Die VULVA und die CDU

Moin! Folgender Artikel ist keine Satire. Manchmal ist die Realität lustiger als alles was man sich so ausdenken kann. Wie die CDU auf die Vulva kam, könnt ihr hier lesen:

„Die CDU Mönchengladbach möchte dem Köntges beantragte Fördermittel u.a. deshalb nicht zur Verfügung stellen, weil wir dort im Rahmen unseres feministischen Festivals Femtastic über Vulven gesprochen haben. Sie möchten nicht, dass weiterhin derart aufklärerische Vorträge dort gehalten werden.
Wir finden, dass das gesetzlich geschütze recht auf sexuelle Selbstbestimmung unbedingt mit dem Wissen über den eigenen Körper einhergehen muss!
Der folgende Videobeitrag der wunderbaren Referentin Jorinde Wiese ist eine erste öffentliche Stellungnahme zu unserer Pressemitteilung von heute Mittag. Vielen Herzlichen Dank dafür! (…) Der eingetragene Verein initiative altstadt mönchengladbach mit seinem Ladenlokal, dem Köntges, bereichert seit mehreren Jahren nicht nur das Quartier von der Waldhausener Straße aus, sondern auch die Gladbacher Kunst- und Kulturszene. Menschen verschiedenster Hintergründe und Weltanschauungen sind im Köntges zu Gast oder nehmen an Veranstaltungen der Altstadtinitiative teil.“

Hier der Link zur vollständigen Pressemitteilung:
https://www.facebook.com/fAktMG/posts/855275408283867?__tn__=K-R-R

Die Vulva macht der CDU Angst. Anscheinend werden durch die Vulva demokratische Werte gefährdet. Nur was ist an Aufklärungsarbeit antidemokratisch und was ist an der Vulva links, ist die nicht eher so mittig?

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Guten Tag, Mein Name ist Jorinde Wiese, Als Mitglied der Grünen und Aktivistin kann ich Ihnen versichern die Vulva ist nicht linksextrem, sie ist ehrlich gesagt ziemlich mittig. Wer sexuelle Aufklärungsarbeit verhindert nimmt in Kauf, dass es zu mehr sexualisierter Gewalt wie Missbrauch und Vergewaltigungen kommt und dass Menschen keine lustvolle und schamfreie Sexualität leben können. Schlechte Aufklärung bedingt Gewalt. Das kann ich Ihnen als Opfer von einer Vergewaltigung leider aus erster Hand sagen. Ich engagiere mich neben meinem Studium in der Politik und setze mich für mehr medizinische Aufklärung ein, weil ich verstanden habe, dass Aufklärung ein sehr wichtiger Teil der Gewaltprävention ist. Die Vulva kam am 15.05.2020 zur besten Sendezeit in der Wissenssendung Scobel. In dieser Dokumentation sagten mehrere Fachärzte, dass die Vulva und die Klitoris die mit am schlechtesten erforschte Körperteil des Menschen ist. Die Nervenbahnen der Klitoris sind noch immer nicht in der medizinischen Fachliteratur angekommen, geschweigedenn wird das Organ selbstverständlich vollständig (7-12 cm) gezeichnet, sondern als kleiner Wurmfortsatz. Das ist ein wissenschaftlicher Skandal! Im Anschluss zur Sendung folgte eine Anschlussdiskussion mit Dr. Mithu Sanyal, die ihre Doktorarbeit über die Kulturgeschichte der Vulva geschrieben hat. Wer die Vulva kleinredet, oder lächerlich macht, verkennt, dass wir in einer Welt leben in der 200.000 Millionen Mädchen und Frauen weltweit mit Genitalverstümmelung leben und die Intimchirurgie in westlichen Ländern einen regelrechten Boom erlebt. Die NHS (National Health Service) zählt in England einen starken Anstieg der «Schöhnheitsoperationen» an Vulven junger Mädchen unter 18 Jahre. Die jüngste Patientin aus Deutschland war 9 Jahre. Weltweit besteht nicht erst seit Trumps «Grab them by the pussy» eine protestierende, aufklärende Bewegung für die Selbstbestimmung von Frauen, trans, inter und nicht binären Menschen über ihren Körper und ihre Sexualität. Sie alle hier sind durch eine Vagina und Vulva auf die Welt gekommen, aber könnten sie eine zeichnen? Nein? Was ist mit der Klitoris?

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Aufklärung braucht es nicht, ja?

Hätten die Herren der CDU denn ein Klitoris 3D Modell erkannt? Haben Sie am 15.05.2020 die Sendung Scobel im 3sat „Vulva: Lust und Tabu“ verpasst? Wussten Sie, dass die Klitoris 1998 von der australischen Urologin Dr. Helen O’Connell neu entdeckt wurde?

Schauen Sie mal, die Vulva hat es ganz ohne Probleme in die Badische Zeitung „Mythos Jungfernhäutchen – ein Trugbild sitzt tief“ geschafft und wissen Sie warum? Weil Aufklärungsarbeit sehr wichtig ist. Ich habe schon lange #KeinBockaufMythen und setze mich für mehr Aufklärung ein!

Ganz ehrlich, was auch immer Ihnen Angst gemacht an der Vulva, warum sie gefährlich sein soll und gegen demokratische Werte ist, habe ich bis jetzt nicht begriffen… Es gibt keinen Grund Aufklärungsarbeit zu verbieten und Gelder zu streichen.

Jorinde Wiese

 

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