinter mir wird der Bildschirm plötzlich schwarz, ein technischer Fehler. Ich trinke einen Schluck Wasser, mittlerweile steht mir das Adrenalin bis zum Hals, jetzt muss es doch endlich klappen!

Im Gegenteil, beim dritten Mal verhaspel ich mich gleich am Anfang und bekomme gar nichts mehr auf die Reihe. Der Text scheint aus meinem Kopf rausgepustet zu sein. Ich spiele ein bisschen vor mich hin und ärgere mich nicht mehr geübt zu haben. Doch eigentlich war genau das Teil meiner Strategie, denn ich wollte das Lied nicht tot spielen. Jedes Lied welches man zu oft übt verliert an Glanz und gerade bei diesem Lied, welches mir so wichtig ist, wollte ich unbedingt die starken Gefühle beim Singen zum Ausdruck bringen.  „Kann man irgendetwas für dich tun? Wir können auch kurz Pause machen.“, ruft mir jemand aus dem Raum zu, aber ich schüttel nur mit dem Kopf. „Ich ziehe das jetzt durch!Klappe die vierte und Action! Es klappt dieses Mal wie am Schnürchen, einmal verspiele ich mich zwar leicht, aber das ist weniger schlimm als im Text einen Verdreher einzubauen. Trotz Nervenflattern geht das Lied einigermaßen gut über die Bühne.

Uff… geht doch!“, sage ich erleichtert als alles im Kasten ist, das Team klatscht und ich torkle mit wackeligen Knien von der Bühne in den Nebenraum. „Große Klasse Jorinde, das hast du wirklich prima gemacht.“, sagt jemand anerkennend und ich bin versucht „不不不!“ (Nicht doch! Nicht doch!) zu sagen, aber hier im Studio versteht ja niemand Chinesisch. Als ich ohne Gitarre zurück ins Studio komme summt Marco, der Moderater bereits das Lied welches ich gerade gesungen habe vor sich hin: „Totaler Ohrwurm…“, sagt er und singt dazu den chinesischen Refrain: 让它成为爱。(= Lass es Liebe sein). Den Titel des Liedes musste er nämlich für die Ansage auf Chinesisch auswendig lernen und kann deshalb jetzt den Refrain auswendig singen. Ich muss schmunzeln, das Lied scheint nicht nur mir so gut zu gefallen!

Danach folgte der zweite Teil, das angekündigte Interview. Es soll ums Chinesisch Lernen gehen und mein Auslandsjahr in Shanghai. Ich hatte mir natürlich im Voraus ein paar Dinge überlegt, die ich gerne sagen wollte, doch als die Fragen auf mich einprasselten quatschte ich munter drauf los und versuchte angestrengt trotz der Aufregung in anständigen Sätzen zu sprechen. Das ist gar nicht so einfach wie es aussieht und manchmal brauchte es einen zweiten Anlauf. Schade eigentlich, dass die lustigsten Patzer und kleinen Versprecher sicher raus geschnitten werden, aber im Fernsehen soll ja immer alles perfekt sein.

Der Sendetermin ist Montag, der 4. September. Ich bin gespannt! Ehrlich gesagt kann ich mich vor lauter Aufregung kaum an den Inhalt des Gespräches erinnern, nur dass ich bei der Frage nach Fettnäpfchen und sprachlichen Missverständnissen in China vergessen habe von dem Tag zu erzählen, an dem ich einem Freund in Shanghai aus Versehen schrieb: „Ich habe einen Menschen gegessen.“ “我吃了一个人。” anstatt zu schreiben „Ich habe alleine gegessen.“ “我一个人吃饭了。” Es war trotzdem super!

Herzlichen Dank an das tolle Team im Studio und an die Einladung zu Nihao Deutschland! Ich war mit großem Spaß dabei und freue mich darüber, dass ich meine Faszination für Chinesisch teilen durfte!

再见! Auf Wiedersehen!

Jorinde 若云

 

Shanghai Shanghai

Hallo zusammen! 🙂

Nach einem Jahr in China genieße ich seit ein paar Tagen die Ruhe zuhause, atme die frische Luft, lausche den Vögeln, esse Vollkornbrot, Salat und Äpfel und trinke frischen Kaffee mit Milch. Das Leben kann so einfach sein und so schön!

Hello everyone! 🙂

After one year in China I am now enjoying the quietness at home, breathe the fresh air, listen to the singing of the birds, eat healty bread, salad and apples and I drink freshly brewed coffe with milk. Life can be so simple and so beautiful!

20170531_183245.jpg

Durch Shanghai drehen

Dabei vermisse ich Shanghai, vermisse die lebendigen Straßen mit den lebensgefährlichen Bussen, die nur auf der Suche nach Fußgängern sind, welche sie umfahren können. Ich vermisse das hektische Treiben, das Chinesische Geplapper um mich herum, das Gefühl in Menschenmassen zu schwimmen. Ich vermisse die Melodie von Family Markt (tadadadadadadadadaaaa) und den Geruch frischer Baozi. Ich vermisse die Geräusche am frühen Morgen vom Klappern des leeren Müllwagens (bummbummbumm), den Straßenfegern (pfftpfftpfft), den Baustellen in der Stadt (tuschtuschtusch) bis zu den piependen Motorrädern (piupiupiu) und natürlich den „水还有水“ Mann, unser Wassermann im Wohnheim, der Wasser in Kanistern verkauft und es zu allen Tag- und Nachtzeiten in einem lauten Singsang anpreist.

Vor allem aber vermisse ich alle lieben Menschen, die mir in diesem Jahr über den Weg gehüpft sind und mir allesamt sehr ans Herz gewachsen sind. Nur die Sprache zu lernen, das klappt nie, denn man lernt sie ja nur durch Gespräche und Erfahrungen. Schön ist das und traurig zugleich, weil alle diese Menschen irgendwo auf der Welt verteilt leben!

Das Jahr an der Tongji Universität war farbenfroh, mit allen Farben die man sich vorstellen kann, ob trist und manchmal grau, ob blau und wunderschön, oh ich würde mich so gerne wieder durch Shanghai drehen…

Turning around in Shanghai

While enjoying all these things, I miss Shanghai, I miss the lively streets with the threatening busses that seem to be looking for pedestrians to roll over. I miss the hectic movement of people around me and the feeling of swimming in a crowd of people. I also miss the sound of Chinese chitchatting around me and the melody of Family Markt (tadadadadadadadadaaaa) and the smell of fresh Baozi. I miss the sounds early in the morning, from the rattling of the empty garbage trucks (bummbummbumm), the people cleaning the streets (pfftpfftpfft), the construction works (tuschtuschtusch) and of course the“水还有水“ man, our water man who came to the dormitories to sell water every second day.

Most of all I miss all the wonderful people, that I met during this one year and who became close friends. It never works to learn only the language, because you only learn a language through conversations and experiences. That is beautiful and at the same time sad, because all these people live somewhere on this earth.

This one year at the Tongji university was very colourful, with all the colours you can possibly imagine! Sometimes dull and grey, sometimes blue and wonderful, oh how I would love to turn around in Shanghai one more time…

20170607_184335.jpg

Ehrlich gesagt fühlte es sich oft so an als ob die Zeit im Schneckentempo vergehen würde, besonders während weniger interessanten Unterrichtsstunden…

To be honest it often felt like time was not passing at all, especially during not very interesting classes…

20170607_103809.jpg

Ich kam mit einer geballten Portion Motivation in China an und hatte ein tolles erstes Semester mit guten Lehrerinnen und einer außergewöhnlichen und sehr herzlichen D-班 Klasse. Durch wöchentliche Videos konnte ich meinen Fortschritt dokumentieren und fühlte, dass Chinesisch zwar eine große Herausforderung ist, man aber schnell besser wird und nicht mehr nur 听不懂 Bahnhof versteht!

I came to China with a lot of motivation and spent a great first semester with good teachers and extraordinary classmates in a very nice class D-班 . Every week I took a video to document my progress in speaking Chinese and I felt like Chines definitively was a challenge, but I also felt that you can improve very fast and then you do not only understand nothing 听不懂. 

20170608_132625.jpg

Das sind meine Kommilitonen vom ersten Semester 🙂 亲爱的同学们

Im zweiten Semester lies die Motivation merklich nach, oder wurde viel mehr von Langeweile und Überforderung aufgefressen. Das sah dann ungefähr so aus:

In the second semester my motivation was slowly vanishing. Boredom and the feeling that everything was too difficult made me feel more und more unmotivated, which kind of looked like this:

20170511_113719.jpg

Ich bin der festen Überzeugung, dass Langeweile ein Schlüssel zur Kreativität ist und so entstand aus einer spontanen Schnapsidee die Band „Shanghai Sisters“ mit einem großen Auftritt vor vielen neugierigen Kurz- und Langnasen. Das war toll und solche Momente möchte ich trotz aller Aufregung während den Vorbereitungen und Nervenkitzel hinter der Bühne nicht missen!

I am deeply convinved, that boredom is the key to creativity and that is one of the reasons why I had the spontaneous idea to found a band called „Shanghai Sisters“. Together with Katharina and Pinelopi we went on a big stage and had a performance in front of all the students. That was amazing and I certainly don´t want to miss those moments despite being nervous backstage and feeling the thrill on stage.

20170619_150015.jpg

In den letzten Monaten überschlugen sich die Ereignisse in China und der Zeit Tiger rannte mir so schnell davon, dass ich nicht einmal mehr Zeit hatte neue Blogartikel zu schreiben. Das wird jetzt aufgeholt, soweit der Plan!

During the last few months so many things were happening in China and the time tiger was running so fast, that I had a hard time to catch him and I didn´t even find the time to write new blog articles. This will change now, that´s the plan!

20170520_113257.jpg

Wie war es in China?“, fragt das Känguru. „Das ist eine verdammt gute Frage. Hast du 10 Minuten Zeit?“, sage ich. „10 Minuten? 10 Stuunden.“, sagt das Känguru und ich beginne zu erzählen, von den ersten Wochen in Shanghai mit drückender Hitze und Nächten in denen an Schlaf nicht zu denken war, weil die Stadt niemals schläft und immer irgendwo etwas bummbumm, pfftpfft, tuschtusch oder piupiu macht.

How was it in China?„, asks the kangaroo. „That´s a really good question. Do you have 10 minutes?„, I ask. „10 minutes? 10 houuurs.„, says the kangaroo and I start to tell about my very first few weeks in Shanghai with suffocating heat and nights where I could not even think of sleep, because the city never sleeps and there is always the sound of bummbumm, pfftpfft, tuschtusch or piupiu coming from somewhere.

Ich hole tief Luft und erzähle in einem Atemzug von meiner genialen D-班 Klasse an der Tongji Universität, mit Menschen aus aller Welt, deren Chinesisch so viel besser zu sein schien als meines und wie wir täglich mit Händen und Füßen in einem Mix aus Chinesisch und Englisch miteinander kommunizierten und dabei so viel Spaß hatten.

I am taking a deep breath and tell the kangaroo about my wonderful D-班 class at the Tongji university, with people from all over the world whose Chinese seemed to be so much better than mine and how we communicated every day with a mixture of Chinese and English, sometimes using our hands and feets to express what we wanted to say.

DBanKlasse.jpg

DBanKlasse2.jpg

                                                               快乐 D-班 🙂

Ich erzähle von der bleiernen Müdigkeit die mich in den Unterrichtspausen überkam, weil mein Kopf so erschöpft war und keine chinesischen Zeichen mehr verarbeiten konnte.

I share about how I felt totally exhausted and tired during the breaks in school and how my head felt so full that I couldn´t remember new Chinese characters.

20160920_111143.jpg

Ich erzähle vom Kampf mit den Schriftzeichen und all den Hausaufgaben und wie jeder Tag sich anfühlte als ob ich einen Chinesisch Marathon laufen müsste.

I tell him about the fight with the characters and all the homework he had to do and how every single day felt like running a Chinese marathon.

20160920_173705.jpg

Ich erzähle von meinen ersten Ausflügen in die Stadt, vom bunten Treiben der Straßen…

I share about my first trips to the city, about the lively streets crowded with people.

20160917_140147.jpg

… von kleinen Geschichten die mir über den Weg liefen und sprachlichen Missverständnissen, über die ich jetzt noch lachen muss. Die Schriftzeichen 人口 und 入口 sehen sich doch wirklich zum Verwechseln ähnlich, oder etwa nicht?

… and about small stories that happened on my way and the misunderstandings that happened while speaking Chinese. The characters 人口 and 入口 look so similar, don’t you think?

20161230_135723.jpg

Ich erzähle von einer durchtanzten Nacht auf einem Dach mit Blick über Shanghai…

I tell him about one night where we danced like crazy on a rooftop with a view over Shanghai…

20161220_002300.jpg

… und vom Winter, der langsam aber sicher kam und der nassen Kälte, die einem in die Knochen kriecht, weil es nirgendwo wirklich warm ist. Ich erzähle von dem Tag als endlich mein Wintermantel von zuhause ankam und ich nicht mehr im Schaflook mit vielen Schichten Kleider in den Unterricht gehen musste.

… and about the winter, that slowly but surely came and the wet coldness, that creeps inside your body and chills you to the marrow, because nowhere is a place where it is really warm. I talk about the day when my winter jacket finally arrived from home and I didn’t have to dress like a sheep anymore when I went to class in the morning with many layers of clothes.

20161213_094514.jpg

Ich erzähle von der ersten Reise nach Peking, ausgerechnet am Nationalfeiertag in der sogenannten goldenen Woche, wenn ganz China unterwegs ist. Am liebsten erinnere ich mich dabei wie ich auf auf einer nassen Treppe ausrutschte und auf meinem Allerwertesten holterdipolter eine große Treppe bei einer Metro Unterführung runter fiel

I tell him about the first travel to Beijing during the national holidays when whole China was travelling too. My best memory of this trip was when I slipped on the long staircase of a metro station and fell down several steps in a very elegant way…

20161004_100315.jpg

Ich schwärme von der großen Mauer und der Aussicht, vom Wind der einem dort um die Nase weht und von längst vergangen Tagen berichtet.

With excitement I talk about the Great Wall and the breathtaking view. I describe how the wind is blowing around your nose there is filled with the memories of the old times.

20161003_125114.jpg

Ich erzähle vom Sommerpalast und wie schön dieser See war, wie toll es sich angefühlt hat endlich wieder Wasser zu sehen und Bäume und Boote und wie bezaubernd das alles war trotz der vielen, vielen Menschen die unterwegs waren.

I describe how amazing the Summer Palace in Beijing is and how beautiful this lake was, how great it felt to see water and trees and boats and how fascinating all of this felt like, although there were a lot of people travelling.

20161005_120401.jpg

Und weil man beim Reisen die tollsten Geschichten erlebt, erzähle ich von Suzhou 苏州

And because you experience the best stories, I tell him about Suzhou 苏州

20160910_151457

… und dem Dänischen Bäckermeister, den ich dort traf.

… and the Danish master baker, who I met there.

20160910_143705.jpg

Ich erzähle von Hangzhou 杭州 

I tell him about Hangzhou 杭州

20170430_100010.jpg

… und zwei kalten Nächten im Zelt dort.

… and two cold nights in the tent there.

20170501_083624.jpg

Das Känguru ist mittlerweile eingeschlafen. Ich stupse es an, doch es rührt sich nicht.

Meanwhile the kangaroo has fallen asleep. I nudge it, but it doesn’t move.

Trotzdem erzähle ich weiter von Guilin

Nevertheless I continue sharing about Guilin…

20170520_182115.jpg

… und den fantastischen Landschaften die es dort gibt.

… and the fantastic landscapes you find there.

20170520_183734.jpg

Das Foto sollte eine Parodie auf die Damen sein, welche im Regen auf diesen rutschigen Steinen am Flussufer Stöckelschuhe trugen nur um auf den Fotos gut auszusehen.

This photo is ment to be a parody to all the ladies posing for photos, who came to this place wearing high heels although the ground was so slippery after the rain.

20170522_152431

Reisterasse bei Longjin rice terrace in Longjin

Das Känguru schnarcht, sein Kopf sinkt auf den Beutel.

Unbeirrbar erzähle ich weiter von der Katze, die wir an einem Abend in Shanghai mit vereinten Kräften mit einer komplizierten Seilkonstruktion von einem 7 Meter hohen Fenstersims gerettet haben, nachdem ein Deutscher mich ansprach: „Wie sagt man Katze retten auf Chinesisch?“. Das Känguru ist wieder aufgewacht. Katze retten? Wie was wer wo wann wie?“, fragt es mit aufgerissenen Augen und gähnt dann herzlich.

The kangaroo is snoring, his head is sinking down on his pouch.

Without hesitating I continue sharing the story about the cat, that we saved one evening in Shanghai, working together as a team and with help from fireworkers. After a German guy asked me: „How do you say saving a cat in Chinese?“ we constructed a rope construction to save the lost cat from the 7 meter high window sill. The kangaroo woke up again. Saving a cat? How when what why who what?„, it is asking with his eyes wide open and starts yawning.

Ich erzählte von anfänglich gescheiterten Tütensuppenkochversuchen in der Wohnheimsküche (es fehlte der Schneebesen), die sich später (mit Schneebesen) zu wahren kulinarischen Geschmackserlebnissen entwickelten…

I share about my attemps to cook instant soups from home in the kitchen of the dormitory and how I failed during that simple task (I didn´t have a wire whisk) and how those soups from home (with a wire wisk) turned out to be culinary delights…

20170601_134756.jpg

… und vom ersten frischen Salat mit Soße (und meiner unübersehbaren Begeisterung), von gelungenen und köstlich gefüllten Crêpes, von Gemüsepfannen, Vollkornbratlingen, Gemüse Curry und vom erfolgreichen Zubereiten von Kartoffelsalat für über 100 Leute beim Global Village.

… and of course I mention my very first fresh salad in Shanghai with dressing (and my obvious excitement), the French Crêpes, vegetable curry and how we successfully cooked potatoe salad for over 100 people during the Global Village.

20161208_210455.jpg

20170526_120207.jpg

Dann geht mir die Puste aus und ich hole Luft. „Hast ja auch echt viel erzählt.“, sagt das Känguru. „Ist ja auch echt viel passiert.“, sage ich.  „Na das hat sich aber im letzten Artikel noch ganz anders angehört.“, sagt das Känguru und schiebt sich mit der Pfote eine Schnapspraline in den Mund. „Jetzt liest ja niemand mehr mit.“, sage ich. „Wer weiß.“, sagt das Känguru und rümpft seine Stupsnase. „Das werden wir ja noch sehen.“

Then I run out of steam and I take a deep breath. „You have shared a lot today.“, says the kangaroo. „A lot of things happened.“, I say. „Well, that sounded different in your last article with the title nothing.“, says the kangaroo, takes a Schnaps praline with his paws and throws it into his mouth. „No one is reading along here anymore.“, I say. „Who knows.“, says the kangaroo and wrinkels his button nose. „We will see.“

Tschüssikovsky! Bye bye!

Jori 🙂

Nichts.

Ist nicht dein Ernst, oder?“, fragt das Känguru. „Was?“, sage ich. „Du hast geradenichtsals Überschrift geschrieben. Willst du den letzten Artikel an Langeweile toppen?“ „Schau mir doch nicht immer über die Pfoten.“, sage ich genervt. „Geht dich doch gar nichts an ob ich nichts oder alles schreibe. Ist nichts denn nicht auch alles? Zu Beginn war doch Nichts, dann hat es geknallt und plötzlich war alles da.“

Du meinst den Urknall?“, fragt mich das Känguru. „Ja.“, sage ich. „Damit bin ich noch nie klar gekommen, dass aus Nichts so viel Materie entstanden ist. Ist ja auch egal, ich möchte heute jedenfalls nichts schreiben und dazu nichts sagende Fotos hochladen.“

Hört sich spannend an.“, sagt das Känguru und lutscht auf einem Reisschnapsbällchen rum. „Der chinesische Geheimdienst scheint ganz schöne Spuren hinterlassen zu haben.“, denkt es laut. „Irgendwie bist du nicht mehr die gleiche.“ „Mag sein.“, sage ich und knipse ein Foto von meinen Füßen und den Bäumen.

20170418_130105.jpg

Die Katze hat irgendwie auch Charme.“, sage ich. „Ja. Deutlich mehr als deine Beine.“, sagt das Känguru. „Aber warum eigentlich immer Katzen? Mach doch mal Fotos von Kängurus!“, mault das Beuteltier.

20170420_141952.jpg

Würde ich ja gerne, wenn du nicht bei jedem Foto deinen Kopf in den Beutel stecken würdest!“, sage ich. „Hier hast du ein Känguru, zufrieden?“

20170429_200746.jpg

„Ich habe übrigens ein Gedicht geschrieben.“, sage ich. „Hört, hört.“, sagt das Känguru. „Willst du es hören?“, fage ich. „Hab ich ne Wahl? Schieß los!“

Nicht müssen müssen

Wenn ich einfach mal nicht müssen muss

Und sich das Sein allein,

Sowie das allein sein

Wunderbar anfühlt.

Wenn ich abtauche,

So tief, dass mir die Luft wegbleibt.

Dann spüre ich, dass das Leben verdammt gut ist.

Unergründbar tief und

Unbeschreibbar schön.

Atemzug.

Stabil.“, sagt das Känguru anerkennend nickend und schreibt „Nicht müssen müssen“ auf seine Not To Do Liste.

20170416_124104.jpg

STABIL.

Warnung: Um die chinesische Internetzensur zu umgehen werde ich im folgenden Artikel mit Metaphern um mich schmeißen, Redewendungen erfinden und ab und zu die Wegstaben verbuchseln. „Wie was zum Bleistift?“, fragt das Känguru. „Beispiel. Hör auf damit ich mag keine Wortverdreher. Es dient mir nur als Mittel zum Zweck.“, sage ich. „Ach was das kannst du nicht haben? Und ich dachte mit so etwas verdienst du dein Geld.“, sagt das Känguru. „Stück mal ein Rück.“, sagt es. „Was?“, frage ich. „Ich sage rück mal ein Stück.“ „Achso ich habe stück mal ein Rück verstanden!“, sage ich. „Ja genau, stück mal ein Rück ich will auch in den Schlepptop gucken!“ Das Känguru sitzt neben mir und streicht mit seiner Pfote über den Schaukelstuhl.

Jetzt sind wir also schon 8 Monate in China und obwohl du nie ein Problem mit dem Chinesischen Geheimdienst hattest, übst du dich in Selbstzensur.“, sagt das Beuteltier. „Genau, man weiß ja nie wer alles mit liest. Präventives zensieren im Falle des Falles.„, sage ich. „Dir muss echt langweilig sein.“, sagt das Känguru. „Gib mir mal lieber diese Reisschnapsbällchen!“, sagt es und wirft sich ein paar in den Mund. „Köstlich!“, ruft es. „Auch welche?“ „Nein, danke, sage ich. Mag ich nicht.“

Frag mich mal wie es in China ist.“, sage ich. „Wie ist es in China?“, fragt das Känguru. „Viel Schönes dabei.“, sage ich und nicke dazu viel sagend, beziehungsweise wenig sagend. „Ach weißt du, es ist viel passiert.“ Das Känguru blickt mich mampfend an. „Zum Beispiel habe ich eingesehen, dass sich Chinesisch nicht so schnell lernt wie gedacht. Da hat man endlich ein Niveau erreicht in dem man sich verständigen kann und zack kommt die Schriftsprache, die mit der gesprochenen Sprache fast nichts mehr zu tun hat und man steht da mit einem Haufen neuer Wörter die nur in Büchern existieren und chinesischen Sprichwörtern und Weisheiten, deren Sinn man jeweils verstehen soll und doch versteht man nur Bahnhof und fühlt sich so klein und unwissend wie ganz am Anfang. Das ist echt frustrierend. Zum Beispiel steht in einem Satz anstatt „Trivialitäten“ plötzlich etwas von Knoblauch und Hühnchen, aber dabei bedeutet das Sprichwort Trivialitäten, aber wie soll eine Langnase das denn bitte verstehen?“

Nanu.“, sagt das Känguru. „Wir wollen uns doch nicht den Spaß verderben lassen!“, sagt es und bietet mir ein paar Reisschnapsbällchen an. Zögerlich koste ich eines, spucke den Rest auf den Boden und frage angeekelt „Bäh! Wie kannst du das essen?“. „Geschmackssache.“, sagt es schulterzuckend. „Und weißt du das ist hier so wie früher in der Schule als wir Stunden absitzen mussten und mich meine Sitznachbarin immer fragte: Wie lange isch es noch? Noch 10 Minuten. Noch 9 Minuten. Noch 8 Minuten. Ding dong. Endlich.“ „Du hörst dich ziemlich begeistert an.“, sagt das Känguru. „Total.“, sage ich. „Das war jetzt ironisch gemeint, oder?“, fragt es. „Nein.“ „Aber das nein eben war ironisch gemeint, oder?“ „Ja.“, sage ich. „Lass das mal mit der Postironie, das verwirrt mich kolossal.“, sagt das Känguru.

Also ich finde China ja geil, weil es einfach niemanden auf der Straße interessiert wie rum ich hüpfe.“ „Du kannst doch gar nicht rückwärts hüpfen.“, sage ich. „Wohl.“, mault das Känguru. „Jedenfalls könnte ich hier rückwärts hüpfen. wollte ich es und es würde gar niemanden interessieren.“, sagt es. „Das stimmt.“, gebe ich zu und denke an all die Menschen die mir schon rückwärts laufend und in die Hände klatschend begegnet sind. „Es stört auch niemanden wie viele Sachen aus meinem Beutel rausgucken oder wie mein Fell aussieht.“ „Ja das ist echt schön.“, sage ich. „Irgendwie befreiend.“

Weißt du was echt blöd ist?“, fragt das Känguru. „Nee…“, sage ich. „Na dass der chinesische Geheimdienst vielleicht nur auf deinen Blog stoßen wird, weil du das Wort „chinesischer Geheimdienst“ mindestens 5 Mal in diesem Artikel geschrieben hast, obwohl es eigentlich deine Absicht war ihn zu umgehen.“ „Man sollte den Dingen ins Gesicht sehen.“, sage ich.  „Nach dem Motto: Wie komm ich hier weg bloß? Weglaufen ist zwecklos!“, kichert das Känguru.

Du begibst dich auf gefährliches Terrain.“, fügt es hinzu. „Habe ja noch nicht viel gesagt bis jetzt. Jedenfalls nicht relevantes.“, sage ich.  „Du weißt der Unterschied zwischen irrelevant und irre relevant ist verschwindend gering.“, sagt das Beuteltier. „Ja ich muss zugeben meine geheime Botschaft steckt zwischen den Zeilen.“, sage ich. „Mir scheint du hast gar keine geheime Botschaft, das war nur ein pfurzlangweiliger Blogartikel und du willst irgendjemanden an der Nase herumführen.“ „Exaktenau. Jemand liest gerade mit.“

Du hast ja gar keine Metaphern verwendet.“, sagt das Känguru. „Das war bloß eine falsche Spur.“, sage ich. „Das verwirrt die Menschen vom Geheimdienst.“

Warum steht eigentlich „stabil“ im Titel?“, fragt das Känguru. „Das ist so ein neues Wort.“, sage ich. „Man kann es als zustimmendes: „Ja, das finde ich auch.“, verwenden oder als: „Das finde ich gut!“. Es kann auch „prima, klasse, super“ ersetzen. Stabil ist so ziemlich alles was gut ist.“ „Stabil.“, sagt das Känguru nachdenklich. „Gefällt mir.“

Das Jahr des Suppenhuhnes

大家好! Hallo zusammen! 

Vor ein paar Tagen feierte ich in China ganz traditionell das Chinesische Neujahrsfest und der Feuerhahn kräht seitdem als ob es keinen Morgen gäbe. Das Jahr des Huhnes, bzw. des Feuerhahnes hat begonnen und mit der größten Verspätung der Welt wünsche ich euch allen ein gutes neues Jahr 2017.

20170127_161400.jpgSelbstgebastelter Feuerhahn auf Scherenschnitt

好久不见! Lange nicht gesehen!

Seit dem letzten Artikel Anfang Dezember ist viel passiert, im echten Leben und auf Papier. Dieser Artikel jedoch beschränkt sich auf das Wesentliche ganz nach dem Motto: „In der Kürze liegt die Würze“, denn ich tippe diesen Text gerade in mühsamer Handarbeit auf dem Handy ein.

Ein Bisschen China

Seit Ende der Prüfungen Mitte Januar schreibe ich Kapitel um Kapitel meines geplanten Buches „Ein Bisschen  中国 China“. Im März möchte ich einen Podcast mit den einzelnen Kapiteln aufnehmen. Viele der Geschichten habe ich bereits als kleine Sprachnachrichten an meine Familie und Freunde verschickt und es hat unglaublich viel Spaß gemacht die Reaktionen zu sehen! „Ein Bisschen 中国 China“ scheint nicht nur Chinanerds zu interessieren, sondern auch Menschen, die mit China und Chinesisch wenig Kontakt haben. Mein Lieblingskapitel ist zurzeit „Mein Nachbar der Elefant“ welches von meinem in der Nacht furchtbar laut hopsenden Nachbarn handelt, den ich auf frischer Tat ertappt hatte und zur Rede stellte. Auch der Thermalbad Besuch in Shanghai, welcher mit vielen peinlichen Missverständnissen und einem roten Kopf begann ist eines meiner liebsten Kapitel im Buch. Bis so ein Buch jedoch wirklich fertig geschrieben ist braucht es sicher noch eine Weile, aber ich habe ja Zeit.

20170125_131956.jpg

Es sind vor allem die kleinen Absurditäten des Alltages in China, welche dieses Buch füllen werden, aber auch wie das mit dem Chinesisch Lernen alles angefangen hat, wo es mich hingeführt hat und wie der Lernprozess war und ist. Man hat bei Chinesisch niemals ausgelernt!

The Longest Way

Vermutlich ist der Weg des Chinesisch Lernenden einer der längsten, aber ich bin immer noch fleißig dabei ihn Schritt für Schritt zu gehen. Fleiß ist ein wichtiger Begriff, denn Chinesisch lernen kann jeder, davon bin ich überzeugt, mit großer Intelligenz hat das wenig zu tun, nur die Puste darf einem beim Lernen nicht ausgehen und man muss einen gewissen Ehrgeiz und Fleiß entwickeln. Das alles habe ich (nur die Geduld fehlt manchmal!) und deshalb kämpfe ich mich zur Zeit durch Christoph Rehages Buch „The Longest Way“ auf Chinesisch. Es ist genial, auch wenn ich bei vielen Abschnitten nur 火车站 Bahnhof verstehe.

20170123_144624

Was ich mir einmal in den Kopf gesetzt habe, das ziehe ich auch durch.

20170124_150158

Mit den besten Grüßen ans andere Ende der Welt! Bis bald in neuer Frische!

Jorinde

Au revoir tristesse!

Hallo zusammen! 大家好!

Schon hat der Dezember begonnen und es sind bereits über 3 Monate seit Beginn meiner Zeit in China vergangen. Es geht mir gut hier und ich glaube, langsam bin ich wirklich angekommen. Ein Glück, dass ich ein ganzes Jahr in Shanghai bleiben darf, auch wenn ich so manches Mal gerne in einen Flieger nach Hause steigen würde. Manchmal überkommt mich kurzzeitiges Heimweh, auch wenn ich mir Heimweh eigentlich nicht leisten kann.

Dafür ist die Zeit hier doch zu kostbar und zu einzigartig, oder wie eine chinesische Weisheit sagt:  „Mit Sehnsucht im Herzen, schätzt man die Dinge in der Ferne mehr.“ (Frei nach Joxinyu Wiexu eine alte chinesische Dichterin) Ein bisschen Sehnsucht nach zu Hause gehört außerdem dazu und es ist gut so wie es ist.

20161202_135144.jpg

Ein bisschen Natur mitten auf dem Campus

Ehrlich gesagt, ist das Leben hier oft anstrengend und nicht sonderlich entspannt, aber ich versuche das Beste aus allem zu machen. Hinter den Kulissen passiert vieles, das nicht hierhin gehört, aber es geht mir wie schon gesagt trotzdem gut.

Das Leben rollt und ich rolle mit.

20160225_165229.jpg

Wintertage in Freiburg

Letzte Woche passierten viele Dinge, die mich zum Schmunzeln gebracht haben und die Tristesse der letzten Zeit verblassen ließen. Über diese Dinge werde ich nun berichten, auch wenn es nicht zu allen Geschichten Fotos gibt. (Kopfkino bitte anschalten!)

Da war zum Beispiel das Treffen mit meinem Tandempartner, den ich Sven genannt habe. „Das hört sich an, wie wenn du von deinem Hund redest.“, sagte ein Mädchen aus meiner Klasse. (Dem muss ich widersprechen!) Sven lernt erst seit 3 Monaten Deutsch und musste vor kurzem als Hausaufgabe einen Aufsatz schreiben mit dem Thema „meine Traumfrau“. Ich erwartete, dass er etwas in der Art von: „Meine Traumfrau ist hübsch, groß und hat schöne Augen.“, schreiben würde, doch er überraschte mich und schrieb doch tatsächlich: „Die Frau meiner Träume ist schön, aber das Aussehen ist nicht sehr wichtig. Viel wichtiger ist der Charakter.“ Diese Aussage war einfach herrlich und ich finde viele Männer könnten sich davon eine Scheibe abschneiden!

Käsespazieren

Beim gemeinsamen Essen in der Kantine sagte Sven, dass er gerne Käsespazieren essen würde und brachte mich damit ziemlich zum Lachen. „Käsespätzle meinst du?“, „Ah, ja genau!“, antwortete und musste über sich selbst lachen, als ich ihm erklärte, dass Käsespazieren ein sehr poetisches und vollkommen absurdes Wort ist. Es macht mir sehr viel Spaß jemanden beim Deutsch lernen zu begleiten und ich bin ganz erstaunt wie schnell Sven Fortschritte macht. Er hat vor kurzem auch meine Mitschüler beeindruckt, weil er nach so kurzer Zeit bereits Deutsch sprechen kann.

Deutsch lernen in ganzen Sätzen

In seinem Deutschbuch werden alle Vokabeln in ganze Sätze verpackt und ich bin der festen Überzeugung, dass nur das Sinn macht. Denn selbst wenn man in einer Fremdsprache 1000 einzelne Wörter gelernt hat, so heißt das noch lange nicht, dass man sie in Sätzen verwenden kann. Er überrascht mich so manches Mal mit seinen Nachrichten und so erhielt ich eines Tages als Antwort, ob wir uns treffen könnten, eine Nachricht in der: „Ja, freilich.“ stand und hörte dabei einen Bayern, der „Jo, freilich.“ sagt. Herrlich!

Rindertee

Zuhause trinke ich viel Tee, meine Familie kann in dieser Hinsicht locker mit den Engländern mithalten, denn bei uns gibt es jeden Nachmittag eine große Kanne Schwarztee mit Milch.

20160707_180502.jpg

Auf Chinesisch heißt Tee mit Milch 奶茶 (=Milchtee). Das Wort für Milch besteht aus zwei Zeichen: 牛奶  Einmal Rind und Milch und wird mit dem letzten Zeichen abgekürzt. (das letzte Zeichen in Milchtee) bedeutet Tee. Vor kurzem wollte ich in einem Café Tee mit Milch bestellen und sagte: “我想要一杯牛茶。” , das bedeutet übersetzt: „Ich hätte gerne einen Rindertee.“ Die Verkäuferin schaute mich verwirrt und etwas perplex an und dachte sich sicher: „Die spinnen, diese Ausländer!“ Schnell wurde mir das Missverständnis klar und ich ergänzte 牛奶 Milch! “啊!奶茶,对吗?” „Ah, Tee mit Milch, stimmt´s?“ Ich nickte erleichtert.

黑得很漂亮 Schön schwarz gefärbt?

Im Unterricht beschwerten wir uns bei der netten Lehrerin über eine weniger nette Lehrerin. Ein Mitschüler sagte beruhigend: „Keine Sorge, es ist jetzt gar kein Problem mehr, dass sie nicht gut unterrichtet, denn einmal pro Woche halten nun Schüler den Unterricht. Das macht Spaß!“  “你黑得很漂亮。”, sagt unsere Lehrerin auf Chinesisch und wir verstehen nur die Schlüsselwörter (schwarz) und 漂亮 (schön; hübsch). “黑色的黑?” „Meinen Sie das schwarz von schwarzer Farbe?“, fragt Alex. Diese Methode benutzt man oft um sicher zu gehen, dass man dasselbe Schriftzeichen meint. Es gibt nämlich zu jeder Aussprache mindestens 5 (wenn nicht gar 20) verschiedene Schriftzeichen, die in unterschiedlichen Kombinationen ganz verschiedene Dinge bedeuten können.

Ja, sie meint das schwarz von schwarzer Farbe, bestätigt unsere Lehrerin nickend und wir können uns das Grinsen nicht verkneifen. In unseren Köpfen kommt nämlich: „Du bist schön schwarz gefärbt.“ an, denn wir kennen diese Grammatik Konstruktion nur von Sätzen wie: “你说得很好。” (Das hast du sehr gut gesagt.) Du bist schön schwarz gefärbt, ja warum eigentlich nicht? Dumm nur, dass ausgerechnet der Mitschüler zu dem sie gerade spricht aus dem Yemen kommt und dunkle Hautfarbe hat. Unpassend auch, dass sie 漂亮 (hübsch) sagt, obwohl man diese Art von hübsch nur für Frauen verwendet und er ein echter Kerl ist zu dem dieses Wort einfach nicht passt.

Was ist denn los?

Wir alle brechen in schallendes Gelächter aus, vor allem unser Mitschüler kriegt sich gar nicht mehr ein vor Lachen. Unsere Lehrerin schaut uns erst völlig verdattert an und fragt dann sichtlich verwirrt: „Was ist denn los mit euch?“ Plötzlich dämmert ihr das Missverständnis und sie läuft schlagartig puterrot an. „Nein, nein! So meine ich das nicht, ich meine… Mensch! Ich meine etwas anderes, hört zu!“ Es stellt sich heraus, dass der Ausdruck gar nicht „schön schwarz gefärbt sein“ heißt, sondern dass es sich um einen modernen Ausdruck für das Wort „kritisieren“ handelt. Etwas elegant kritisieren wird umschrieben mit: „etwas schön schwarz machen„. Was für ein herrliches Missverständnis!

Der Moment, wenn du…

Zu Beginn des Semesters sah ich in der Mensa einen Chinesen, der ein cooles T-Shirt trug mit dem Spruch: „Der Moment, when du start thinking in zwei Sprachen.“ Aus Neugierde sprach ich den Jungen an. Es stellte sich heraus, dass er und alle seine Freunde am Tisch Deutsch lernten und prompt wurde ich zu einem gemeinsamen Essen in den nächsten Tagen eingeladen. Ich war ziemlich überrascht und freute mich endlich mal typisch Chinesisch zu essen.

Feuertopf Überraschung

Wir trafen uns ein paar Tage später in einem Feuertopf Restaurant und unterhielten uns wunderbar wenn auch mit Händen und Füßen, denn ich konnte noch nicht gut auf Chinesisch sprechen. Der Tisch wurde mit tausend Köstlichkeiten bedeckt und die Jungs waren unsere Schwenkmeister und ließen die einzelnen Zutaten jeweils in der Brühe köcheln um sie uns Mädchen dann in die Schüsseln zu geben. So weit so gut.

Feuertopf.jpg

(Quelle: Baidu)

Lecker schmecker After

Voller Eifer benannte Henry auf Deutsch was immer er gerade kochte: „Lecker Gemüse!“ „Hier ist Kartoffel.“ „Hier ist After, lecker After. Bitte WAS?! Hatte ich gerade After gehört? Ich bin wirklich hart im Nehmen und habe auch die für meinen Geschmack gruseligen Hühnerfüße probiert, aber Rinderafter, da hört bei mir jede Liebe auf. Die Jungs diskutierten kurz auf Chinesisch, schlugen das Wort im Wörterbuch auf dem Handy nach, ganz sicher schienen sie sich nicht zu sein und sagten dann aber bestimmt: „Ja, After. Sehr gut! Möchtest du probieren?

Zuviel des Guten

Nicht mit mir.„, dachte ich und bereitete mich innerlich darauf vor dankend abzulehnen bevor der sagenumwobene Rinderafter in meiner Schale landen würde. „Entschuldigung. Schwanz! Das ist Schwanz!“, sagte Henry wenige Sekunden später und ich begutachtete das gute Stück. Es war in der Tat Rinderschwanzsuppe, für Vegetarier sicherlich ein Gräuel, aber durchaus auch in Deutschland ein sehr beliebtes Essen! Ich war so dankbar darüber keinen After runterwürgen zu müssen, dass ich danach sogar ohne Murren gekochten Koriander aß, obwohl dieses Kraut für mich wie gekochte Wanze schmeckt.

Universelle Willkür

Nach dem Unterricht lief ich an einem Nachmittag vor der Deutschen Bibliothek auf dem Campus der Tongji Universität Thomas Derksen in die Arme, der in Shanghai mit seiner Frau lebt und hier ein sehr bekannter Youku (das chinesische Youtube) Star ist. Er macht äußert originelle Videos in denen er astreines Chinesisch spricht, meistens Frauenrollen spielt und nicht nur Chinesen auf humorvolle Art und Weise unterhält.

AfuThomas3.jpg

(Quelle: Baidu)

Ich schrieb Thomas vor einem Monat per Mail wie klasse ich seine Videos finde und erzählte ihm von meinem Blog. Als wir uns in Shanghai trafen, erkannte er mich wieder und brachte mir gleich ein chinesisches Sprichwort bei: “鬼使神差” Das bedeutet soviel wie: „ein kurioser Zufall“ Hier ist ein Beitrag von Thomas auf Weibo (dem chinesischen Facebook) und ich glaube es war kein Zufall, dass ich diesen Beitrag auf seiner Seite entdeckt habe.

AfuThomasTagebuch.jpg

(Quelle: Weibo 阿福 Thomas)

Metro TV

Er ist übrigens seit kurzem überall in der Metro von Shanghai zu sehen. Dort laufen immer kleine Video Clips ab und ich freue mich sehr für ihn, dass er hier so durchstartet! Viel Erfolg weiterhin! 加油!加油!加油!

AfuThomasMetro.jpg

(Quelle: Weibo Metro TV mit 阿福 Thomas)

Es war tatsächlich ziemlich verrückt Thomas Derksen mitten in Shanghai über den Weg zu laufen und als ich meinen Eltern erzählte, dass ich ihn zwar getroffen hatte, aber nicht auf die Idee gekommen bin als Beweis ein Selfie zu machen, da sagten sie bloß: „Hat denn dieses Land gar nicht auf dich abgefärbt?“

Nackte Hochzeit 裸婚

NackteHochzeit.png

Zwei Tage später ging ich wieder nachmittags in die Deutsche Bibliothek hinein und war vergeblich auf der Suche nach einem Sitzplatz. Als ich gerade wieder gehen wollte, weil ich weit und breit keinen freien Platz fand, entdeckte ich bei der Treppe Sven Hänke, den Autor des Buches „Nackte Hochzeit“ und konnte meinen Augen nicht ganz glauben. Sein Buch habe ich letztes Weihnachten geschenkt bekommen und meine gesamte Familie samt Oma hat es mit viel Spaß gelesen und an unzählige Freunde, Bekannte und Verwandte weiter verschenkt.

Ich hatte Sven Hänke zuletzt bei einer Lesung in Freiburg getroffen und wusste, dass er mittlerweile mit Frau und Kind in China lebt, jedoch mit Sicherheit nicht in Shanghai. Es stellte sich heraus, dass Thomas Derksen und Sven Hänke beide an zwei verschiedenen Tagen einen Vortrag in der Deutschen Bibliothek gehalten hatten und es sie deshalb auf den Campus der Tongji Universität verschlagen hatte. „Liebe Grüße unbekannterweise an deine Eltern und deine Oma.„, sagte Sven Hänke zum Abschied. Irgendwie verrückt und auch dieses Mal vergaß ich im Eifer des Gefechts ein Foto zu machen. Man trifft sich immer zweimal im Leben, in diesem Falle wohl die Wahrheit.

2016-06-24.jpg

Sven Hänke in Freiburg (Foto für meine Oma)

Spiderman in Shanghai

Als ob all diese Zufälle nicht schon reichlich genug wären, rollte eines Tages Spiderman an mir vorbei. Ja genau der Spiderman! Der echte!

20161204_144238.jpg

Verfolgungsjagd durch Shanghai

Was mich aber viel mehr erstaunte, als dass Spiderman gerne Inline Skate fährt, war die Tatsache, dass es einfach niemanden interessierte. Nur wenige Passanten drehten sich um, obwohl mir gesagt wurde, dass Spiderman in China sehr wohl bekannt ist. Er setzte sich sogar in aller Seelenruhe auf eine Bank mitten in der Fußgängerzone Shanghais und es störte niemanden. Nur ein paar Ausländer lachten Tränen als sie ihn entdeckten. Ich ließ es mir nicht nehmen und verfolgte Spiderman 20 Minuten lang durch die Innenstadt.

20161204_144415.jpg

Er war sehr schnell und flitzte mir immer wieder davon

Kommer I fra Danmark? Kommt ihr aus Dänemark?

Es sollte aber nicht die letzte zufällige Begegnung sein, die mich in dieser Woche glücklich machte! Lange habe ich nach Dänen hier an der Tongji Universität Ausschau gehalten, einfach weil ich Dänisch noch immer über alles liebe und ich jedes Mal wenn sich die Gelegenheit bietet furchtbar viel Spaß dabei habe Dänisch zu sprechen. Bislang hatte ich jedoch keine einzige Dänin oder Dänen getroffen. Das sollte sich auf einen Schlag ändern.

DSCN4622.JPG

Nur so ein kleines bisschen verrückt… Hvem er det?! (Wer ist das bl0ß?!)

Ich glaub mich knutsch ein Elch

An einem Tag schlenderte ich an einer nicht enden wollenden Schlange an chinesischen Studenten vorbei, die für irgendetwas mindestens 700 Meter lang mitten auf dem Campus anstanden. Am Ende der Schlange entdeckte ich ein Tickethäuschen, welches heißbegehrte Tickets für einen Sing- und Tanzwettbewerb verkaufte.

Ich blieb stehen und betrachtete fasziniert wie alle Studenten mit einer Seelenruhe darauf warteten, dass diese unfassbar lange Schlange an Menschen sich in Zeitlupe wenige Zentimeter nach vorne bewegte. Mit halben Ohr bekam ich: „You won´t understand that, you are Danish.“ mit und war plötzlich hellwach. Ein Däne? Hier an der Uni? Ich sprach ihn prompt an und ja, er war tatsächlich ein waschechter Däne. „Es gibt sie also doch hier!„, dachte ich mir und wusste nicht, dass es noch besser kommen sollte.

Was wenn sie Dänin ist?

Als ich an einem Abend gerade nach Hause gehen wollte, kamen drei Jungs ins japanische Restaurant, die in meinen Augen ziemlich Deutsch aussahen. Sie setzten sich genau neben mich, warfen mir einen flüchtigen Blick zu und murmelten dann in einer mir unverständlichen Sprache.

Plötzlich schnappte ich jedoch ein paar dänische Satzfetzen auf: „Was wenn sie Dänin ist?„, sagte einer. „Ach Quatsch, das kann nicht sein…„, sagte ein anderer. „Kommt ihr aus Dänemark?„, startete ich die Offensive und schaute in drei verwirrte Gesichter. „Keine Angst, ich bin keine Dänin, aber ich liebe Dänisch!“ Sie erzählten mir, dass sie bisher noch keine anderen Dänen auf dem Campus getroffen hatten. Ich dachte nur: „Vier Dänen auf einen Streich! Nicht schlecht, nicht schlecht.

dscn0079

Heute ist Nikolaustag und ich werde jetzt in die Deutsche Bibliothek gehen und mit anderen Deutschen und Chinesen einen schönen Abend verbringen. Wer weiß, vielleicht wartet ja heute Angela Merkel dort? Oder etwa das Känguru von Gegenüber, oder das Gespenst des Kommunismus? Nichts ist unmöglich!

Ich wünsche euch eine schöne und ruhige Adventszeit!

Liebe Grüße,

Jorinde

Time is flying

Hello everyone! 大家好!

20161122_085927.jpg

There is a Chinese saying: 喜光似虎 „When your life is good, time flies as fast as a running tiger.“ 

20161115_142145.jpg

I am finally writing a new article in English!

I don’t know how to start this article… So much has happened since my trip to Beijing with Catherine in October and since my very first days in Shanghai. Nearly three months have already passed since I started living in Shanghai and the „time tiger“ is running without taking a breath. I feel like every new week is a new adventure and unexpected things happen.

20161115_152237.jpg

Looking back 

I guess the most important part of my life here in Shanghai are the Chinese classes every day and my  wonderful classmates. 🙂

IMG_20161124_091642_1.jpg

同学们好, 你们是最棒的!

I am attending Chinese classes in reading, writing and listening every day from 8 am to 12 am and although I am slowly catching up with my classmates in the D class, they are still better than me. I like to challenge myself and I hope that during the following weeks and months I can focus more on speaking Chinese and practice what I have learned so far!

20161120_131702.jpg

慢慢来!Take it easy. 

Just a little patience

For the moment I have to be more patient and give myself some time to get better. Chinese is not easy and I am not a genious and that’s ok. In the future I want to reach a level where I can write stories in Chinese and speak fluently without thinking about what I am going to say next and I will get there one day.

I just have to wait patiently like this cat and let the rain and the clouds pass. I let people rush by, who learn faster than me and take my time, going my own way. There is no need to pass the HSK exam 4 or 5 or 6 right now, because I am still in the learning process. As long as I keep studying and challenging myself I will only get better every day.

20161117_194314.jpg

Philosophy in Chinese

Last week I attended a presentation about the School of Athenes in the Sino German library and apart from learning more about Raphaels painting and the history of philosophy, I had an interesting experience. The professor was speaking in German and during his speech he combined it with the translation of some Chinese quotes.

20161117_194831

我明白了!can understand it!

It felt great, because that evening I managed to understand about 80 % of the Chinese quotes. There were still some characters that I didn’t understand, but at least I reached a level where I can try to guess the meaning of the unknown words.

20161120_160435.jpg

Chapter 10 of the textbook

If I want to understand 100 % of a text in my textbook, I need to look-up a lot of words in order to understand the text, but if there are too many unknown characters I have the tendency to feel like this:

20161119_153330

什么?!Whaaat?! 

Cookie story

I am a very serious student (most of the time) but sometimes I get creative. During one Chinese lesson I got inspired by my cookies and created this:

20161111_114537

Bird:Hey, can you help me?Ape:Sure!Sheep:Is this flower tasty? Rabbit: „Zzzz….  It is soo comfortable!Baby rabbits:Where did dad go?“ Lion:Ahrr… I want to eat you!

Learning like a child

This is why I love Chinese! I would never feel like drawing something like this in any other language I have learned so far, but because I started to learn Chinese in a way children learn the language and I have been struggling with the basics for a long time, I am still happy to be able to write those kind of simple sentences and get creative.

Big city life

Whenever I have free time or I don’t feel like studying, I go out and explore the city of Shanghai. There is still so much to see! After few hours of the colourful, noisy and crowded city center I am always happy to come back to Tongji University and enjoy the more calm and peaceful environment and visit the cats of our campus (I am a cat lady!) I feel grateful to have a place to stay in the dormitory on campus and I simply can’t imagine how life must be like, if you live in an appartment inside the city center. I miss the nature of Germany and Switzerland everyday, but at least we have some trees and a small lake on campus.

20161113_153421

Mum, can I please get one?“ „You are grown up, Jori.“ „No, I am not…

20161120_194258.jpg

Rush hour in Shanghai 

20161119_150819.jpg

Weekend trip to the French Concession in Shanghai with my friend Catherine

20161118_133152.jpg

Panorama view from one of the windows of my dormitory. (This is not what I see from my room everyday, I wish it was…)

20161119_123426.jpg

Awrrrr…This is our chubby, wonderful cat living in front of the dormitory number one.

20161121_132332

This is the cat living next to the tennis court. Every cat has a fixed place on campus and I fell in love with them!

20161118_130752.jpg

This is my most favourite cat and I call him Felix. He is great. It is a boy! I once thought it was a girl, but I was wrong. We met on a very rainy and cold day and he fell asleep in my arms that night. I can spent hours with this cat, he is so cute 太可爱了

Danke Mama 🙂

First of all I have to say a huge: “THANK YOU MUM, YOU ARE THE BEST! 妈妈, 谢谢你, 你最棒!”, because I received so many wonderful packages in the past week with winter clothes, small things that I needed from home and chocolate 巧克力 from you! Tusind tak fra hjertet!

20161123_203616.jpg

Adventskette 

The best surprise was a home made Advent calender (we call it „Adventskalender“ in German, but this special kind of Advent calender is called „Adventskette„). It makes me so so so So happy! 让我非常高兴! I can still remember that I once told my mum: „I am grown up now, I don’t need this anymore.„, nevertheless my mum surprised me this year with a huge 2kg package full of small presents for each day of December! I tried to explain the German tradition of the Advent calender to the nice lady 阿姨 at the reception who gave me the packages, but I failed… Sometimes it is still hard to explain in Chinese what I want to express!

20161123_155703.jpg

The small packages are now decorating my room and I feel like Christmas is coming soon.

20161123_171055.jpg

Can you still remember my wall of vocabulary sheets? It is continuosly growing and has now reached my bed. I can now learn Chinese while sitting on my bed!

My Chinese Learning Process

Since the first week I tried to regularly sit down in front of my camera and talk about the things that happened to me during the week. I think it is a great way of practicing to speek Chinese and I am really looking forward to listen to the recordings in some months or years. I can already feel a difference between the first few weeks and now. Despite all the progress I made so far, I am still doing a lot of mistakes and I have the tendency to use Chinglish when I am talking, (Chinese mixed with English) but I guess that is part of the game and it makes it very funny to listen to. 🙂 

ChineseLearning.JPG

Here I am explaining the German word for glove „Handschuh“ (Hand = hand; Schuh = shoe) Hand + Schuh = Handschuh (handshoe)

Sometimes I like to send the videos to my parents and ask them what I am talking about. They don’t understand Chinese and when I sent them the video with this lion, my dad wrote me: „That was easy. Catherine nearly got eaten by a lion, but she survived it!“ I have to admit this is clever 聪明,but wrong 但是不对🙂

LION.JPG

There is still a lot to write about and share, but I will save some things for my next article. I hope to write more and more 越来越多 articles in English, so that all of you can be part of my experiences here in Shanghai!

Greetings to all of you!

20161122_085758.jpg